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"Rimini Protokoll"Hitzewelle auf der Hinterbühne
Die Umweltexperten Florian Rauser, Satya Bhowmik, Schirin Fahti, Kenneth Gbandi, Sabine Hain, Bernd Hezel und Ana Soliz Landivar Stange (l-r) agieren am 18.11.2014 in Hamburg auf der Fotoprobe von "Welt-Klimakonferenz". Das Projekt von Rimini Protokoll, bei dem die Zuschauer die Rollen der Teilnehmer einer internationalen Klimakonferenz übernehmen, feiert seine Uraufführung am 21.11.2014 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Foto: Markus Scholz

"Rimini Protokoll" gab mit der "Welt-Klimakonferenz" in Hamburg eine große Rollenspiel-Party, die zumindest anfangs sehr faszinierte. Wer sich einen Abend wie ein engagierter Delegierter gefühlt hat, wird die echten Klima-Verhandlungen künftig mit ganz anderen Augen sehen.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 13.06.2012

Ein Portrait Ai Weiweis und der Widersprüche Chinas

Neu im Kino: Mit "Ai Weiwei: Never Sorry" liefert Alison Klayman ein sehr persönliches Bild des Künstlers

Von Jörg Taszman

Der chinesische Künstler Ai Weiwei
Der chinesische Künstler Ai Weiwei (picture alliance / dpa)

Die junge Filmemacherin Alison Klayman geht der Arbeit des Dissidenten vor seinem Hausarrest nach. Sie zeigt ihn privat und sprach mit Weggefährten und Familienmitgliedern. Dabei zeichnet sie ein kluges Portrait des Menschen und Künstlers Ai Weiwei.

Ai Weiwei ist der derzeit wohl prominenteste Gegenwartskünstler und Dissident in China. Seit genau einem Jahr steht er unter Hausarrest.

Wer aber ist Ai Weiwei. wie kam er zur Kunst, warum lehnte er sich auf und vor allem was für eine Kunst macht er? Die amerikanische Filmemacherin Alison Klayman lebte jahrelang in China und begleitete Ai Weiwei drei Jahre lang. Man erfährt Details über seine Kindheit und Jugend während der Kulturrevolution. Sein Vater war ein bedeutender Lyriker, der 1958 antikommunistischer Umtriebe beschuldigt wurde. In den 80er Jahren lebte Ai Weiwei in den USA, in New York, erlebte von dort Das Tian'anmen-Massaker im Juni 1989 mit.

Nach seiner Rückkehr nach China macht er durch Installationen, aber auch politische Aktionen auf sich aufmerksam. Er arbeitet zunächst für die Organisatoren der Olympischen Spiele in Peking, wird später ein scharfer Kritiker. Vor allem aber seine Nachforschungen zu einem tragischen Erdbeben 2008 in der Provinz Sichuan führen zu Übergriffen durch Beamte der Staatsorgane. Er sammelt die Namen aller Toten, veröffentlicht die Listen im Internet und unterläuft die restriktive Informationspolitik seines Landes. Im August 2009 wird er von Polizisten geschlagen und am Kopf verletzt. Zwei Jahre später verschwindet er wochenlang spurlos.

Die junge Filmemacherin Alison Klayman hat einen klugen Dokumentarfilm gedreht, der nicht reißerisch den Dissidenten lobt und dabei den Menschen und Künstler vernachlässigt. Die Regisseurin redet auch mit Weggefährten und Familienmitgliedern und wird auch einmal privat: Sie filmt Ai WeiWei auch als Vater seines dreijährigen Sohnes, deren Mutter nicht seine langjährige Ehefrau ist, sondern eine "Freundin".

So entsteht ein vielschichtiges, spanendes Porträt über einen wichtigen Künstler unserer Zeit, der viel von den inneren Widersprüchen Chinas erzählt.

USA 2011 Regie: Alison Klayman, FSK: keine, 91 Minuten

Links auf dradio.de:

Plötzlich verschwunden - Ai Weiweis Mutter erinnert sich
Auf der Seite des kritischen Beobachters
Das Filmporträt "Ai Weiwei: Never Sorry"