Seit 14:07 Uhr Kompressor
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 14:07 Uhr Kompressor
 
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 28. Januar 2016

ARD will Prämien an erfolgreiche Produktionen vergeben

Vergabe erfolgt nach Punktesystem für Nominierungen und Auszeichnungen

Die ARD will künftig Prämien für besonders erfolgreiche und innovative Fernsehproduktionen vergeben. Pro Jahr sollen dafür 3,2 Millionen Euro zur Verfügung stehen, wie die ARD bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Produzentenallianz in Berlin mitteilte. Bei der Vergabe sollen nach einem Punktesystem unter anderem Nominierungen und Auszeichnungen bei wichtigen TV-Preisen und Festivals berücksichtigt werden - etwa beim Grimme-Preis, Deutschen Fernsehpreis oder bei der Berlinale. "Wir wollen die ganze Breite der Genres fördern", sagte die ARD-Vorsitzende Karola Wille. Die Prämien sind zweckgebunden und sollen für die Entwicklung neuer TV-Projekte für die ARD verwendet werden. Das neue sogenannte Leistungsmodell gehört zu einem Eckpunkte-Papier, auf das sich die ARD jetzt mit der Produzentenallianz geeinigt hat. Die Produzentenallianz vertritt nach eigenen Angaben mehr als 230 Produktionsunternehmen aus den Bereichen TV-Entertainment, Animation, Dokumentation, Kinofilm, TV-Fiktion und Werbung.

Hamburger Kunsthalle stellt 15.000 Zeichnungen und Drucke online

Digitale Bild- und Objektdaten sind ohne Registrierung erreichbar

4.000 Zeichnungen alter Meister und 11.000 italienische Druckgrafiken aus dem Bestand der Hamburger Kunsthalle sind ab sofort online zugänglich. Sie stammen aus der Zeit von 1450 bis 1850 und werden im Internet wissenschaftlich vollständig erfasst, wie die Kunsthalle in Hamburg bekanntgab. Damit nehme man deutschlandweit eine Vorreiterrolle unter den Museen ein. Die digitalen Bild- und Objektdaten sind über die Website der Kunsthalle ohne Registrierung erreichbar. Bislang seien etwa Zeichnungen aus der italienischen, deutschen und niederländischen Schule nur in Büchern zugänglich gewesen, so die Initiatoren. Jetzt seien die Werke von Leonardo da Vinci, Raffael, Albrecht Dürer, Rembrandt und anderen erstmals komplett und in Farbe digital zugänglich. Die italienischen Druckgrafik sei größtenteils bisher nur in Expertenkreisen bekannt gewesen. Die Onlinestellung bedeute daher einen großen Gewinn für die Forschung.

Martin Scorsese will Rolls-Royce-Film drehen

Regie soll aber Asif Kapadia führen

US-Regisseur Martin Scorsese, der zuletzt "The Wolf of Wall Street" in die Kinos brachte, will jetzt die Geschichte der berühmten Automarke Rolly-Royce erzählen. Wie das US-Branchenblatt "Hollywood Reporter" berichtete, ist Scorsese als Produzent des Films "Silver Ghost" an Bord. Für die Regie des Films über die legendären Hersteller Charles Stewart Rolls und Frederick Henry Royce hat der Oscar-Preisträger den Briten Asif Kapadia gewonnen, der die Dokumentation "Amy" über den Aufstieg und Absturz der Sängerin Amy Winehouse drehte. Über die Besetzung der Filmrollen und den Drehbeginn wurde zunächst nichts bekannt. Hinter der britischen Automarke Rolls-Royce steckt die Geschichte von dem begüterten Aristokratensohn Rolls und dem Selfmademan Royce, die sich 1904 begegneten. Zwei Jahre später brachten sie ein silberfarben lackiertes Auto auf den Markt, das als der legendäre «Silver Ghost» bekanntwurde.

