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Thema / Archiv | Beitrag vom 30.01.2013

Die digitale Do-it-yourself-Avantgarde

Die Entstehungsgeschichte der Maker-Bewegung

Von Christiane Giesen

3D-Drucker könnten die Welt grundlegend verändern, meinen die "Maker". (dpa - Foto: Ulrich Dahl/Technische Universität Berlin)
3D-Drucker könnten die Welt grundlegend verändern, meinen die "Maker". (dpa - Foto: Ulrich Dahl/Technische Universität Berlin)

Die Protagonisten der "Maker"-Bewegung sprechen von einer industriellen Revolution. Mithilfe neuer Technologie könnten Konsumenten zu Produzenten werden und die Welt grundlegend verändern.

Die Makers - die selbstständigen Erfinder - sind in der digitalen Spezialistenwelt schon seit einigen Jahren ein Thema. Sie entstammen der Hackerszene. Einigen Vertretern dieser Software-Bastler reichte es irgendwann nicht mehr aus, sich nur mit Bits und Bytes zu beschäftigen. Sie wollten greifbare Dinge schaffen. Zum Beispiel einen 3D-Drucker. Der erste von einer digitalen Gemeinschaft sprich via Open-Source gebaute 3D-Drucker kam vor sechs Jahren auf den Markt.

Als Geburtsdatum der Maker-Bewegung wird aber oft das Jahr 2005 genannt. Da erschien erstmals das US-Magazin "Make". Das Zentralorgan der Heimwerkerszene im 21. Jahrhundert erscheint jedes Vierteljahr. Und: Seit fast sieben Jahren veranstaltet der Verlag sogenannte Maker-Faires - also Messen, auf denen Makers ihre Produkte ausstellen. Im vergangenen Jahr mit Besucherrekord: 120.000 Neugierige kamen in New York. Selbst in der ägyptischen Hauptstadt Kairo gibt es inzwischen solche Messen. Das ist erst der Anfang, meint der Kenner der Szene, der amerikanische Bestseller Autor Chris Anderson:

"Wir stehen vor einem ähnlichen Phänomen wie wir es vor 40 Jahren zu Beginn des PC-Zeitalters standen."

In seinem gerade auf Deutsch erschienen Buch "Makers" behauptet Anderson, das Potenzial der digitalen Do-it-yourself-Bewegung sei so groß, dass eine neue industrielle Revolution bevorstehe. Schon jetzt gibt es in den USA, Internetmarktplätze wie Etsy oder Quirky auf denen Makers ihre Produkte anbieten - von Schmuck bis zu elektronischen Teilen ist alles vertreten. Die Umsätze steigen von Jahr zu Jahr. Optimisten meinen, die Makers könnten sogar das Ende der Billigproduktion in asiatischen Ländern einleiten, weil die heimische Produktion der Do-it-yourself-Avantgarde nicht nur individualisierter, sondern auch billiger würde.

"Genau wie es eine Demokratisierung bei den Computern und dem Internet gesehen haben. Und wir wissen, was so eine Demokratisierung möglich macht und was für eine Wirtschaftsmacht letztendlich dahinter steckt. Und wenn jetzt Amateure in der Lage sind, ihre eigenen Hersteller zu werden, ihre eigenen Produzenten zu werden und eben auch physische Dinge herzustellen, dann übersteigt das wahrscheinlich die Möglichkeiten der digitalen Revolution noch um ein Vielfältiges."


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