Donnerstag, 18. Dezember 2014MEZ01:44 Uhr

Konzert

Sinfonische MusikPoesie für Sir Yehudi
Der weltberühmte Geiger Yehudi Menuhin während eines Konzerts gemeinsam mit dem erweiterten Zürcher Kammerorchester am 30.03.1963 in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Höchst.

Das Jubiläumsjahr für den polnischen Komponisten Andrzej Panufnik endet in Poznań. Die Philharmoniker der Stadt spielen sein Violinkonzert, außerdem Musik von Mozart und Tschaikowsky. Mehr

OperDenkbar einfach kompliziert
A view of the grand staircase in the Metropolitan Opera at Lincoln Center in New York, New York, USA, on 12 May 2009. Lincoln Center, which was the first major cultural complex in the United States and has become the world?s largest performance center, is celebrating its 50th anniversary this year. 

Zeitlos menschlich, überraschend und turbulent ist Mozarts "Die Hochzeit des Figaro" - die New Yorker MET hat mit dieser Oper ihre Saison eröffnet. An diesem Abend gibt es wieder Einblicke die Kammer von Susanna und Figaro.Mehr

weitere Beiträge

Konzert / Archiv | Beitrag vom 04.08.2012

Ehrgeiz und Abenteuerlust

"Švanda, der Dudelsackpfeifer" aus der Semperoper

Semperoper in Dresden
Semperoper in Dresden (AP)

Ein Musikus ist überall beliebt. Das hat der Dudelsackpfeifer Švanda schnell gemerkt und lässt sich bereits eine Woche nach der Hochzeit mit Dorotka vom Räuber Babinský fort in die weite Welt locken. Mit dieser Märchenoper über menschliche Schwächen und Stärken gelang dem Prager Komponisten Jaromír Weinberger 1927 ein Sensationserfolg.

Aber mit Erstarken des Nationalsozialismus musste der jüdische Komponist emigrieren, und das Stück verschwand komplett von den Spielplänen.

Weinbergers Musik ist vielseitig und wandlungsfähig. Zahlreiche Anleihen bei der tschechischen Folklore sind ebenso zu hören wie Anklänge an Smetana, Janacek, Puccini und Richard Strauss. Aber man spürt auch Weinbergers Hang zur Operette ( als "Lehar einer neuen Zeit" wurde er bezeichnet) und in der kunstvoll-polyphonen "Höllenfuge" den Einfluss des Lehrers Max Reger.

Mit der Premiere am 24. März 2012 kehrte das Stück nach mehr als 60 Jahren an die Dresdner Semperoper zurück. Das Geschehen aus der Sicht des Regisseurs Axel Köhler:

"Die eigentliche Metapher des Stückes ist: ein frisch verheiratetes Paar hatte den Plan, ein gemeinsames Glück aufzubauen, was allerdings bedeutet hätte, ein im Mittelmaß (ohne dass es spießig ist) angesiedeltes Leben zu führen. Aber der Mann hat eine Begabung - das Dudelsackspielen! Und dann kommt ein gewisser Babinsky, der ihm sagt, ’Junge, Du hast eine Begabung und eine Verantwortung dieser Begabung gegenüber’. Und mit dem Stachel des Ehrgeizes behaftet, geht Švanda in die Welt und erkennt, was für eine Macht er über seine Musik ausüben kann. Die Kehrseite der Medaille: Er ist die ganze Mitte des Lebens von seiner Frau Dorotka getrennt, kommt - nachdem er in der Hölle war (auch so eine Metapher!), sehnsuchtsvoll nach Hause zurück, und es begegnen sich zwei Menschen, die nicht mehr dieselben wie vor 30 Jahren sind. Die Beiden leben ihr Alter gemeinsam, ohne die Mitte des Lebens erlebt zu haben. Und das ist neben allem Märchenhaften eine ganz tiefe Botschaft in dem Stück: Man kann nicht alles haben, man muss sich im Leben entscheiden!"


Semperoper Dresden
Aufzeichnung vom 24.3.12

Jaromir Weinberger
”Švanda, der Dudelsackpfeifer”
Oper in zwei Akten und fünf Szenen
Libretto: Milos Kares

Švanda – Christoph Pohl, Bariton
Dorotka – Marjorie Owens, Sopran
Babinský – Ladislav Elgr, Tenor
Königin – Tichina Vaughn, Mezzosopran
Magier – Tilman Rönnebeck, Bass
Teufel – Michael Eder, Bass
Erster Landsknecht, Richter, Der Höllenhauptmann –
Simeon Esper, Tenor
Scharfrichter, Famulus des Teufels – Timothy Oliver, Tenor
Zweiter Landsknecht – Ilhun Jung, Bariton
Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Sächsische Staatskapelle Dresden
Leitung: Constantin Trinks

nach dem 1. Akt ca. 20:40 Uhr Pause mit Nachrichten