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Fazit / Archiv | Beitrag vom 12.02.2013

Ein Film mit Risiken und Nebenwirkungen

Steven Soderberghs "Side Effects" auf der Berlinale

Von Susanne Burg

Der Regisseur Steven Soderbergh stellt auf der Berlinale 2013 seinen Film "Side Effects" vor.
Der Regisseur Steven Soderbergh stellt auf der Berlinale 2013 seinen Film "Side Effects" vor. (picture alliance / dpa /Ekaterina Chesnokova)

Im letzten Jahr lief sein Action-Streifen "Haywire" auf der Berlinale, nun ist US-Regisseur Steven Soderbergh mit einem Psychothriller zurück. "Side Effects" erzählt von einer depressiven jungen Frau - und den Machenschaften der Pharmaindustrie.

So ganz genau weiß er nicht mehr, wie häufig er auf der Berlinale war.

Steven Soderbergh: "”I have been trying to think. It think it’s been five times.”"

Wahrscheinlich sei er wohl zum fünften Mal hier, sagt Steven Soderbergh. Im letzten Jahr lief sein Action-Thriller "Haywire" hier, in diesem Jahr ist der US-Regisseur mit einem Psychothriller zurück. Im Zentrum: die junge Frau Emily Taylor, die unter Depressionen leidet und immer wieder neue Psychopharmaka verschrieben bekommt. Gespielt wird sie von Rooney Mara, die zuletzt im Remake des Films "Verblendung" die Lisbeth Salander gab.

"Was die Herausforderung bei der Rolle war - keine Ahnung", sagt die 27-Jährige

Nach einem Selbstmordversuch landet Emily bei dem Psychiater Dr. Banks. Auch der gibt ihr Pillen - mit großen Nebenwirkungen. Sie schlafwandelt und bringt ihren Freund um, einen Banker, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde. Jude Law fiel es dann auch viel leichter, über Herausforderungen zu sprechen.

Jude Law: "Ich musste akzeptieren, dass die Vorbereitungszeit eindeutig zu kurz war für ein Medizinstudium. Und ich hatte auch keine Erfahrung mit Psychopharmaka. Deswegen musste ich mich erstmal überzeugen, dass ich einen Psychiater spielen kann."

"Side Effects" ist ein Kommentar auf die Machenschaften der Pharmaindustrie und ihrer Verbindungen zur Ärzteschaft. Und es ist ein Thriller, denn wir lernen, dass die Geschichte anders ist, als wir zunächst glauben. Jeder manipuliert jeden im Film, und der Film manipuliert den Zuschauer. So wird Soderbergh dann auch in der Pressekonferenz nach seinem Verhältnis zu Hitchcock gefragt:

Soderbergh: "Die Filme von Alfred Hitchcock sind zum einen noch heute so sehenswert wegen der technischen Innovationen, zum anderen aber auch, weil es bei allen um Schuld ging. Und Schuld ist immer interessant. Ich mochte an diesem Drehbuch, dass jeder versucht, die Schuld auf andere zu übertragen bzw. ihnen in die Schuhe zu schieben."

Ein Film also mit großen Risiken und noch größeren Nebenwirkungen – zum Glück nur für die Figuren im Film, nicht für die Zuschauer.