Ehrenbürgerwürde für Andrzej Wajda umstritten

Die Abstimmung im Danziger Stadtrat war von Parteienstreit geprägt

Andrzej Wajda ist der große alte Mann des polnischen Kinos. Die nordpolnische Hafenstadt Danzig, in der er Filme wie "Der Mann aus Eisen" und "Walesa" drehte, will ihm nun die Ehrenbürgerschaft verleihen. Die Abstimmung im Stadtrat war jedoch von Parteienstreit geprägt, berichtete der Rundfunksender Radio Gdansk. "Es ist höchste Zeit, ihm für sein Werk zu danken", sagte der liberalkonservative Bürgermeister Pawel Adamowicz vor der Abstimmung.
Danzig sei dem Oscar-Preisträger etwas schuldig. Die nationalkonservative Opposition hingegen blieb der Abstimmung aus Protest fern. Sie sah in der Ehrenbürgerwürde ein politisches Dankeschön für Wajdas Unterstützung für die Liberalkonservativen.

Intendantin der Komödie im Bayerischen Hof gestorben

Bönisch führte das Theater seit über 20 Jahren

Die langjährige Intendantin der Komödie im Bayerischen Hof, Margit Bönisch, ist tot. Die Chefin der Münchner Boulevardbühne starb am Mittwoch, zwei Tage vor ihrem 74. Geburtstag, in einem Krankenhaus. "Das ist ganz, ganz tragisch", sagte Thomas Pekny, der mit Bönisch das Theater leitete. Bönisch habe am Dienstag einen Schwächeanfall erlitten und sei daraufhin in ein Münchner Krankenhaus gebracht worden. Einen Tag später sei sie gestorben. Auch die Stadt trauert: "Der Tod von Margit Bönisch macht uns alle fassungslos und einfach nur traurig", sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter. Bönisch habe die Kulturstadt München jahrzehntelang mit geprägt und große Schauspieler und Regisseure an den Promenadeplatz geholt. Im Jahr 2011 zeichnete die Stadt Bönisch für ihre Verdienste mit der Medaille "München leuchtet - Den Freunden Münchens" in Silber aus. Bönisch führte das Theater seit der Spielzeit 1992/93.

Planlosigkeit beim Cervantes-Jahr

Spanische Schriftsteller beklagen fehlendes Programm für das Cervantes-Jahr 2016

Spanische Schriftsteller und Intellektuelle haben beklagt, dass die Madrider Regierung für das derzeitige "Cervantes-Jahr" bisher kein offizielles Programm vorgestellt habe. Der Schriftsteller Javier Marías klagte: "In den vergangenen vier Jahren haben wir eine ablehnende Haltung gegenüber der Welt der Kultur erlebt, die vergleichbar ist mit der Feindschaft, die es während der Franco-Diktatur (1939-1975) gegeben hatte." Spanien feiert 2016 ein "Cervantes-Jahr", weil sich am 22. April zum 400. Mal der Todestag des Schriftstellers Miguel de Cervantes, des Autors des "Don Quijote", jährt. Eine Kommission, die dazu im April 2015 eingerichtet worden war und dem Madrider Kulturministerium angegliedert ist, hat bisher noch kein detailliertes Programm vorgelegt.

Gericht weist erneut Gema-Klage gegen YouTube ab

Rechtsstreit ist dadurch aber nicht beigelegt

Der Musikrechteverwerter Gema hat im Streit mit der Online-Plattform YouTube erneut eine Schlappe vor Gericht erlitten. Das Oberlandesgericht München wies eine Schadenersatzklage ab. Der Vorsitzende Richter Rainer Zwirlein bestätigte damit am Donnerstag das Urteil des Münchner Landgerichtes aus dem vergangenen Jahr. Dass der jahrelange Rechtsstreit mit dem Urteil beigelegt ist, ist allerdings unwahrscheinlich. "Wir werden hier nur den Revisionsführer bestimmen", sagte Richter Zwirlein. Die nächste Station heißt voraussichtlich Bundesgerichtshof. "Sollte die Klagepartei auch dort kein Glück haben, gibt es noch die Möglichkeit der Verfassungsbeschwerde." Im Kern dreht sich der schon seit Jahren währende Streit um die Frage, ob YouTube ein Musikdienst ist und damit in der generellen Verantwortung für die dort eingestellten Inhalte steht oder nur eine Plattform für die Verbreitung von Inhalten seiner Nutzer bietet? Der Streitwert des Verfahrens ist auf 1,6 Millionen Euro festgesetzt.

