Seit 14:30 Uhr Vollbild
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 14:30 Uhr Vollbild
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 21.02.2012

"Die kleinen Dialekte verschwinden"

Germanist Ludwig Eichinger über den heutigen Unesco-Tag der Muttersprache

Die tapferen Weiber von Kronach im Frankenwald: Hier wird noch Dialekt gesprochen (Stadt Kronach)
Die tapferen Weiber von Kronach im Frankenwald: Hier wird noch Dialekt gesprochen (Stadt Kronach)

Der 21. Februar ist der "Internationale Tag der Muttersprache". Der Mannheimer Linguist Ludwig Eichinger meint, dass er daran erinnern sollte, verantwortlich mit Sprache umzugehen. Das Hochdeutsche verdränge mehr und mehr regionale Eigenarten.

Durch die Gewöhnung an das Standarddeutsch seien Besonderheiten im Wortschatz und Dialekte auf dem Rückzug, sagte der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim. Die sprachliche Regionalität werde großräumiger, die kleinen Dialekte würden allmählich verschwinden. Solche Veränderungen seien immer wieder vorgekommen: Schon in der Industrialisierung während des 19. Jahrhunderts seien ländliche Dialekte verloren gegangen, die mit bäuerlichen und handwerklichen Strukturen zusammenhingen. Der Zustrom von Menschen in die Städte habe damals ländliche Dialekte geschwächt und das Ruhrgebietsdeutsch oder Stadtsprachen wie das Berlinerische hervorgebracht.

Da nun heute fast jeder "irgendwie" mehr oder minder gut Standarddeutsch spreche, könne der Dialekt wieder als regionales Kennzeichen genutzt werden, sagte Eichinger.

Das vollständige Gespräch mit Ludwig Eichinger können Sie bis zum 21. Juli in unserem Audio-on-Demand-Angebot als MP3-Audio hören.

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsWoody Allens Amazon-Debüt erntet Verrisse
Woody Allen als Schriftsteller Sidney J. Munsinger in seiner Amazon-Serie "Crisis in Six Scenes". (Amazon Studios 2016)

Woody Allens Sitcom "Crisis in Six Scenes" sei die erste Fernsehserie "nur für Senioren", urteilt Verena Lueken in ihrem Verriss für die FAZ. "Vorwärtsschleichend im Bewegungstempo eines Gletschers. Voller Witze mit langem Anlauf, Witzen auch, in denen Hörgeräte, Ersatzhüften, schlechte Augen und Vergesslichkeit weiten Raum einnehmen." Mehr

weitere Beiträge

Fazit

"Comeback" an der Staatsoper BerlinMit nicht nachlassendem Sog
Plakat zum 1929/30 gedrehten Film "Der blaue Engel" mit Marlene Dietrich und Emil Jannings (dpa / picture alliance / Nestor Bachmann)

Oscar Strasnoy erzählt in "Comeback" an der Staatsoper Berlin die Geschichten der Schauspieler Tilla Durieux und Emil Jannings, deren beider Karrieren durch das Dritte Reich eingeschränkt wurden. Eine gelungene Inszenierung, die das Publikum mit lang anhaltendem Applaus belohnte. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur