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Nachspiel / Archiv | Beitrag vom 28.06.2015

DiscgolfDer Frisbee ist wie ein Golfball

Von Sabine Gerlach

Der Europameister im Disc-Golf, Simon Lizotte, präsentiert sich am 02.04.2013 mit seiner Ausrüstung auf dem Disc-Golf-Gelände im Weseruferpark von Bremen.  (picture alliance / dpa / Ingo Wagner)
Der Europameister im Disc-Golf 2012, Simon Lizotte, wirft einen pinken Frisbee in einen Korb. (picture alliance / dpa / Ingo Wagner)

Discgolf ist ein neuer Freizeit- und Vereinssport. Gespielt wird mit Frisbees - ähnlich wie beim Golf - auf einem Parcours mit mehreren Bahnen. Sabine Gerlach hat die "Hyzernauts" aus Potsdam bei ihrem sonntäglichen Training besucht.

Ein Frühlingstag im Volkspark Potsdam. In der Nähe vom Eingang steht ein kleines Grüppchen zusammen. Man kennt sich. Jeden Sonntag um 10.30 Uhr treffen sich hier die Discgolfer von den "Hyzernauts". Alle haben einen Rucksack oder eine Umhängetasche dabei. Darin befinden sich Frisbees in allen Regenbogenfarben:

"Zunächst mal muss man einfach sagen, dass Disc-Golf ganz ähnlich ist wie Ball-Golf. Im Prinzip fast gleich, nur dass wir eben kein Ball mit dem Schläger schlagen, sondern halt die Frisbee werfen und die Terminologie ist komplett gleich."

Phil Stadler, genannt Phil, hat den Parcours in Potsdam entworfen. Er besteht aus 14 Bahnen. Alle zwischen 70 und 120 Meter lang - jeweils mit dem Schwierigkeitsgrad Par Drei. Das heißt ein guter Spieler benötigt pro Bahn nicht mehr als drei Würfe. Die letzte Scheibe wird geputtet und landet im Idealfall direkt im Ziel. Das Ziel: Ein Metallkorb mit Fangketten. Bevor die "Hyzernauts" die Scheiben fliegen lassen, zahlt jeder einen Euro Turnierbeitrag. Dann werden Flights gebildet, Mannschaften.

Zwischen Bäume und Sträucher werfen

Jetzt geht es auf den Parcours. Vor dem 1. Wurf: das obligatorische Abklatschen. Die Regeln sind einfach: Ein Spieler nach dem anderen stellt sich auf den Abwurfpunkt und wirft sein Frisbee mit einer schwungvollen Drehbewegung in Richtung Korb:

"....und dann geht der, der am wenigsten weit gekommen ist, zu seiner Scheibe und wirft als Erstes... und so spielt man sich dann eben bis zu dem Fangkorb vor, bis alle eingeputtet haben und immer der, der am weitesten weg liegt, wirft zuerst."

Die ca. 70 Zentimeter hohen Metallkörbe am Ende einer Bahn, stehen nicht frei auf dem Gelände. Die Frisbees müssen über weite Strecken hinweg zwischen Bäumen und Sträuchern hindurch oder drum herum geworfen werden. Das erfordert Geschick und Können und die richtige Scheibe:

"Die Flugeigenschaften sind natürlich entscheidend, um dann so ne Bahn zu absolvieren, d h. man hat nicht nur weite Würfe, sondern eben auch starke Rechts - oder Linkskurven, ja, und dafür kann man dann die Scheiben mit den unterschiedlichen Geschwindigkeiten und anderen Reaktionsmomenten nehmen."

Profis haben etwa 20 Frisbees dabei

Profis, wie Phil Stadler haben rund 20 Frisbees dabei, Freizeitsportler wie Marie Wennemann und Angie Schatte brauchen nur zwei oder drei:

"Man krabbelt natürlich auch schon mal im Matsch und im Dickicht rum, aber es macht schon Spaß, ja. Also, wenn der Wind gut liegt und die Disc man gut mitnimmt, dann fliegt sie auch mal weiter, aber wir haben heute schon gelernt, das liegt an unserer schlechten Technik, dass sie nicht so weit fliegt. Ne, aber es macht trotzdem Spaß."

Discgolf ist ein geselliges Spiel, aber auch ein sehr individuelles. Man ist weder auf ein Team angewiesen, noch an Tages- oder Jahreszeiten gebunden. Der Parcours verändert sich ständig.

Nach der letzten Bahn werden die Ergebnisse zusammengerechnet, Philipp hat den 42´er - Parcours mit 40 Würfen absolviert. Turniersieger ist er trotzdem nicht. Gewonnen hat Phil, weil er sein Bahnergebnis am deutlichsten verbessern konnte. 

Mehr zum Thema:

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(Deutschlandfunk, Sport am Wochenende, 28.01.2012)

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