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Kalenderblatt / Archiv | Beitrag vom 02.11.2008

Ein Klang reich und voller Seele

Vor 100 Jahren wurde der Jazztrompeter Bunny Berigan

Von Uwe Golz

Trompete (Stock.XCHNG / Pam Roth)
Trompete (Stock.XCHNG / Pam Roth)

Bunny Berigan gilt als einer der drei großen Trompeter des Swing, einer der einen ganz eigenen Stil entwickelte und nicht im Schatten von Louis Armstrong seinen Weg fand. Doch, anders als seine Konkurrenten Cootie Williams oder Benny Carter, ist er für die Mehrzahl der Jazzfans heute ein Unbekannter. Geboren am 2. November 1908 in Hilbert in Wisconsin, wuchs er in Fox Lake auf, einem - wie er es später ausdrückte - weit entfernten Land.

Der Lebensweg von Bunny Berigan wird oft mit dem von Bix Beiderbecke verglichen. Robert Dupuis in seinem Buch über Bunny Berigan:

Beide Trompeter fanden zu einem ganz persönlichen Stil, der sie zu außergewöhnlichen Musikern machte. Doch beide mussten sich den kommerziellen Zwängen der Big Bands unterwerfen. Diesen Zwängen entflohen sie mit Alkoholexzessen.
Berigan ist die direkte Verbindung zwischen Louis Armstrong und jenen, die aus diesen Wurzeln wuchsen: Roy Eldridge, Dizzy Gillespie, Miles Davis und all die anderen. Sein Spiel war - man kann es nicht anders sagen - rasant.


In die Lehre war der Trompeter bei Glenn Miller und den Dorsey Brüdern gegangen, hatte gelernt sich - wenigstens teilweise - in die Band einzugliedern. Bei Goodman konnte er diese Klammern endlich abwerfen und seinen eigenen Stil ausleben.

Eine eigene Band gründete Berigan erst fünf Jahre vor seinem Tod, 1937. "I Can't Get Started" wurde zu seinem einzigen Hit. Es war dieser spezielle, frische Berigan-Trompetensound, der diese Komposition von Vernon Duke und Ira Gershwin zu einem Erfolg werden ließ.

Der Trompeter Joe Aguanno, Mitglied von Berigans Band, beschrieb ihn so:

Niemand hat jemals so gespielt wie er. Der Klang war reich und voller Seele - da ist irgendetwas in seinem Spiel, was nur wir Trompeter hören, seine Art bestimmte Töne zu attackieren, brachte dich zum Weinen.

So perfekt Berigan als Musiker war, so schlecht war er in geschäftlichen Dingen. Den Stress als Bandleader bekämpfte er neben dem Alkohol mit wilden Affären und verlor mehr und mehr den Überblick. 1940 war er bankrott. Mit einem kurzen Engagement bei Tommy Dorsey und Gastauftritten konnte er sich mühsam über Wasser halten.

Doch das Tournee-Leben forderte seinen Tribut. In Pittsburgh musste er zum ersten Mal ins Krankenhaus. Die Diagnose: Leberzirrhose.

Den Rat der Ärzte, dem Alkohol zu entsagen und auch - für eine gewisse Zeit die Trompete an den berühmten Nagel zu hängen - schlug er in den Wind. Berigan kehrte nach New York zurück. Am 30. Mai 1942 erlitt er einen Blutsturz und starb zwei Tage später im Alter von 33 Jahren. Es gab nur einen großen Fehler im Leben Bunny Berigans sagte Louis Armstrong nach dessen Tod:

Er starb zu jung.

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