Obama schaltet sich in Oscar-Diskussion ein

US-Präsident: Diskriminierungsdebatte ist Teil eines größeren Problems

US-Präsident Barack Obama hat sich in die Debatte über die Nominierung ausschließlich weißer Schauspieler für die Oscars eingeschaltet. " Die Diskussion darüber, ob schwarze Schauspieler bei der Nominierung diskriminiert werden, sei Teil eines "größeren Problems" in den USA, sagte Obama mehreren US-Fernsehsendern und fragte: "Stellen wir sicher, dass jeder eine faire Chance bekommt?" Die diesjährigen Oscar-Nominierungen haben für Empörung gesorgt, weil die Filmakademie keinen einzigen schwarzen Schauspieler und keine schwarze Schauspielerin berücksichtigte - obwohl mehrere zuvor zu den Favoriten gezählt worden waren. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences kündigte daraufhin Reformen an.

Hörbuchpreis für Rois, Eidinger und Moog

Preisverleihung findet im Rahmen des lit.COLOGNE statt

Der deutsche Hörbuchpreis geht in diesem Jahr an die Schauspieler Lars Eidinger und Sophie Rois. Rois wird bereits zum zweiten Mal als beste Interpretin geehrt: Sie überzeugte die Jury mit ihrer Lesung von Alina Bronskys Roman "Baba Dunjas letzte Liebe". Sie verleihe der Titelfigur mit allen stimmlichen Facetten und intensiver Gestaltungskunst eine frappierende Authentizität. Als bester Interpret wird Lars Eidinger ausgezeichnet, der sein erstes Hörbuch überhaupt eingelesen hat. In "Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur Üblen Sache" von David Foster Wallace schaffe es Eidinger meisterhaft, die "emotionale Achterbahnfahrt" des schwer depressiven Erzählers aus größter Nähe erlebbar zu machen, hieß es. Den Preis für das beste Hörspiel bekommen Regisseur Christoph Kalkowski und Komponist Raphael D. Thöne für "Wir". Die Preisvergabe findet zum Auftakt des Literaturfests lit.COLOGNE am 8. März im WDR-Funkhaus in Köln statt.

Friedenspreis-Verleihung an Adonis am 19. Februar

Diskussionsveranstaltung am Vorabend der Verleihung geplant

Die umstrittene Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises der Stadt Osnabrück an den syrisch-libanesischen Autor Ali Ahmad Said Esber (genannt: Adonis) soll am 19. Februar stattfinden. Die eigentlich für den 20. November geplante Übergabe war wenige Tage vorher nach heftiger Kritik an der Jury-Entscheidung zunächst ausgesetzt worden. Die vorgesehene Vergabe des Sonderpreises an die Bürgermeisterin der italienischen Insel Lampedusa, Giuseppina Maria Nicolini, fällt hingegen aus. Nicolini habe mitgeteilt, dass sie aufgrund der Vorwürfe gegen Adonis den Preis nicht annehmen werde, so die Stadt Osnabrück. Kritik an der Vergabe war unter anderem vom aktuellen Friedenspreisträger des deutschen Buchhandels, Navid Kermani, gekommen. Er warf Adonis vor, keine Distanzierung vom brutalen Vorgehen des syrischen Regimes gegen das eigene Volk erkennen zu lassen. Dagegen betonten die Verleiher, sie hätten keine Bedenken, dass "die Position von Adonis" preiswürdig sei. Über die Kritik soll jetzt auf einer Veranstaltung am Vorabend der Verleihung in Osnabrück diskutiert werden.

Ernst von Siemens Musikpreis für Per Nørgård

250.000 Euro Preisgeld für ein Komponistenleben im Dienst der Musik

Der Ernst von Siemens Musikpreis geht in diesem Jahr an den dänischen Komponisten Per Nørgård. Er bekommt die mit 250 000 Euro dotierte Auszeichnung für ein Leben im Dienste der Musik, wie die Ernst von Siemens Musikstiftung mitteilte. Der Preis zählt zu den weltweit wichtigsten Auszeichnungen in der klassischen Musik. "Per Nørgård ist einer der originellsten Komponisten des Nordens, dessen Werk doch weit über die skandinavischen Grenzen hinaus von einzigartiger Bedeutung ist", urteilte das Stiftungskuratorium. Das Lebenswerk des 1932 geborenen Dänen erstrecke sich über nahezu alle musikalischen Gattungen. Die Preisverleihung findet am 2. Mai im Münchner Prinzregententheater statt. Die Namen der jungen Komponisten, die mit dem Förderpreise ausgezeichnet werden, sollen Ende Februar bekanntgegeben werden.

Kulturnachrichten hören

Januar 2016
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur