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Fazit / Archiv | Beitrag vom 22.09.2010

"Eat Pray Love"

Eine überflüssige Geschichte aus der Welt der Reichen und Schönen

Von Jörg Taszman

Sie strahlt immer noch ihr bezauberndes Julia Roberts-Lächeln vor allem dann, wenn sie, wie so oft in diesem Film, dramaturgisch allein gelassen wird. Diesmal spielt Julia Roberts eine vom Leben und den Männern gelangweilte, kinderlose, amerikanische Karrierefrau, die sich in Italien, Indien und Bali selber finden möchte.

Dabei steht jedes dieser Länder nur für Brachialklischees. In Italien kocht man gut und findet sich selbst im Kreise der Großfamilie mit konservativer Mama und dem dazugehörigen Muttersöhnchen. In Indien wird rund um die Uhr meditiert entweder schweigsam oder sehr geschwätzig. An diesem Ort trifft die Amerikanerin dann auch auf einen Landsmann und bärtigen Aussteiger mit einem tiefen Familientrauma. Und Bali steht nur noch für das Treffen mit Hollywoods neuestem Spanier vom Dienst: Javier Bardem, der als männlicher "Love-Interest" besetzt wurde.

Als Parodie auf schlechtes Filmemachen oder eine Aneinanderreihung, überflüssiger Geschichten aus der Welt der Reichen und Schönen könnte "Eat Pray Love" ja vielleicht wenigstens für unfreiwillige Komik sorgen. Aber leider taugt dieser überlange, uninspirierte Hollywoodfilm, der einfach nur auf Nummer sicher gehen will, nicht einmal als Trash.


USA 2010, Regie: Ryan Murphy, Hauptdarstellerin: Julia Roberts, ohne Altersbeschränkung, 140 Minuten

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