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Digitale Apokalypsen

Die neue literarische Lust am Weltuntergang

Von Ulrich Rüdenauer

Die schöne neue Internetwelt verwandelt sich in neueren Romanen in einen Albtraum.
Die schöne neue Internetwelt verwandelt sich in neueren Romanen in einen Albtraum. (Stock.XCHNG / Vince Varga)

Schöne neue Welt: Ein kleines Implantat verspricht seinem Träger Leistungsfähigkeit und einen unendlichen Erinnerungsspeicher. Doch die Überantwortung des eigenen Körpers an einen Zentralcomputer bedeutet auch den größtmöglichen Kontrollverlust. Die Menschheit begibt sich in die Hand eines mächtigen IT-Konzerns, den Benjamin Stein in seinem Roman "Replay" United Communications Corporation nennt – der aber genauso gut Apple oder Google heißen könnte.

"Replay" ist nur einer von vielen aktuellen Romanen, in denen bereits verfügbare technische Möglichkeiten einen kleinen Dreh weitergedacht werden – und in denen die Internet-Revolution zum Orwellschen Szenario wird.

In Florian Felix Weyhs "Toggle" verwandelt sich die Utopie einer digitalen Demokratie in einen Albtraum der Ungleichheit, und in Markus Stromiedels Thriller "Die Kuppel" werden alte und unliebsame Menschen mit Hilfe einer Simulations-Maschine in einen Parallelkosmos entsorgt.

Nicht nur auf dem Markt der Genreliteratur boomt die Dystopie. Auch die ernsthafte Belletristik setzt auf düstere Fiktionen. Wenn die Gegenwart zusehends unsicherer und in ihren Zukunftsentwürfen undurchschaubarer wird, kommt die Zeit für Schreckensvisionen.

Ulrich Rüdenauer spricht mit Autoren und Literaturwissenschaftlern über die neue Lust an der Dystopie.

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