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Miguel de UnamunoAus dem Tempel der Intelligenz
Der spanische Schriftsteller und Philosoph Miguel de Unamuno in einer zeitgenössischen Aufnahme. Zu den wichtigsten Werken des bedeutenden Repräsentanten der "Generation von 98" gehören "Das tragische Lebensgefühl" und "San Manuel der Gute". Miguel de Unamuno wurde am 29. September 1864 in Bilbao geboren und verstarb am 31. Dezember 1936 in Salamanca.

Miguel de Unamuno gehört zu den vielfältigsten Geistesgrößen Spaniens. Als Schriftsteller, Dichter und Philosoph nahm er teil an den wichtigen Debatten des 20. Jahrhunderts. Am 29. September 1864, heute vor 150 Jahren, wurde er in Bilbao geboren.Mehr

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Kalenderblatt / Archiv | Beitrag vom 13.09.2012

Der Wunderknabe von Hollywood

Vor 25 Jahren starb der amerikanische Filmregisseur Mervyn LeRoy

Von Marli Feldvoß

LeRoy machte viele sichere Hollywoodhits.
LeRoy machte viele sichere Hollywoodhits. (Stock.XCHNG / Pawel Zawistowski)

Mervyn LeRoy zählt zu den amerikanischen Studio-Regisseuren, die stets nah am Zahn der Zeit geblieben sind. Bekannt wurde er mit Gangsterfilmen wie "Little Caesar" und "I am a Fugitive from a Chain Gang". Am 13. September 1987 verstarb er.

Alle fanden den Song zu langsam, doch Mervyn LeRoy, damals Produzent bei MGM, bestand darauf, dass "Over the Rainbow" seinen Platz in der aufwendigen Technicolor-Produktion "Der Zauberer von Oz" behalten durfte. Und lag richtig. Er hatte schon die Besetzung mit Judy Garland gegen den populäreren Kinderstar Shirley Temple durchgesetzt. Der Film ist längst ein Klassiker, damals, 1939 allerdings, floppte er an der Kinokasse. LeRoy hängte daraufhin seinen Produzentenjob, mit dem er Organisationstalent und Gespür für Besetzungen unter Beweis gestellt hatte, an den Nagel und kehrte zur Regie zurück. Er war ein typischer Hollywoodregisseur, der sich dem jeweiligen Studiostil anzupassen wusste. Als "Wunderknabe" und Aushängeschild von Warner Brothers trug er erheblich zum liberalen Image der Firma bei, die sich mit dem starken sozialen Gewissen profilierte. LeRoy, der Neuling, war es, der 1930 die Romanverfilmung von "Little Caesar" vorschlug, selbst drehte und damit das Genre des Gangsterfilms aus der Taufe hob.

"Was der kann, kann ich schon lange und mehr, wenn es sein muss. Dazu hatte ich bis jetzt nur keine Chance. Wovor soll ich dabei Angst haben? Wenn mal was schief geht, schießt man sich den Weg frei. Gar keine langen Zicken. Nur raus mit der Kanone und drauf losgeballert. Hart und kaltblütig musst du sein, dann schaffst du's."

"Little Caesar" wurde ein großer Erfolg, obwohl er sich gegen das damalige Erfolgsrezept von Hollywood stemmte, mit leichter Unterhaltungsware die Depressionszeit hinwegzuzaubern.
Mervyn LeRoy in seiner Autobiografie "Take One":

"Ich glaubte fest daran, dass sie Geld dafür ausgeben würden, einen Film wie 'Little Caesar' zu sehen. Es war kein Eskapismus, sondern ein Spiegel der Wahrheit, ein Blick aufs Leben, wie es war. Es mochte sie aufrütteln, aber vielleicht brauchten sie das."

Al Capone diente als Vorbild für Caesar Enrico Bandello, genannt "Little Caesar". Das Massaker am Valentinstag ein Jahr zuvor in Chicago war unvergessen. Der Film übte harsche Kritik am amerikanischen Traum. Auf den Aufstieg folgte der Fall: ins Bodenlose.

"Das ist deine letzte Chance, Rico. Los, komm raus, sonst werden wir dich raustragen."

Zwei Jahre später landete LeRoy mit "I am a Fugitive from a Chain Gang" seinen zweiten Hit und erhielt drei Oscar-Nominierungen. Der Film stellte die Zustände beim Strafvollzug im amerikanischen Süden an den Pranger. "Scarface" von Howard Hawks oder "The Public Enemy" von William Wellman folgten diesem Beispiel.

Mervyn LeRoy wurde am 15. Oktober 1900 in San Francisco geboren und erlebte mit sechs Jahren das große Erdbeben, bei dem seine Familie alles verlor. Schon früh tingelte der geborene Überlebenskünstler als "The Singing Newsboy" durch die Vaudeville Theater von Amerika und Kanada. Über seinen Cousin Jesse Lasky kam er schließlich zum Film, stieg dort vom Hilfsarbeiter, Schauspieler, Gag-Schreiber zum Regisseur auf. LeRoy zählt zwar nicht wie Raoul Walsh, Howard Hawks, King Vidor, Michael Curtiz zur ersten Liga der Hollywoodregisseure, aber zu den erfolgreichsten. Er war in vielen Genres zu Hause, drehte Action- und Frauenfilme, Melodramen, Komödien, Musicals, glänzte in den 40er-Jahren mit Filmen wie "Johnny Eager" oder "Dreißig Sekunden über Tokio", und zuletzt - 1950 - mit dem Sandalenfilm "Quo Vadis?"

"Ist dies denn das Ende von Nero?"
"Ja, mein Herr."
"Erst Herr der Erde sein, dann mein eigener Henker!"
"Schnell!"

Mit dem letzten Auftritt Neros zitiert LeRoy noch einmal seinen Erstling "Little Caesar". In den 60ern wurde es stiller um den Regisseur. 1965 zog er sich ganz von der Regie zurück. Er haderte mit der neueren Entwicklung des Kinos, beschwerte sich über Sex und Gewalt, engagierte sich nur noch einmal 1968 für das John Wayne-Projekt "The Green Berets" - eine Freundschaftsgeste. Sein Anteil an der Regie blieb unerwähnt. Mervyn LeRoy starb am 13. September 1987 in Los Angeles.