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Interview / Archiv | Beitrag vom 31.08.2009

"Ein historisches Ereignis"

Sachsen: NPD erzielt 5,6 Prozent

Flagge der NPD an der Fassade der Bundeszentrale der Partei in Berlin (AP)
Flagge der NPD an der Fassade der Bundeszentrale der Partei in Berlin (AP)

Der Journalist und Rechtsextremismusexperte Toralf Staud hat sich alarmiert zu den Ergebnissen der NPD bei den Landtagswahlen in Sachsen geäußert.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Partei sei der NPD der Wiedereinzug in einen Landtag gelungen, sagte Staud. Dies sei ein "historisches Ereignis". Damit sei die Auffassung vieler widerlegt, dass das Problem sich von selbst erledige, wenn die NPD einmal im Landtag sei, weil die Partei sich selbst "zerlege", so der Autor. "Wir sehen, dass die NPD es wirklich geschafft hat, in Sachsen sich ein Stammwählerpotenzial von gut fünf Prozent zuzulegen, und das hat es wirklich noch nicht gegeben."

Entscheidend für den Erfolg der NPD sind Staud zufolge die Aktivitäten der Partei im "vorpolitischen Raum", etwa über Sportverein und Jugendclubs. "Das große Ziel all dessen ist, als normale Partei anerkannt zu werden, nicht mehr für den Rassismus, den Antisemitismus kritisiert zu werden (...), sondern dass dann quasi der 'nette Nazi von nebenan' dafür sorgt, dass die Leute denken: ach, die NPD, das ist schon eine ganz normale Partei."

Jugendlichen, die Affinität zu rechtsextremem Gedankengut entwickeln, empfahl Staud, argumentativ entgegen zu treten und nicht nur mit Empörung. Wichtig sei, dass Jugendlichen eine "klare demokratische Meinung" vorgelebt würde: "Das mangelt vielerorts an den Schulen, gerade in Ostdeutschland."

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