Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Kompressor | Beitrag vom 04.11.2014

Diebstahl der Mauerkreuze"Humanistisches Geschwafel" auf Kosten der Flüchtlinge

Der Ästhetikprofesser Bazon Brock übt scharfe Kritik an Aktion des ZPS

Moderation: Christine Watty

Ästhetikprofesser Bazon Brock (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)
Der Ästhetikprofessor Bazon Brock ist empört über die Aktion des Zentrums für Politische Schönheit (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)

Bazon Brock gilt als einer der Väter der politischen Aktionskunst. Der Diebstahl der Mauerkreuze durch das Künstlerkollektiv Zentrum für Politische Schönheit erzürnt den Ästhetikprofessor allerdings schwer: "Dahinter steckt doch nichts als Klamauk".

Was die Künstler des Zentrums für Politische Schönheit (ZPS) veranstaltet hätten, sei naiv und ohne ausgearbeitetes politisches Programm, sagte Bazon Brock im Deutschlandradio Kultur. Aktionskunst sei dies mitnichten, denn bei dieser gehe nicht um Provokation, kritisierte der Ästhetikprofessor: "Es geht um Evokation, das heißt, Herausholen aus der Sache, was in ihr bisher verschwiegen wird. Das wird durch Provokation nur zugedeckt."

Dieses "humanistische Geschwafel, das nichts anderes ist als sich dicke zu tun auf Kosten der Leute, die darunter leiden", müsse aufhören, so Brock. Ebenso wie der Versuch, alles mit dem Hinweis, dass dies Kunst sei, zu kaschieren: "Das ist überhaupt keine Kunst - es hat nicht das Geringste damit zu tun, es ist nämlich völlig unüberlegt. Es ist einfach wild provozierend, ohne zu wissen, was man eigentlich durchsetzen will."

Insgesamt sei es eine "Schweinerei, dass auf dem Rücken von 48 Millionen Weltflüchtlingen ein paar Ästhetiker ihre Süppchen kochen", so Brock: "Die sollen verdammt noch mal sagen, was sie zu sagen haben zu 48 Millionen und nicht einen Klamauk inszenieren."

Mehr zum Thema:

Mauertote - Kritik an "Gedenkkultur durch Redeschablonen"
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 03.11.2014)

Fazit

Dokumentarfilm über Immobilienboom"Ein System der Gier"
Zahlreiche Baukrähne sind in Berlin zu sehen - vor allem bezahlbare neue Wohnungen werden gebraucht. (dpa / Jörg Carstensen)

"Muss ein Hartz-4-Empfänger am Potsdamer Platz wohnen?", fragt einer der Protagonisten im Dokumentarfilm "Die Stadt als Beute". Filmemacher Andreas Wilcke hat vier Jahre lang den Immobilienboom in Berlin beobachtet - und zeigt eindringlich, wie Wohnraum zur Ware verkommt.Mehr

Visual Lead AwardsMit Fotografien neue Erzählformen finden
Die Deichtorhallen präsentieren vom 27. August bis 30. Oktober 2016 alle Nominierten und Gewinner des Visual Lead Awards. (Tamara Göbel)

Auch in diesem Jahr werden in den Hamburger Deichtorhallen die Nominierten und Gewinner der Visual Lead Awards ausgestellt: Die besten Fotoreportagen, Anzeigen und Websites, die 2015 in Deutschland erschienen sind. Einige findet unsere Autorin herausragend. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur