Seit 19:00 Uhr Nachrichten
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 19:00 Uhr Nachrichten
 
 

Buchkritik / Archiv | Beitrag vom 12.10.2011

Ein philosophischer Lebensbegleiter

Sibylle Lewitscharoff auf dem Blauen Sofa

Weil Blumenberg sich mit der Frage nach der Bedeutung des Illusionären befasst habe, hat Sibylle Lewitscharoff eine solche Illusion in ihren Roman über den Philosophen eingebaut. (Deutschlandradio - Bettina Straub)
Weil Blumenberg sich mit der Frage nach der Bedeutung des Illusionären befasst habe, hat Sibylle Lewitscharoff eine solche Illusion in ihren Roman über den Philosophen eingebaut. (Deutschlandradio - Bettina Straub)

Seit frühster Kindheit habe Blumenberg sie fasziniert, sagt Sibylle Lewitscharoff. Gerade auch als Exzentriker, der nächtelang wach war. Ihr Buch "Blumenberg" ist jedoch keine Biografie, sondern ein Roman. Stattdessen geht es auch um einen Löwen. Der sei die "heimliche Hauptfigur", sagt die Autorin.

Der Philosoph Hans Blumenberg arbeitet in seinem Studierzimmer, als er plötzlich auf dem Teppich einen Löwen entdeckt. Der Löwe, der König der Tiere, war das Lieblingstier Blumenbergs, sein Werk beschäftigt sich in besonderer Weise mythenbildenden und erkenntnistheoretischen Metaphern und Bildern.

In diesem Roman sitzt dieser Löwe ganz selbstverständlich abends im Arbeitszimmer des angesehenen Philosophen Blumenberg, am nächsten Tag tänzelt er in dem Saals der Philosophischen Fakultät der Universität Münster, in dem der Blumenberg eine Vorlesung hält - doch keiner der Studenten scheint ihn zu bemerken. Doch das Auftauchen des Löwen wirkt zunächst in das Leben Blumenbergs hinein, doch dann geraten einige von Blumenbergs Studenten in seinen Bann…

"Am Ende handelt dieser Roman mehr als von Blumenberg von Sibylle Lewitscharoffs Versuch, die Literatur als ein Medium metaphysischer Fragen auszutesten. Sie benutzt die Figur Blumenbergs, um zu erkunden, wie wir unter den Bedingungen des Rationalismus mit jenen Bedrängnissen umgehen, die der bloßen Empirie nicht zugänglich sind." Die ZEIT

Sibylle Lewitscharoff, 1954 in Stuttgart geboren, lebt in Berlin. Für ihren Roman "Pong" erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2007 wurde sie mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet, 2008 mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis.2009 erhielt sie für ihren Roman "Apostoloff" den Preis der Leipziger Buchmesse.

Sibylle Lewitscharoff: Blumenberg
Roman
Suhrkamp Verlag
216 Seiten, 21,90 Euro

Links bei dradio.de
Philosoph mit Pranke
Gespräche auf dem Blauen Sofa
Sendungen zur Frankfurter Buchmesse 2011 - <br> Programm von Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk auf einen Blick

Buchkritik

Yanis Varoufakis: "Das Euro-Paradox"Neues vom schillernden Ökonom
Yanis Varoufakis  (picture alliance/dpa/Orestis Panagiotou)

Yanis Varoufakis ist ein Ökonom mit großen Ideen und noch größerem Selbstbewusstsein. Das neue Buch des ehemaligen griechischen Finanzministers ist suggestiv, forsch und provokant. Und es kennt nur einen Helden: Yanis Varoufakis selbst. Ganz falsch sind seine Thesen aber nicht.Mehr

weitere Beiträge

Literatur

Unter SternenNeue Poesie und ihre Wahlverwandtschaften
Eine Frau sitzt am 10.06.2016 in Berlin zwischen den Säulen am Alten Museum und liest ein Buch. (dpa / picture alliance / Paul Zinken)

Lyriker sprechen oft ein wenig deutlicher, klarer und freizügiger über Texte, die über einige Ecken etwas mit ihren Texten zu tun haben. Marion Poschmann und Monika Rinck über ihre Arbeit und über die Lyrik und Prosa anderer, die darin stecken. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur