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Fazit / Archiv | Beitrag vom 10.02.2011

Ein Western in Anführungsstrichen

Die Coen-Brüder sprechen auf der Berlinale über ihren neuen Film "True Grit"

Von Susanne Burg

Joel (links) und Ethan Coen besuchen die Berlinale 2011. (picture alliance / dpa)
Joel (links) und Ethan Coen besuchen die Berlinale 2011. (picture alliance / dpa)

Die Coen-Brüder hat man bei der Berlinale seit Jahren herbeigesehnt. Joel und Ethan haben ihren neuen, bereits für zehn Oscars nominierten, Film "True Grit" mitgebracht. In Berlin sprachen die Regisseure über ihr neues Werk.

Der Dude ist zurück im Werke der Coen-Brüder: Zwölf Jahre nach "The Big Lebowsky" ist Jeff Bridges nun ein Marshall im amerikanischen Westen. Ein ziemlich angeschlagener Held - alt, einäugig, meistens besoffen und eher an Geld interessiert denn an Moral oder Gesetz.

"Können wir heute noch aufbrechen?"

Marshall Cogburn bekommt Besuch in seiner derzeitigen Bleibe, im Hinterzimmer eines Lebensmittelladens. Das Mädchen Mattie will ihren ermordeten Vater rächen, sucht Unterstützung – und findet sie bei Marshall Cogburn.

"Du kommst nicht mit. Das war nicht ausgemacht."

Mattie kommt doch mit. Sie muss nun in der rauen Männerwelt bestehen. Es ist ein Kampf um Respekt. Dem knurrigen Jeff Bridges und der toughen Hailee Steinfeld – gerade mal 13 als der Dreh anfing – bei diesem Kampf zuzusehen, ist ein wahres Naturereignis. Ohne Westernkulisse im Rücken behauptet Hailee Steinfeld nun zwar in Berlin, dass die ganzen Männer, neben Jeff Bridges noch Matt Damon und Josh Brolin, dass diese ganzen Männer eine Art Vaterfiguren waren.

Doch offensichtlich hatte die nunmehr 14-Jährige auch am Set die Männer ganz gut im Griff. Denn wie Jeff Bridges erläutert, hat Hailee eine Schimpfwortkasse eingerichtet. 5 Dollar fürs F-Wort, etwas weniger fürs S-Wort. Jeff Bridges hat anschreiben lassen und schuldet ihr noch immer eine Menge Geld.

"True Grit" ist wieder einmal eine der für die Coen-Brüder so typischen Genre-Adaptionen, diesmal eben ein Western, ein Remake eines Westerns von 1969 muss man sagen. Der lief bei uns damals unter dem Titel "Der Marshall", mit John Wayne in der Rolle des Rooster Cogburn.

Er habe John Wayne häufiger getroffen, scherzt Josh Brolin, der im Film den gejagten Mörder Chaney spielt und zuletzt in "Wall Street – Geld schläft nicht" zu sehen war. Er teile durchaus auch seine politischen Einstellungen.

Ganz ernsthaft hingegen die beiden Regisseure. Für sie sei das Ganze eher ein Western in Anführungsstrichen, sagt Joel Coen. Und meint damit wohl, dass sie wieder einmal amerikanische Mythen zerpflücken. Auch ein Remake sei es nicht, fügt Bruder Ethan hinzu. Denn sie haben sich auf die Romanvorlage von Charles Potis bezogen. Den Film hätten sie nur einmal gesehen, 1969 als er herauskam, und da waren sie Kinder.

"True Grit" ist der bisher erfolgreichste Coen- Film in den USA. Warum, will ein Journalist wissen. Vielleicht weil die Welt so kompliziert geworden sei, philosophiert Josh Brolin und es im Film um einfache, um existenzielle Dinge geht. Ob er auch in Europa funktioniert – das wird sich bald zeigen. Denn der Film kommt in zwei Wochen in die deutschen Kinos.

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