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26.04.2015, 12:30 Uhr Die Reportage
Unterwandert von rechts
Neonazis im thüringischen Koster Veßra
Von Ernst-Ludwig von Aster
Seit der Vertreibung des Bürgermeisters und dem Brand einer Flüchtlingsunterkunft gilt die Region um Tröglitz in Sachsen-Anhalt als Zuhause von Rechtradikalen. Aber was war eigentlich vorher? Ein Dorf oder eine Region werden nicht von einem auf den anderen Tag rechtsradikal. Dem Voraus geht oft eine gezielte Unterwanderung von rechts, gegen die niemand etwas unternimmt. Neonazis können sich ungestört ausbreiten, weil die einen vage Sympathien hegen, die anderen die Gefahr nicht erkennen und die schweigende Mehrheit oft nur froh ist, dass im Dorf mal wieder was los ist.
Ernst-Ludwig von Aster war in dem 300-Seelen-Ort Kloster Veßra in Thüringen, wo ein Rechtsextremer die Dorfkneipe übernommen hat. Seither gibt es einen "Deutschen Stammtisch",  "Holocaust -Leugner" Günther Deckert spricht zu ausgewählten Themen und rechtsradikale Bands wie "Lunikoff" spielen live und vor vollem Haus. Nun versucht die Gemeinde alles, um den unliebsamen Gastwirt wieder loszuwerden. Ein Vorkaufsrecht wurde im Nachhinein geltend gemacht, die Kneipe zum Kulturdenkmal erklärt. Dagegen hat der Besitzer Widerspruch eingelegt. Das Verfahren kann sich über Jahre hinziehen. Derweil wird im Goldenen Löwen weiter stramm rechts gefeiert.

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