Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 14.10.2009

"Ein Teil von mir"

Hannelore Heider sah einen Film über sehr junge Eltern in spe

Vicky bekommt ein Kind, Jonas ist der Vater. Beide sind erst 17 und versuchen, sich der neuen Situation zu stellen. Mutmachfilm für Jugendliche.

Zwei 17-jährige Schüler bekommen ein Baby. Das Kind ist die Folge einer Partynacht. Vicky (Karoline Teska) hat sich trotzdem gegen die Abtreibung entschieden, Jonas (Ludwig Trepte) muss erst begreifen, was es bedeutet, Vater zu werden. Das ist der Konflikt, den der Film mit einem begrenzten Figurenensemble ausschreitet, in dem eigentlich nur die beiden Hauptpersonen und ihre jeweils alleinerziehenden Mütter wichtig sind. Also Menschen, die mit dieser "Vaterwerdung" zu tun haben.

Aus dem Konflikt macht der Film kein Sozialdrama, denn materiell ist das Kinderkriegen von 17-Jährigen keine Katastrophe mehr, auch kein Grund moralischer Verurteilung. Es geht schlicht darum, in dieser ganz besonderen Situation erwachsen zu werden und das absolvieren die beiden jugendlichen Helden ganz unterschiedlich.

Für den guten Schüler und behüteten Sohn Jonas heißt das, erst einmal Vicky kennen- und lieben zu lernen. Denn eigentlich ist er immer noch ein Junge, wenn er wie die ganze Clique mit seinem Mountainbike durch die Stadt rast und sehnsüchtig auf die guckt, die schon ein Motorrad besitzen.

Zum Glück kann ihm nicht einmal die sorgsam auf die Zukunft ihres Sohnes bedachte Mutter (Lena Stolze) von Verantwortung reden, sie weiß nicht, in welchen Entscheidungsqualen ihr Sohn steckt. Und Vicky, die durch eine desaströse Familie viel reifer ist, versucht es erst gar nicht. Obwohl sie eindeutig Hoffnungen in Jonas setzt. Sie versucht mit kleinen, intuitiv richtigen "Fallenstellungen", Jonas irgendwie einzufangen, was am Ende ja auch wirklich auch klappt.

"Ein Teil von mir" ist mit der atmosphärisch eingesetzten Jugendmusik und den sympathischen Hauptdarstellern offensichtlich als Identifikationsangebot für junge Zuschauer gedacht, als Mutmacher sozusagen, mit einfachen, eingängigen Bildern, die selbst das graue Halle an der Saale zu einem lebenswerten Ort machen.

Die Helden gehen das Problem auf ihre Weise an und können offensichtlich auch damit umgehen. Selbst wenn Erwachsene das naiv nennen, ist es eine andere, neue und realistische Sicht auf ein uraltes Problem, aus der auch die Elterngeneration Gewinn ziehen kann. Man erfährt wirklich etwas vom Lebenshorizont dieser 17-Jährigen und kann sich an der Haltung der beiden so unterschiedlich agierenden Mütter reiben.

Deutschland 2008. Regie: Christoph Röhl. Darsteller: Ludwig Trepte (Jonas), Karoline Teska (Vicky), Lena Stolze (Jonas' Mutter), Julia Richter (Vickys Mutter). 88 Minuten, o.A.

Filmhomepage "Ein Teil von mir"

Filme der Woche

Neu im KinoAttraktive Chefin im tristen Büro
Der britische Schauspieler Nick Frost (dpa / picture alliance / Dan Himbrechts)

Bruce war drauf und dran, als 13-Jähriger die Salsa-Junioren-WM zu gewinnen. Dann hat er lange mit dem Tanzen nichts mehr am Hut - bis er eine neue Chefin bekommt. Um sie zu beeindrucken, fängt er wieder damit an.Mehr

Neu im KinoUnsterblich verliebte Todgeweihte
Schauspielerin Shailene Woodley, aufgenommen am 30. März 2014 in London. (picture alliance / dpa / Tal Cohen)

Die Jugendbuchverfilmung um die 16-jährige Hasel, die unheilbar an Schilddrüsenkrebs erkrankt ist, schafft, was schon der Romanvorlage gelang: unkonventionelle Charakterzeichnung und Herzkino ohne Gefühlsduselei.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur