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Interview / Archiv | Beitrag vom 07.08.2014

Ebola-EpidemieHände schütteln verboten

Schutzmaßnahmen in Sierra Leone

Farbige Elektronen-mikroskopische Darstellung der ultrastrukturellen Morphologie eines Ebola Virus Virion. (AFP PHOTO / CDC / Cynthia Goldsmith)
Das Ebola-Virus unter dem Elektronen-Mikroskop. (AFP PHOTO / CDC / Cynthia Goldsmith)

Am stärksten betroffen von der Ebola-Epidemie ist Sierra Leone: 700 Infizierte wurden dort gemeldet, 286 Menschen sind gestorben. Der Alltag im Land habe sich teils erheblich geändert, berichtet Jochen Monninger, Landesdirektor der Welthungerhilfe.

"Es ist so, dass das öffentliche Leben weitergeht. Märkte, Geschäfte haben noch offen", sagte er am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. Doch im Alltag begegneten sich die Menschen nur noch aus der Distanz: "Wir haben aufgehört, Hände zu geben", so Monninger. Der körperliche Kontakt sei "komplett eingestellt, Nightclubs und Restaurants sind tabu".

Ebola-Epizentren sind abgesperrt

In der Hauptstadt Freetown gebe es bislang nur sechs Infizierte, die sich in den Krankenhäusern befinden. Anders sehe es in den 300 Kilometer entfernten vorwiegend betroffenen Gebieten aus: "Man hat die Epizentren Kenema und Kailahun abgesperrt, das heißt, keiner kommt mehr in die Städte rein und raus", sagte Monninger.

Am Anfang hätten die Einheimischen jegliche Hilfe abgelehnt: "Die Leute haben nicht an das Virus geglaubt, sie haben das nicht ernst genommen, haben ihre Kranken aus den Krankenhäusern wieder rausgeholt." Seitdem vergangene Woche der bekannteste Arzt des Landes an dem Virus gestorben ist, sei allerdings "das Bewusstsein erheblich gestiegen".

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