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Die doppelte Emanzipation

Über die neue Jungen- und Männerpolitik

Von Eva Hillebrand

Figuren von einem Vater mit Kind und einer Frau mit Kindern sind auf dem Gebäude des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin in der Glinkastraße aufgeklebt.
Figuren von einem Vater mit Kind und einer Frau mit Kindern sind auf dem Gebäude des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin in der Glinkastraße aufgeklebt. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

Männer stecken im Zwiespalt: Einerseits sollen sie noch den traditionellen starken Ernährer spielen, andererseits auch den verständnisvollen Zuhörer. Einige fordern inzwischen eine neue Gleichstellungspolitik, die auf die Belange von Frauen und Männern gleichermaßen eingeht.

Alter und neuer Mann gleichzeitig, kann das gelingen? Frauen üben den Spagat zwischen Beruf und Familie schon länger und pochen auf Unterstützung. Veränderungen im Rollenmodell des einen Geschlechts bleiben nicht ohne Einfluss auf das andere. Doch während Frauen im Zuge der Emanzipation ihren Teil an den männlich geprägten Sphären von Macht und Geld forderten und fordern, drängt die Emanzipation des Mannes in die umgekehrte Richtung: Es geht um die Befreiung von zweifelhaften Privilegien, von dem Druck des männlichen Überlegenheits- und Herrschaftsanspruches. Das ist Baustelle Nummer eins seiner doppelten Emanzipation.

Das Manuskript zum Herunterladen als PDF-Dokument und im barrierefreien Text-Format


Buchtipps:

Markus Theunert: "Was Jungen, Männer und Väter stark macht"
VS Verlag für Sozialwissenschaften (2012)

Robert Habeck: "Verwirrte Väter"
Gütersloher Verlagshaus (2008)


Links:
Politik und Zeitgeschichte: Mannsbilder
Männlichkeit im Wandel


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