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Fazit / Archiv | Beitrag vom 17.03.2014

Dialog mit Russland"Links und rechts die Türen offen halten"

Präsident des Goethe-Instituts ist gegen einen Kultur-Boykott

 Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts (picture alliance / dpa / Tim Brakemeier)
Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts (picture alliance / dpa / Tim Brakemeier)

Während die Politik erste Sanktionen gegen Russland beschlossen hat, betont der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, die Bedeutung eines kulturellen Dialogs: Die Arbeit mit Russland müsse nun verstärkt werden.

Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, hat sich klar gegen einen Boykott Russlands auf kulturellem Gebiet ausgesprochen. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, das Goethe-Institut werde ganz im Gegenteil versuchen, "links und rechts Türen offen zu halten".

Die Politik habe ein stark formalisiertes Vorgehen und richte sich nach Ritualen. Kultur könne hingegen eher Gespräche in Gang setzen und Klischees auflösen – das sei ihre Stärke. Deswegen sei ein Kultur-Boykott wegen der Krim-Krise falsch.

"Wir würden eher die Arbeit in Russland und in der Ukraine verstärken als sie einzustellen oder zu schwächen", sagte Lehmann.

Eine Frau demonstriert in Moskau für Frieden in der Ukraine (picture alliance / dpa / Maxim Shipenkov)Eine Frau demonstriert in Moskau für Frieden in der Ukraine (picture alliance / dpa / Maxim Shipenkov)

Auswirkungen auf die Arbeit des Instituts durch die beschlossenen Sanktionen gegen Russland gebe es derzeit noch nicht. Wenn es zu Einschränkungen der Arbeit in Russland komme, "muss man sehen, wie man sie verhandelt", sagte Lehmann: "Aber ich glaube nicht, dass es gut wäre für das Goethe-Institut, sich jetzt in Selbstzensur zu üben."

Dass zwei Sprachlernzentren auf der Krim bald auf russischem statt auf ukrainischem Staatsgebiet liegen könnten, ist für Lehmann "kein Thema". "Unsere Arbeit ist ja nicht auf Staaten bezogen. Unsere Arbeit ist auf Menschen bezogen", sagte er. Grenzüberschreitende Projekte des Instituts sollten dazu dienen, den Dialog der Menschen aufrechtzuerhalten, betonte er.

Mehr zum Thema:
17.03.2014 | AKTUELL
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