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Die Vermessung des Selbst

Wie die Quantified-Self-Technologie aus Menschen Datenkörper macht

Von Christian Grasse

Der menschliche Körper wird vermessen.
Der menschliche Körper wird vermessen. (AP)

Medizinische Informationen waren lange Zeit nur Ärzten und Experten vorbehalten. Die so genannte Quantified-Self-Bewegung will nun das Wissen über unseren Körper und unsere Gesundheit demokratisieren - mithilfe neuer Technologien.

Es ist fast schon komisch. Ich weiß, wie viele Gigabyte Daten auf die Festplatte meines Computers passen. 500. Ich weiß auch wie viele Pferdestärken mein Auto auf die Straße bringt. 75. Und: Ich weiß sogar wie das Wetter morgen wird. Mäßiger Schneefall, 2 bis 3 Grad. (Ausschnitt Wetterbericht) Ich weiß so gut wie alles über die Welt, die mich umgibt. Aber wie es in mir drinnen aussieht, in meinem Körper, den ich jede Sekunde meines Lebens mit mir herumtrage, darüber weiß ich eigentlich … nichts. Ich kenne nicht einmal meine Blutgruppe.

Kennen Sie ihre? Vielleicht. Wie sieht es aber mit ihrem Blutzuckerwert aus oder ihrem Puls? Wie haben Sie sich am Abend des fünften Januars 2004 gefühlt und wie hat sich ihr Befinden seitdem verändert? Fühlt sich ihr neuer Job vielleicht stressig an? Wie wirkt sich ihr Alltag - was sie essen, wo sie sich aufhalten, wie oft sie sich bewegen - auf ihren Blutdruck aus, auf ihre Atmung, ihren Schlaf oder ihr allgemeines Glücksgefühl?

All das sind Fragen, die uns doch eigentlich im höchsten Maße interessieren. Das Merkwürdige ist: Wir produzieren all diese Daten. Unser Körper besteht gewissermaßen aus Daten. Wir haben allerdings nur ein vages Gefühl davon, verstehen können wir unseren Körper nur begrenzt. Zumindest nicht ohne Hilfsmittel. Die Qualified-Self-Bewegung will Abhilfe schaffen.

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