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Kulturnachrichten

Montag, 7. März 2016

Karlsmedaille für Eurovision Song Contest

Sängerwettstreit leitste Beitrag für europäische Identität

Der Eurovision Song Contest bekommt eine politische Auszeichnung - die Aachener Karlsmedaille. Der ESC habe sich "in besonderer Weise um den Prozess der europäischen Einigung und um die Herausbildung einer europäischen Identität verdient gemacht", teilte die Stadt Aachen mit. Die Generaldirektorin der European Broadcasting Union, Ingrid Deltenre, will die Auszeichnung am 28. April stellvertretend in Empfang nehmen. Die Laudatio auf den ESC hält passenderweise Abba-Star Björn Ulvaeus. Auch Nicole, die deutsche ESC-Gewinnerin des Jahres 1982, hat ihr Kommen zugesagt. "Nur selten erhalten wir Bürger Europas die Möglichkeit, uns über die Grenzen hinweg miteinander verbunden zu fühlen", sagte der Vorsitzende des Trägervereins "Médaille Charlemagne", Michael Kayser. Der Eurovision Song Contest stelle eine solche Gelegenheit dar. Der Verein, der den Preis stiftet, wurde 2006 auf Initiative der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen und der Stadt Aachen ins Leben gerufen. Er ehrt Persönlichkeiten oder Institutionen aus den Medien.

Edward Snowden erhält Ossietzky-Preis

Eine Auszeichnung des norwegische PEN-Clubs für herausragende Leistungen für Meinungsfreiheit

Der norwegische PEN-Club hat Edward Snowden heute mit dem Ossietzky-Preis ausgezeichnet. Mit der Verleihung wolle man die einzigartige Rolle würdigen, die Snowden als Whistleblower übernommen habe, hieß es in der Begründung. Er habe zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit beigetragen, und Menschenrechtsorganisationen weltweit unterstützten seine Enthüllungen der illegalen Überwachung. Der Ossietzky-Preis des norwegischen Ablegers der internationalen Schriftstellervereinigung PEN ist eine Auszeichnung für herausragende Leistungen für die Meinungsfreiheit. Er wird am 18. November in Oslo verliehen. Die Organisation teilte mit, sie wolle alles in ihrer Macht stehende tun, um sicherzustellen, dass Snowden den Preis persönlich entgegen nehmen könne. Edward Snwoden fürchtet nach seinen Veröffentlichungen über die amerikanische Spionagepraxis eine lebenslange Haftstrafe in den USA. Seit 2014 lebt er in Russland im Exil.

Brief des elfjährigen John Lennon wird versteigert

Er bedankt sich darin brav für die Weihnachtsgeschenke

Ein Brief, den der 1980 ermordete Beatles-Musiker John Lennon als Elfjähriger an seine Tante schrieb, soll bei einer Auktion umgerechnet fast 40 000 Euro einbringen. Der Mitbegründer der britischen Rockband verfasste den Brief kurz nach Weihnachten 1951. Darin bedankte er sich für die Geschenke seiner Tante Harriet, die er Harrie nennt. Lennon hatte ein Buch über Schiffe bekommen, ein Handtuch und einen roten Pullover. Die Online-Auktion beginnt am 24. März bei Tracks, einem auf Rock'n'Roll-Memorabilien spezialisierten Händler, und endet am 3. April. "Liebe Harrie, vielen Dank für das Buch, das du mir zu Weihnachten geschickt hast, und für das Handtuch mit meinem Namen drauf. Und ich denke, es ist das beste Handtuch, das ich je gesehen habe", so fängt der Brief an.

Natalia Wörner mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Mit ihr erhielten 23 weitere Frauen Auszeichnungen

Die Schauspielerin Natalia Wörner ist für ihre Tätigkeit als Botschafterin der Kindernothilfe mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Bundespräsident Joachim Gauck überreichte ihr den Orden heute im Schloss Bellevue in Berlin. Kinder seien in Krisensituationen am verletzlichsten, sagte die Schauspielerin zu ihrem Engagement. Begleitet wurde Wörner von Freunden und Familie. Gemeinsam mit ihr wurden 23 weitere Frauen für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet, anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März.

