Samstag, 1. November 2014MEZ01:35 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsSein und Online
Ein Internetnutzer hat ein Tablet auf dem Schoß, darauf ist eine Facebook-Illustration zu sehen. Seine Beine sind über eine Sofalehne geschwungen. 

Im Computer gibt es keine große Pause wie im Theater: Der Besucherschwund der Analog-Bühnen beschäftigt heute mehrere Feuilletonisten. Sind Twitter und Facebook schuld oder gar die "Blogwarte", von denen einer schreibt? Mehr

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Fazit

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 22.05.2012

Eine kulturpolitische Sensation

Die designierte Intendantin Shermin Langhoff über ihre Pläne am Maxim-Gorki-Theater

Moderation: Jürgen Liebing

Langhoff wird Nachfolgerin von Armin Petras, der ans Staatstheater nach Stuttgart wechselt.
Langhoff wird Nachfolgerin von Armin Petras, der ans Staatstheater nach Stuttgart wechselt. (picture alliance / dpa / Matthias Balk)

Stabwechsel am Berliner Maxim-Gorki-Theater: Shermin Langhoff wird ab nächstem Sommer Nachfolgerin von Intendant Armin Petras. Die Ansätze, die sie verfolge, nämlich eine Diversität und die Diversifizierung einer Stadtgesellschaft, will sie am Gorki-Theater fortführen.

Jürgen Liebing: Ein Coup schrieb heute der Berliner "Tagesspiegel" und fügte hinzu, eine kleine kulturpolitische Sensation. Kulturstaatssekretär André Schmitz sagte heute Mittag, damit setzt Berlin ein deutliches kulturpolitisches Zeichen. Mit diesem Signal ist gemeint, dass Shermin Langhoff ab 2013 Intendantin des Gorki-Theaters wird und damit Nachfolgerin von Armin Petras, der die Hauptstadt Richtung Stuttgart verlässt. Sie ist jetzt am Telefon, guten Abend!

Shermin Langhoff: Ja, grüße Sie, hallo.

Liebing: Darf man Ihnen gratulieren?

Langhoff: Ja …

Liebing: Eigentlich waren Sie aber auf dem Weg nach Wien, dort sollten Sie ja gemeinsam mit dem Dramaturgen Jens Hilje die Leitung der Wiener Festwochen einsteigen. Können Sie gut Pokern?

Langhoff: Also ich würde erstmal sagen, dann hat die dritte Türkenbelagerung auch fehlgeschlagen in Wien, was zumindest die künstlerische angeht. Um Pokern ging es nicht, es waren sehr von mir gewollte und von der anderen Seite gewünschte Prozesse und ich tatsächlich aus persönlichen und familiären Gründen mich entschieden habe, nicht nach Wien zu gehen.

Liebing: Nun ist natürlich so ein Etikett, das kennt man ja häufiger, auch bei Sportlern oder Politikern, aus privaten, aus familiären Gründen. Mehr wollen Sie dazu nicht sagen?

Langhoff: Kann ich leider nicht.

[…]

Liebing: Was hat Sie bewogen, dieses Maxim-Gorki-Theater zu übernehmen? Das eine muss ja schon mit dem anderen zusammenhängen?

Langhoff: Na ja, also das Maxim-Gorki zu übernehmen, wir haben da, was Sie sich vorstellen können, da Sie ja auch die kulturpolitischen Entwicklungen verfolgen, relativ kurz Zeit gehabt, um über dieses Angebot nachzudenken.

Und wir sage ich deshalb, weil ich nicht alleine bin, übrigens, Jens Hilje wird mit mir die künstlerische Leitung übernehmen und bewegt hat mich dazu, dass es die Möglichkeit gibt mit einem Ensemble und Gegenwartstheater, einem Stadttheater, die Ansätze, die ich auf der einen Seite schon länger verfolge, nämlich eine Diversität und der Diversifizierung einer Stadtgesellschaft, im besten Falle auch in ihren Stadttheatern zu finden, in den Geschichten ebenso, wie in den Protagonisten, nunmehr multiplizierend und weiterdenkend und eben nicht nur als Labor zur Nachwuchsförderung mit einem Ensemble, das ja auch Repräsentationskraft für eine solche diversifizierte Gesellschaft hat, fortführen kann und Theater machen kann, weil das bin ich.

Ich bin Produzentin, egal, ob ich das früher beim Film oder noch zuvor im Verlagswesen war und heute beim Theater bin.


Das vollständige Gespräch mit Shermin Langhoff können Sie mindestens bis zum 22.10.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.