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Fazit / Archiv | Beitrag vom 16.03.2010

Ein Theaterprojekt als Exportschlager

"X-Wohnungen" in Johannesburg

Von Susanne Burkhardt

Szenen einer Stadt. (AP)
Szenen einer Stadt. (AP)

Am 11. Juni beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Eines der erfolgreichsten deutschen Theaterprojekte lädt vor der WM Besucher ein, Johannesburg zu besuchen und an privaten Orten Theaterstücke zu erleben, die Geschichten von den dort lebenden Menschen erzählen.

Raus aus dem Dunkel des Theaterraums. Dorthin gehen, wo die Menschen leben. In ihre Wohnungen. Kunst, Theater oder Performance in privaten Räumen erleben. Jeweils zwei Zuschauer folgen drei Stunden lang einer vorgegebenen Route, um dann an sieben Orten ein zehnminütiges Theaterstück, eine Performance oder einfach Kunst im weitesten Sinn zu erleben.

Miniaturstücke, die Geschichten erzählen, die mit den Menschen und Stadtteilen zu tun haben, in denen sie zu sehen sind. So die Idee von Matthias Lilienthal. Er erfand "X-Wohnungen" im Jahr 2002. Damals war er künstlerischer Direktor des Festivals Theater der Welt. Die Duisburger Besucher entdeckten seinerzeit ihre eigene, scheinbar vertraute Stadt aus neuer Perspektive. Was ist wirklich? Was ist Fiktion? Gerade das Spiel mit den inszenierten Ereignissen und den "realen" Erfahrungen eines Stadtviertels auf dem Weg zum nächsten Spielort machte "X-Wohnungen" zu einem faszinierenden Erlebnis.

Kein Wunder also, dass es viele Neuauflagen des Projekts an den verschiedensten Orten gab – in Berliner "Problembezirken" wie Lichtenberg, Kreuzberg oder Neukölln – genauso wie in Caracas, Istanbul, Wien und Sao Paolo. Jetzt geht X-Wohnungen als "X-Homes" nach Johannesburg, einer Stadt, die widersprüchlicher kaum sein könnte, in der reiche – vor allem weiße - Wohnviertel hoch gesichert direkt an Townships oder soziale Brennpunkte anschließen. Kurator Christoph Gurk ist gemeinsam mit seiner Projektleiterin Anna Mülter von Berlin nach Johannesburg gereist, um geeignete Räume zu suchen. Wohnungen, die dann im Juni als Spielorte für die Miniatur-Inszenierungen verschiedener Künstler dienen sollen.

Das Gespräch zum Thema mit dem Kurator Christoph Gurk können Sie mindestens bis zum 16.8.2010 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

Kulturpresseschau

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