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Literatur

Deutsche MythenTatort Wartburg
Die Wartburg Eisenach (Thüringen)

In fast zehn Jahrhunderten wechselvoller deutscher Geschichte war die Burg Zuflucht oder Bühne großer historischer Figuren. Trägt das symbolische Kapital bis heute?Mehr

Kehlmann-EffektDie Nachschreiber
Ein steinernes Engelchen ziert am 14.10.2008 einen Grabstein auf dem alten Südfriedhof in München

Tote zum Sprechen bringen: Schon Thomas Manns satirischer Goethe-Roman "Lotte in Weimar" weist auf ein Genre, das heute vermehrt wieder aufgegriffen wird. Was interessiert junge Autoren an längst verblichenen Geistesgrößen? Mehr

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Literatur / Archiv | Beitrag vom 12.06.2012

Digitale Apokalypsen

Die neue literarische Lust am Weltuntergang

Von Ulrich Rüdenauer

Die schöne neue Internetwelt verwandelt sich in neueren Romanen in einen Albtraum.
Die schöne neue Internetwelt verwandelt sich in neueren Romanen in einen Albtraum. (Stock.XCHNG / Vince Varga)

Schöne neue Welt: Ein kleines Implantat verspricht seinem Träger Leistungsfähigkeit und einen unendlichen Erinnerungsspeicher. Doch die Überantwortung des eigenen Körpers an einen Zentralcomputer bedeutet auch den größtmöglichen Kontrollverlust. Die Menschheit begibt sich in die Hand eines mächtigen IT-Konzerns, den Benjamin Stein in seinem Roman "Replay" United Communications Corporation nennt – der aber genauso gut Apple oder Google heißen könnte.

"Replay" ist nur einer von vielen aktuellen Romanen, in denen bereits verfügbare technische Möglichkeiten einen kleinen Dreh weitergedacht werden – und in denen die Internet-Revolution zum Orwellschen Szenario wird.

In Florian Felix Weyhs "Toggle" verwandelt sich die Utopie einer digitalen Demokratie in einen Albtraum der Ungleichheit, und in Markus Stromiedels Thriller "Die Kuppel" werden alte und unliebsame Menschen mit Hilfe einer Simulations-Maschine in einen Parallelkosmos entsorgt.

Nicht nur auf dem Markt der Genreliteratur boomt die Dystopie. Auch die ernsthafte Belletristik setzt auf düstere Fiktionen. Wenn die Gegenwart zusehends unsicherer und in ihren Zukunftsentwürfen undurchschaubarer wird, kommt die Zeit für Schreckensvisionen.

Ulrich Rüdenauer spricht mit Autoren und Literaturwissenschaftlern über die neue Lust an der Dystopie.

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