Freitag, 6. März 2015MEZ03:28 Uhr

Literatur

Französische RevolutionTugend, Terror, Traumfabriken
Johannes Willms , aufgenommen am 09.10.2014 auf der 66. Frankfurter Buchmesse in Frankfurt am Main (Hessen). (picture alliance / dpa-Zentralbild)

Ein deutsch-französisches Gespräch über Freiheit und Blut, über Tragödie und Farce, über Politik und Gedächtnisräume. Gäste sind der Historiker Johannes Willms, Autor des Buchs "Tugend und Terror", sowie die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy.Mehr

Abgründe der LiteraturLob der Angst
Stephen King zeigt bei einer Lesung in Hamburg sein Buch "Doctor Sleep"  (picture alliance / dpa / Maja Hitij)

Der moderne Horror hockt in den Rissen des Lebens. Er spielt sich nicht mehr − wie noch bei "Dracula" − in beruhigender Ferne ab, sondern im Alltag. Wir machen Ausflüge zu den Nachtseiten der Literatur mit Elfriede Jelinek, Georg Klein, Stephen King, Paul Auster und Doris Lessing.Mehr

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Literatur / Archiv | Beitrag vom 12.06.2012

Digitale Apokalypsen

Die neue literarische Lust am Weltuntergang

Von Ulrich Rüdenauer

Die schöne neue Internetwelt verwandelt sich in neueren Romanen in einen Albtraum. (Stock.XCHNG / Vince Varga)
Die schöne neue Internetwelt verwandelt sich in neueren Romanen in einen Albtraum. (Stock.XCHNG / Vince Varga)

Schöne neue Welt: Ein kleines Implantat verspricht seinem Träger Leistungsfähigkeit und einen unendlichen Erinnerungsspeicher. Doch die Überantwortung des eigenen Körpers an einen Zentralcomputer bedeutet auch den größtmöglichen Kontrollverlust. Die Menschheit begibt sich in die Hand eines mächtigen IT-Konzerns, den Benjamin Stein in seinem Roman "Replay" United Communications Corporation nennt – der aber genauso gut Apple oder Google heißen könnte.

"Replay" ist nur einer von vielen aktuellen Romanen, in denen bereits verfügbare technische Möglichkeiten einen kleinen Dreh weitergedacht werden – und in denen die Internet-Revolution zum Orwellschen Szenario wird.

In Florian Felix Weyhs "Toggle" verwandelt sich die Utopie einer digitalen Demokratie in einen Albtraum der Ungleichheit, und in Markus Stromiedels Thriller "Die Kuppel" werden alte und unliebsame Menschen mit Hilfe einer Simulations-Maschine in einen Parallelkosmos entsorgt.

Nicht nur auf dem Markt der Genreliteratur boomt die Dystopie. Auch die ernsthafte Belletristik setzt auf düstere Fiktionen. Wenn die Gegenwart zusehends unsicherer und in ihren Zukunftsentwürfen undurchschaubarer wird, kommt die Zeit für Schreckensvisionen.

Ulrich Rüdenauer spricht mit Autoren und Literaturwissenschaftlern über die neue Lust an der Dystopie.

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