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Thema / Archiv | Beitrag vom 21.03.2005

"Die Wut der Bilder"

Bernhard-Heisig-Retrospektive in Leipzig

Bundeskanzler Schröder und der Maler Bernhard Heisig neben dem Gemälde "Atelierbesuch (Bildnis Helmut Schmidt)" von 1986 (AP)
Bundeskanzler Schröder und der Maler Bernhard Heisig neben dem Gemälde "Atelierbesuch (Bildnis Helmut Schmidt)" von 1986 (AP)

Anlässlich seines 80. Geburtstages am 31. März widmet das Museum der Bildenden Künste Leipzig dem Maler Bernhard Heisig eine Retrospektive. Kein Geringerer als Bundeskanzler Schröder eröffnete die Ausstellung "Die Wut der Bilder". Der künstlerische Einfluss des Leipzigers reicht bis zu derzeit international gefeierten Malern wie Neo Rauch.

Bundeskanzler Schröder eröffnete die Ausstellung "Die Wut der Bilder" und sagte in seiner Rede: "Für die einen war und bleibt er bis heute der wichtigste Repräsentant der DDR-Kunst, für die anderen ist er einer der bedeutenden deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts. Ich bekenne mich zu letzterem."

Heisig, der gemeinsam mit den im letzten Jahr verstorbenen Malern Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer, der so genannten Leipziger Schule angehörte, blickt auf eine Biografie mit Brüchen zurück, die sich in seinen Bildern spiegelt. Darin setzt er sich mit dem Christentum, mit Galilei, der Pariser Kommune oder seinen Kriegserlebnissen auseinander.

1925 wurde er als Sohn des Malers Wolfgang Heisig in Breslau geboren. Er wurde in dessen Atelier ausgebildet und besuchte von 1940 bis 1942 die Kunstgewerbeschule in Breslau. Danach meldete er sich freiwillig zur Waffen-SS. Nach dem Krieg studierte er an der Fachschule für angewandte Kunst Leipzig und trat 1947 in die SED ein. 1954 folgte er einem Ruf an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Dort wurde er 1961 zum Professor ernannt und zum Rektor gewählt. Wegen "politischer Unzuverlässigkeit" wurde er 1964 abgesetzt. Nach Lehrtätigkeiten an der Hochschule, die er 1968 aus politischem Protest aufkündigte, wurde er von 1976 bis 1987 erneut der Rektor der Hochschule. Ab 1992 zog sich der Maler gemeinsam mit seiner Frau, der Malerin Gudrun Brüne, in ein brandenburgisches Dorf im Havelland zurück.

Zu seinen bekanntesten Werken, die auch in der Ausstellung zu sehen sind, gehören das fünfteilige Gemälde "Gestern und in unserer Zeit", "Pariser Kommune", "Atelierbesuch (Helmut Schmidt)" oder "Lenin".

Hortensia Völckers, Kulturstiftung des Bundes (Deutschlandradio)Hortensia Völckers, Kulturstiftung des Bundes (Deutschlandradio)Die Kulturstiftung des Bundes unterstützte die Schau. Deuschlandradio Kultur sprach mit der Direktorin der Kulturstiftung des Bundes Hortensia Völckers, die über Heisig sagt:

" Bernhard Heisig ist ein Maler, der sich mit einem gigantischen Werk und einem großen Engagement mit deutscher Geschichte auseinander gesetzt hat."

Das vollständige Gespräch hören Sie im Audio-on-Demand-Player.

Service:

Die Bernhard-Heisig-Retrospektive "Die Wut der Bilder" ist im Museum der Bildenden Künste Leipzig vom 20. März bis 29. Mai 2005 zu sehen. Sie wird anschließend in Düsseldorf vom 11. Juni bis 25. September 2005 und danach in Berlin vom 22. Oktober 2005 bis 31. Januar 2006 zu sehen sein.

Link:

Museum der Bildenden Künste Leipzig: "Berhard Heisig - Die Wut der Bilder"

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