Seit 10:07 Uhr Lesart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 10:07 Uhr Lesart
 
 

Lange Nacht | Beitrag vom 04.03.2017

Die Lange Nacht über das Internat PfortaEin ungemeiner Drang nach Erkenntnis

Von Tobias Barth, Lorenz Hoffmann und Hartmut Schade

Die Landesschule Pforta, aufgenommen am 12.11.07 in Schulpforte (Burgenlandkreis).  (Sebastian Willnow)
Die Landesschule Pforta (Sebastian Willnow)

Silentium, Refektorium, Ludorium - wem diese Begriffe leicht über die Lippen gehen, ist "Portenser", Schüler in der Landesschule Pforta. Keine gewöhnliche Schule. Seit 1543 werden hier "würdige und bedürftige Knaben" in "Künsten und Sprachen unterweiset". Mädchen dürfen erst seit 1949 hier lernen.

Das Besondere: Von der 9. Klasse an können Mädchen und Jungen nach Pforta, lassen ihren alten Freundeskreis hinter sich und treffen auf andere lernbegeisterte Teens. Sie verbringen Tage und Nächte miteinander, was sie oft mehr prägt als der Schulunterricht.

Viermal wurde im 20. Jahrhundert fast die gesamte Lehrerschaft ausgetauscht. Wie konnte aus einem humanistischen Elitegymnasium eine "Nationalpolitische Erziehungsanstalt" (NAPOLA) werden, wie daraus eine Internatsschule mit Sonderstatus und Schülerselbstverwaltung zu DDR-Zeiten? Das Internat in der Nähe von Naumburg (Sachsen-Anhalt) beschreiben die Schüler heute als Zentrum kreativer Energie. Pfortas berühmtester Schüler, Friedrich Nietzsche, schreibt 1859 ins Tagebuch: "Mich hat jetzt ein ungemeiner Drang nach Erkenntnis ergriffen."

Ansicht von Schulpforta (Archiv und Bibliothek der Landsschule Pforta)Ansicht von Schulpforta (Archiv und Bibliothek der Landsschule Pforta)

1543 gründete der sächsische Kurfürst Moritz Pforta, damit es seinem Lande "an gelahrten Leute nicht mangle" und schuf damit einen Schultyp, der Kriege und Revolutionen, Monarchien und Diktaturen überdauerte. Kluge Köpfe brauchten sie alle, und an dem Selbstbewusstsein einer traditionsreichen Institution scheiterten viele modische Unterrichtsneuheiten.

Die Lange Nacht erzählt vom Internatsleben, von berühmten und weniger berühmten Schülern und Lehrern, spürt dem Geist Pfortas nach. Der sorgt bis heute dafür, dass Absolventen stolz in ihren Lebenslauf „al.port“ schreiben - Alumnus portensis.

Lange Nacht

Eine amerikanische NachtAmerican Dusk
US-Grenzfahnder fahren in einem Auto an Mauern und Befestigungen an der Grenze zu Mexiko entlang, bei Otay Mesa, Kalifornien, USA, am 14. Oktober 2010 (picture alliance / dpa / Mike Nelson)

American Dusk - im Zentrum dieses dreiteiligen Hörspiels stehen Erfahrungen von Grenzen - Erfahrungen der Staatsgrenze zwischen Mexiko und den USA, der Grenze zwischen Leben und Tod. Eine Wiederholung aus dem Jahr 1997 von ernüchternder Aktualität.Mehr

Eine Lange Nacht über Conrad SchnitzlerManchmal artet es in Musik aus
Intermedia-Künstler Conrad Schnitzler. (Photo © MaxJoy.org)

Zirpen, blubbern, flimmern: Es klingt mal nach Fabriksirene, mal nach einem ratternden Zug. Der Intermedia-Künstler Conrad Schnitzler mischt alle diese Geräusche zu neuer Musik. Als Handwerker ohne musikalische Ausbildung wird er ein wichtiger "Klangarbeiter" - und gilt als einer der Wegbereiter der elektronischen Musikszene der 70er-Jahre.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur