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Fazit / Archiv | Beitrag vom 21.02.2012

"Die kleinen Dialekte verschwinden"

Germanist Ludwig Eichinger über den heutigen Unesco-Tag der Muttersprache

Die tapferen Weiber von Kronach im Frankenwald: Hier wird noch Dialekt gesprochen (Stadt Kronach)
Die tapferen Weiber von Kronach im Frankenwald: Hier wird noch Dialekt gesprochen (Stadt Kronach)

Der 21. Februar ist der "Internationale Tag der Muttersprache". Der Mannheimer Linguist Ludwig Eichinger meint, dass er daran erinnern sollte, verantwortlich mit Sprache umzugehen. Das Hochdeutsche verdränge mehr und mehr regionale Eigenarten.

Durch die Gewöhnung an das Standarddeutsch seien Besonderheiten im Wortschatz und Dialekte auf dem Rückzug, sagte der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim. Die sprachliche Regionalität werde großräumiger, die kleinen Dialekte würden allmählich verschwinden. Solche Veränderungen seien immer wieder vorgekommen: Schon in der Industrialisierung während des 19. Jahrhunderts seien ländliche Dialekte verloren gegangen, die mit bäuerlichen und handwerklichen Strukturen zusammenhingen. Der Zustrom von Menschen in die Städte habe damals ländliche Dialekte geschwächt und das Ruhrgebietsdeutsch oder Stadtsprachen wie das Berlinerische hervorgebracht.

Da nun heute fast jeder "irgendwie" mehr oder minder gut Standarddeutsch spreche, könne der Dialekt wieder als regionales Kennzeichen genutzt werden, sagte Eichinger.

Das vollständige Gespräch mit Ludwig Eichinger können Sie bis zum 21. Juli in unserem Audio-on-Demand-Angebot als MP3-Audio hören.

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