Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
 

Literatur / Archiv | Beitrag vom 04.12.2011

Die Teufel auf Samoa

Robert Louis Stevenson in der Südsee

Von Holger Teschke

Der Schriftsteller Robert Louis Stevenson auf einem Ölgemälde von Ernest Narjot. (AP Archiv)
Der Schriftsteller Robert Louis Stevenson auf einem Ölgemälde von Ernest Narjot. (AP Archiv)

15 Jahre reist der Schriftsteller Robert Louis Stevenson durch die halbe Welt, um am Ende endlich jenen Ort zu finden, an dem er hofft, in Ruhe und Gesundheit schreiben zu können: in Vailima auf Samoa. Doch dann bricht auf der Südsee-Insel ein Bürgerkrieg aus.

"Wir stecken mitten im Zeitalter des Finanzkapitals, während die Samoaner noch in einer Periode des Kommunismus leben. Deswegen können wir sie auch so schwer verstehen", schreibt Robert Louis Stevenson 1892 in "Eine Fußnote zur Geschichte". 15 Jahre lang ist Stevenson von Schottland über Frankreich, Nordamerika, Hawaii und durch die halbe Südsee gereist, um am Ende der Welt endlich jenen Ort zu finden, an dem er hofft, in Ruhe und Gesundheit schreiben zu können: in Vailima auf der Insel Samoa.

Im Januar 1893 wird sein Haus am Fuß des Mount Vaea fertig, im Februar versammelt er seine Familie aus San Francisco und Edinburgh um sich, im April erscheinen seine Inselgeschichten "Der Flaschenteufel", "Der Strand von Falésa" und "Die Insel der Stimmen". Stevenson will nun endlich wieder einen großen Roman schreiben, doch da bricht im Juni 1893 - von den Kolonialmächten USA, Großbritannien und Deutschland geschürt - ein Bürgerkrieg zwischen zwei verfeindeten Häuptlingen um die Nachfolge des Inselkönigs aus.

Das Südseeparadies wird zu einer Hölle aus Verrat, politischer Willkür und Massakern. Stevenson, der im Interesse der Samoaner vermittelt und sich damit bei allen drei Mächten unbeliebt gemacht hat, sieht eine Katastrophe heraufziehen, die weder Vernunft noch Diplomatie mehr verhindern können. Der Bürgerkrieg wird von den Kolonialmächten beendet, ohne dass die Probleme auf Samoa gelöst worden sind. Stevenson beschließt, nach Hawaii zu reisen, um dort seinen Roman zu schreiben. Es wird die letzte Reise seines Lebens. Tagebücher, Briefe und literarische Zitate Stevensons und auch bisher nicht übersetzte deutsche Quellen zur samoanischen Kolonialgeschichte geben Auskunft über den Kampf der Kulturen.

Manuskript als PDF oder im barrierefreien Textformat

Mehr bei deutschlandradio.de

Downloads:

Die Teufel auf Samoa (pdf)
Die Teufel auf Samoa (txt)

Literatur

Literaturzeitschriften Mit viel Liebe und wenig Geld
Die Schriftstellerin Sabine Scholl.  (imago)

Sie sind Versuchslabore, Salons, Schaukästen: Manchmal wächst sich morgen zum Buch aus, was heute noch in einer Literaturzeitschrift steht. Die Schriftstellerin Sabine Scholl und der Herausgeber Thomas Geiger präsentieren ihre Favoriten.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur