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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 30.09.2009

"Die nackte Wahrheit"

Hans-Ulrich Pönack über eine Beziehungskomödie aus den USA

In seinem Film "Die nackte Wahrheit" erzählt Regisseur Robert Luketic die Geschichte der TV-Produzentin Abby, die sich endlich verlieben will - und dafür den Rat ihres Kollegen, dem Frauenheld Mike, in Anspruch nimmt.

USA 2009, Regie: Robert Luketic, Darsteller: Katherine Heigl, Gerard Butler, Cheryl Hines, Nathan Corddry, Bree Turner, ab 12 Jahren, 96 Minuten

Der 1973 in Sydney/Australien geborene Regisseur Robert Luketic arbeitet seit einigen Jahren in Hollywood und schuf dort einige ganz hübsche Unterhaltungsmovies wie "Natürlich blond" (2001, mit Reese Witherspoon); "Total verknallt in Ted Hamilton" (2004, mit Kate Bosworth) und "Das Schwieger-Monster" (2005, mit Jane Fonda und Jennifer Lopez). Zuletzt inszenierte er das Spieler-Drama "21" (2007, mit Kevin Spacey). Sein neuester Streich ist ein Beziehungsquatsch, eine Geschlechter-Komödie zum Schnellverbrauch, sozusagen filmisches Fast-Food. Ganz nett, aber auch ziemlich schnell wieder abgehakt.

Das gute alte Loriot-Motto steht einmal mehr Pate: Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen. Sie, Abby, die Blondine vom Dienst, präzise vom Fernseh-Dienst, denn Abby tritt als ehrgeizige TV-Produzentin einer Morgen-Show beim Frühstücksfernsehen (des Senders "A.M. Sacramento") auf. Sie muss gerade einen rapiden Quoteneinbruch verbuchen und kommt auch privat nicht in die Puschen. Denn wie auch im Beruf hätte sie es partnerschaftlich gerne kontrolliert, stets lösungsorientiert. So präsentiert sie sich unbewusst zickig-attraktiv. Und muss nun auch einen frisch eingestellten Sonderbeauftragten akzeptieren, Mike, den gutaussehenden Chauvi vom Dienst. Der deshalb erfolgreich rüberkommt, weil er immer genau das sagt, was er schlimmes über Mann und Frau denkt.

Locker-flockig erzählt er davon, dass sich Männer keineswegs zunächst für die wahren Gefühle einer Kennenlern-Frau interessieren, sondern nur für ihre feinen Äußerlichkeiten. Denn die sind sichtbar, alles andere bleibt doch zunächst verdeckt. Und so weiter und so fort. Natürlich, Mikes unverschämt rasante Auftritte als "Die nackte Wahrheit" lassen ihn im Handumdrehen zum Quotenkönig werden. Was sie natürlich nervt. Doch dann muss er ihr helfen. Denn in der Nachbarschaft ist Single-Arzt Colin aufgetaucht, ein Spitzentyp in Sachen Aussehen. Und Abby hat´s erwischt. Sie erduldet es sogar, dass Mike ihr erfolgreiche Ratschläge gibt, damit diesmal auch ja nichts schief läuft. Und siehe da…

Na ja, eine dieser hollywoodschen Charming-Komödien, die ganz gut, weil bisweilen witzig unterhalten. Mit ziemlich heftig-deftig frechen Pointen in Sprache und zweideutigen Gedanken, auf der emotionalen Linie mit einer Art cooler Hardcore-Romantik versehen, wo die kessen Verbal-Funken ganz ulkig sprühen. Erinnert ein bisschen an die einstigen Kabbeleien in den alten Doris Day und Rock Hudson-Banalitäten ("Ein Pyjama für Zwei"), also sie prüde, er frech. Was sich liebt, das neckt sich - und so was. Zudem wird hier eine neue, launige Variante à la "Harry & Sally"-Restaurant-Tisch-Meg Ryan-Orgi-Nummer gestartet. Sieht niedlich aus.

Die 30-jährige Blondine Katherine Heigl ("27 Dresses"; "Beim ersten Mal"), die 1994 in "Daddy Cool" die Tochter von Gerard Depardieu mimte, gibt die Karriere-Frau, die mit dem Kopf voll funktioniert, aber im Privaten eine komplette Katastrophenbraut ist, der 40-jährige Schotte Gerard Butler ("Lieber Frankie"; "Das Phantom der Oper"; "300") bedient - mit Dreitage-Bart-Dampf - den herzigen Schmutzfink, den charismatischen Proll, der natürlich seinen weichen Kern geschickt zu verbergen und temperamentvoll zu überspielen weiß. Man duelliert sich, punktet kräftig, und das unterhält durchweg ganz ordentlich. Ein bisschen was zum freundlichen Schauen; ein bisschen was zum fröhlichen Zu-Zweit-Abdampfen, ein bisschen was von Charming-Show, mit scharfer Würze und unverschämtem Zungenschlag. Okay für den Moment.

Filmhomepage: "Die nackte Wahrheit"

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