Eichendorff-Handschriften kommen nach Frankfurt

Teile des "Wiesbadener Nachlass" galten seit 1945 als verschollen

Seit 1945 galten Teile des so genannten "Wiesbadener Nachlass" des romantischen Dichters Joseph von Eichendorff als verschollen, nun kommen sie über abenteuerliche Umwege nach Frankfurt am Main. Das Freie Deutsche Hochstift, das das Goethe-Museum betreibt und gerade ein Romantik-Museum aufbaut, hat die wiederaufgetauchte Autographensammlung gekauft. Es handelt sich um 218 handschriftliche Doppel- und 100 Einzelblätter, wie das Hochstift berichtete. Die Wissenschaft erhofft sich laut Kulturstiftung der Länder "ergiebige frische Quellen für die Eichendorff-Forschung".

Literarische Gesellschaften fordern Flüchtlingsschutz

"Wir Deutschen haben eine Bringschuld"

31 literarische Gesellschaften haben in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel Schutz für Flüchtlinge in Deutschland gefordert. Merkel solle in ihrer nächsten Regierungserklärung daran erinnern, dass Thomas Mann, Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky, Albert Einstein, Walter Gropius und viele andere deutsche Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler einst vor der Nazi-Diktatur und dem Krieg geflüchtet seien, heißt es in dem Aufruf. "Wir Deutschen haben auch deshalb eine moralische Verpflichtung, eine Bringschuld", schreiben die Gesellschaften. Initiiert hat den offenen Brief die Wuppertaler Else-Lasker-Schüler Gesellschaft. Unterzeichner sind unter anderem die Kleist-, Erich Maria Remarque-, Ernst Bloch-, Carl-Zuckmayer- und Robert Walser-Gesellschaft sowie das Marburger Literaturforum und der Bert Brecht Kreis Augsburg.

Dresden will Europäische Kulturhauptstadt 2025 werden

Kulturhauptstadtbüro soll Bewerbung erarbeiten

Trotz Pegida will Dresden sich um den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025 bewerben. "Von ganz vielen Seiten werde ich ermutigt, die Bewerbung auf den Weg zu bringen - gerade in einer Situation, in der Dresdens Wahrnehmung in der Öffentlichkeit durch ganz andere Debatten bestimmt wird", sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Gemeinsam mit Partnern aus Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft soll ein Kulturhauptstadtbüro eine Bewerbung erarbeiten. Der Stadtrat muss noch zustimmen. 2014 hatte er die Prüfung einer Bewerbung beschlossen. Das Ergebnis soll nun als Konzept vorgelegt werden. "Ich bin der festen Überzeugung, dass der Stadtrat uns mit den nächsten konkreten Schritten beauftragen wird", so Hilbert weiter.

Einzigartige Napoleon-Sammlung in Frankreich versteigert

Heiratsurkunde der geheimen Trauung mit Kaiserin Joséphine dabei

Eine einzigartige Napoleon-Sammlung, darunter die Heiratsurkunde der heimlichen kirchlichen Trauung mit Joséphine, ist in Frankreich unter den Hammer gekommen. Die angebotene Sammlung des US-Milliardärs Christopher Forbes umfasste rund 1300 Briefe und Manuskripte und mehr als 500 Gemälde. 40 Stücke sind von Museen wie dem berühmten Musée d'Orsay in Paris gekauft worden - der französische Staat hatte ein Vorkaufsrecht. Ein Glanzstück der Auktion war die Urkunde der heimlichen kirchlichen Hochzeit von Napoleon Bonaparte mit Joséphine im Jahr 1804. Papst Pius VII. hatte die religiöse Trauung damals zur Voraussetzung für seine Teilnahme an der Krönung Napoleons zum französischen Kaiser gemacht. Napoleon und Joséphine waren zu diesem Zeitpunkt schon acht Jahre standesamtlich verheiratet.

Artur Brauner übergibt Filme an Jüdisches Museum

Darunter auch "Hitlerjunge Salomon" und der letzte Film von Romy Schneider

Filmproduzent Artur Brauner übergab mehrere seiner Werke dem Jüdischen Museum in Berlin. Die 21 Filme seien den Opfern des Holocaust gewidmet, erklärte der 97-Jährige. Nach Angaben des Museums sind einige Filme nicht mehr im freien Handel verfügbar, sie seien bislang nur noch in der Mediathek der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem zugänglich. Brauner hatte selbst den Holocaust überlebt und nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin die CCC-Filmgesellschaft aufgebaut. Neben vielen Unterhaltungsfilmen produzierte er auch Filme zum Holocaust. Zu der Schenkung gehören etwa "Hitlerjunge Salomon" von 1990 und Romy Schneiders letzter Film "Die Spaziergängerin von Sans-Souci", der ebenfalls in Rückblenden von der NS-Zeit erzählt.

