Sonntag, 31. August 2014MESZ12:20 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den Feuilletons"Wummern" und janz schön viel Icke
Klaus Wowereit (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, steht zur Eröffnung des Start-up-Zentrums "Factory Berlin" in Berlin in den Räumlichkeiten der Internetfirma "Soundcloud" vor einem Konferenzraum mit dem Namen "Kreuzberg".

Die Feuilletons befassen sich mit Wortschöpfungen des Ersten Weltkriegs, lüften das Geheimnis, warum Richard Attenborough Margaret Thatcher Darling nannte und sinnieren über ein Berlin ohne Klaus Wowereit: Viel Icke war mal, kommt jetzt mehr Polit-Profil? Mehr

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Fazit

PerformanceKunst jenseits des Wohlfühlbereichs
Südafrika: Kapstadt - Hafen am 10. März 2009

Jay Pather gilt als einer der visionärsten Köpfe der zeitgenössischen Kulturszene Südafrikas. Er kuratiert das Live Art Festival in Kapstadt, und der Bezug zu afrikanischen Themen zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Programm.Mehr

AusstellungDick aufgetragen
Das Museum für zeitgenössische Kunst, das "MARTa" in Herford

Der Künstler Clemens Krauss bringt wahre Farbgebirge auf die Leinwand, was seine Bilder sinnlich, fast sexuell wirken lässt, so dass man sich ihnen kaum entziehen kann. Doch er malt nicht nur, bekannt ist er auch für seine Videoinstallationen. Mehr

ZeichenkunstZeugnis einer Berührung
Der bedeutende Vertreter des Realismus in einer zeitgenössischen Darstellung. Wilhelm Leibl wurde am 23. Oktober 1844 in Köln geboren und ist am 4. Dezember 1900 in Würzburg gestorben.

In einer kleinen Kölner Ausstellung kann man ein recht unbekanntes zeichnerisches Phänomen begutachten: den Abklatsch. Er entsteht etwa, wenn eine Kohle- oder Kreidezeichnung auf ein anderes Papier abgedrückt wird. Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 18.10.2007

Ein Massaker als Partyspaß

1945 wurden bei einem Fest 180 Juden erschossen

Moderation: Holger Hettinger

Bei einem Fest der Gräfin Thyssen-Bornemisza in Rechnitz, einem kleinen Ort im Burgenland, wurden 180 Juden erschossen. Der Film "Totschweigen" von Margareta Heinrich und Eduard Erne thematisiert das grausame Geschehen im Jahr 1945 und zeigt, dass die Ereignisse bis heute nachwirken.

Holger Hettinger: Rechnitz, eine kleine Gemeinde im südlichen Burgenland, an der Grenze zu Ungarn. Hier sind Ende März 1945 180 Juden erschossen worden - durch Nationalsozialisten, die im Schloss der Gräfin Batthyány, geborene Thyssen-Bornemisza, ein Fest feierten, und denen mit der Erschießung "zusätzliche Unterhaltung" geboten werden sollte, so schreibt es heute die FAZ. Ein unglaubliches Ereignis, das der Autor David Litchfield in seinem Artikel nachzeichnet. Wenn man ein wenig sucht in den einschlägigen Publikationen, erfährt man, dass diese Erschießung gut dokumentiert ist. Es gibt einen Verein, der die Erinnerung an die Exekutionen mahnend wach hält, ein Theaterstück und einen Dokumentarfilm: "Totschweigen" von Margareta Heinrich und Eduard Erne.

Herr Erne, Sie haben für Ihren Film die Erschießung der 180 Juden durch die Festgesellschaft auf Schloss Rechnitz rekonstruiert. Was haben Sie herausgefunden?

Eduard Erne: Was wir herausgefunden haben, waren zweierlei Sachen. Das eine ist der historische Hintergrund, der grausam war. Man hat damals ab 1944 versucht, so eine Art Westwall im Osten zu bauen gegen die anrückende Rote Armee und hat da zum Großteil Zwangsarbeiter verwendet für die Bauarbeiten. Das waren ungarische Juden, die zum Teil zu Fuß von Budapest bis an die jetzige österreichisch-ungarische Grenze bewegt wurden. Das waren Tausende von Menschen, und man kann am jetzigen Grenzabschnitt fast überall Orte finden, an denen Erschöpfte, Kranke, nicht mehr arbeitsfähige jüdische Zwangsarbeiter erschossen wurden.

Das ist das eine, das andere ist die extreme Verquickung von einerseits dieser adeligen Firma Batthyány-Thyssen und der örtlichen Prominenz in diese Erschießungen in Rechnitz, die zum Teil bis in den heutigen Tag Wirkung haben, weil der Ort der Erschießung und das Massengrab, in dem die 180 Menschen verscharrt wurden, bis zum heutigen Tag gesucht werden. Und unser Film "Totschweigen" hat genau an dem Punkt angesetzt. Wir haben versucht, die Suche nach diesem Massengrab zu verfolgen, zu zeigen, zu begleiten über fünf Jahre hinweg und haben dabei auch die Ereignisse in dem Ort thematisiert, was damals geschehen ist.

Das gesamte Gespräch mit Eduard Erne können Sie bis zum 18.3.2008 in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören. MP3-Audio

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Lauter "Geraune und Hörensagen"