E-Mail-Erfinder Raymond Tomlinson tot

Internet-Pionier starb im Alter von 74 Jahren

Raymond Tomlinson, der Erfinder der modernen E-Mail, ist tot. Sein Arbeitgeber, der Rüstungs- und Elektrokonzern Raytheon, bestätigte seinen Tod. Tomlinson war der Mann, der das @-Symbol wählte, um Nutzernamen mit der Zieladresse zu verbinden. Elektronische Nachrichten konnten zuvor zwischen mehreren Personen innerhalb eines eingeschränkten Rahmens geteilt werden, ehe Tomlinson im Jahr 1971 eine erste E-Mail absetzte, die an eine bestimmte Person mit einer bestimmten Adresse geschickt wurde - ein Novum. Tomlinson schrieb und versendete seine erste Mail auf dem Arpanet-System, einem Computernetzwerk, das für die US-Regierung entwickelt wurde und als Vorläufer des Internets gilt.

Nikolaus Harnoncourt gestorben

Dirigent starb nach schwerer Krankheit

Der Dirigent und Meister der Alten Musik, Nikolaus Harnoncourt, ist in der Nacht auf Sonntag im Kreise seiner Familie nach einer schweren Erkrankung im Alter von 86 Jahren gestorben. "Am 5. 3. 2016 ist Nikolaus Harnoncourt friedlich im Kreis seiner Familie entschlafen. Trauer und Dankbarkeit sind groß", heißt es in einer kurzen Bekanntgabe von Gattin Alice Harnoncourt und der Familie. "Eine Ära ist zu Ende gegangen", sagte der Intendant des Wiener Musikvereins, Thomas Angyan, tief erschüttert in einer ersten Reaktion. Anfang Dezember hatte sich Harnoncourt endgültig vom Dirigentenpult zurückgezogen. "Meine körperlichen Kräfte gebieten eine Absage meiner weiteren Pläne." Mit diesen Worten leitete Harnoncourt damals jenen kurzen Brief ein, mit dem er sich im Musikverein von seinem Publikum verabschiedete. Harnoncourt musizierte mit den großen Orchestern von Amsterdam bis Wien und galt als Doyen der Alten Musik. Er brachte mit seiner Forderung nach detailliertem Quellenstudium und Originalklanginstrumenten eine Revolution in der Aufführungspraxis auf den Weg. Schon früh untermauerte er seine Ansicht auch theoretisch. "Die Tonschönheit ist nicht das Ziel, sondern die Vermittlung bestimmter Ausdrucksqualitäten", fasste Harnoncourt seinen Ansatz zusammen.

Tage der Chor- und Orchestermusik beendet

1100 Musiker aus 46 Ensembles der Amateurmusikszene nahmen teil

Mit der Verleihung der vom Bundespräsidenten gestifteten Zelter- und Pro Musica-Plaketten sind die Tage der Chor- und Orchestermusik zu Ende gegangen. An dem dreitägigen Treffen, das diesmal im brandenburgischen Eberswalde stattfand, nahmen rund 1.100 Musiker aus 46 Ensembles der Amateurmusikszene teil. Das Spektrum reichte vom A-Capella-Quartett bis hin zu Symphonieorchestern. Stellvertretend für die mit den Zelter- und Pro Musica-Plaketten bedachten 37 Chöre und 7 Orchester zeichnete die brandenburgische Kulturministerin Sabine Kunst die Johanneskantorei der evangelischen Johanneskirchengemeinde in Berlin-Lichterfelde und das Sinfonieorchester Friedrichshafen aus. Die Tage der Chor- und Orchestermusik werden seit 1971 an wechselnden Orten in Deutschland durchgeführt.

Deutscher Tanzpreis für Martin Puttke

Puttke war Leiter der Staatlichen Ballettschule Berlin

Der Tanzpädagoge Martin Puttke wurde am Wochenende im Essener Aalto-Theater mit dem Deutschen Tanzpreis ausgezeichnet. Der 72-Jährige leitete die Staatliche Ballettschule in Berlin und war künstlerischer Leiter des Balletts der Deutschen Staatsoper. Von 1995 bis 2008 war Puttke Ballettdirektor des Aalto-Balletts in Essen. Der Deutsche Tanzpreis wird vom Förderverein Tanzkunst Deutschland vergeben. Der Verein ehrt damit das Lebenswerk herausragender Persönlichkeiten aus der Tanzszene.

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