Samstag, 28. März 2015MEZ23:17 Uhr

Kalenderblatt

Hitchcock in Hollywood"Rebecca" erobert die Leinwand
Laurence Olivier und Joan Fontaine in Hitchcocks "Rebecca". (imago / AD )

Er war einer der einflussreichsten Regisseure der Filmgeschichte: Alfred Hitchcock. Seine erste Hollywood-Produktion, die Literaturverfilmung "Rebecca", feierte am 27. März 1940 Premiere - und wurde mit zwei Oscars ausgezeichnet.Mehr

Clara ZetkinFür Frieden und Sozialismus gekämpft
Clara Zetkin an ihrem Schreibtisch, aufgenommen um 1930. Die am 5. Juli 1857 in Wiederau geborene und am 20. Juni 1933 in Archangelskoje bei Moskau verstorbene Politikerin schloss sich 1878 der Sozialdemokratie an, baute die Frauenbewegung auf und war von 1891-1917 Herausgeberin der Frauenzeitschrift "Die Gleichheit". 

Während in Europa der Krieg tobte, stellten sich einige wenige Sozialisten von Anfang an gegen den Ersten Weltkrieg. Dazu gehörten auch einige Frauen - vor 100 Jahren organisiert von der Frauenrechtlerin Clara Zetkin.Mehr

Demokratie25 Jahre freie Wahlen in Ungarn
Bundeskanzlerin Merkel wird in Budapest vom ungarischen Ministerpräsidenten Orban mit Handkuss begrüßt. (picture alliance / dpa / Tibor Illyes)

Nach mehr als vier Jahrzehnten kommunistischer Herrschaft fand am 25. März 1990 die erste freie, demokratische Wahl in Ungarn statt. Sie besiegelte das Ende der "Diktatur des Proletariats" und das Ende des Einparteiensystems in Ungarn.Mehr

weitere Beiträge

Kalenderblatt / Archiv | Beitrag vom 06.04.2009

Der Wettlauf zum Nordpol

Vor 100 Jahren erreicht Robert E. Peary als erster Mensch die Nähe des Nordpols

Von Mirko Smiljanic

Robert Edwin Peary behauptete, im Jahre 1909 den Nordpol erreicht zu haben. (AP)
Robert Edwin Peary behauptete, im Jahre 1909 den Nordpol erreicht zu haben. (AP)

Vor mehr als hundert Jahren versuchten Forscher und Abenteurer, als Erste den Nordpol zu erreichen. Wer diesen Wettlauf gewonnen hat, ist bis heute ungeklärt. Der amerikanische Polarforscher Robert Edwin Peary zählt zu den Kandidaten. Am 6. April 1909 meinte er, den Nordpol erreicht zu haben. Tatsächlich hat er den Punkt aber um etliche Kilometer verfehlt.

"Der letzte Marsch nach Norden endete am 6. April um zehn Uhr vormittags. Nach meiner Rechnung mussten wir in unmittelbarer Nachbarschaft des Ziels all meines Strebens sein. Wir nahmen die üblichen Anordnungen vor, um ein Lager zu beziehen; dann machte ich etwa am Mittag auf dem Meridian von Columbia die erste Beobachtung in unserem Lager am Pol. Sie ergab als unsere Lage 89° 57'."

So schrieb es Robert Edwin Peary in sein Tagebuch. Allerdings waren seine Berechnungen falsch. Seiner Meinung nach war er nur rund drei Kilometer vom Pol entfernt, tatsächlich müssen es aber wesentlich mehr gewesen sein. Sein Irrtum verwundert, denn Peary war ein erfahrener Polarforscher, der viel von den Eskimos gelernt hatte. Franz Tessensohn, Mitglied der "Deutschen Gesellschaft für Polarforschung" in Bremerhaven, fand vor wenigen Jahren die Reste von Pearys Basisstation Fort Conger.

"In dieser Basis kann man eben noch sehen, dass er den Eskimostil weitgehend angenommen hatte. Seine Vorgänger hatten Holzhäuser aufgestellt. Und er hat die Behausung für sich und seine Leute in den Boden eingegraben…"

…und damit Unterkünfte geschaffen, die weit besser Stürmen und eisigen Temperaturen trotzten.

Robert E. Peary - am 6. Mai 1856 in Pennsylvania geboren - entwickelte schon bald ein ausgeprägtes Interesse für die Polarforschung. Sein Ziel war es, als erster Mensch den Nordpol zu erreichen. Doch er hatte einen starken Konkurrenten. Frederick Cook, ebenfalls Amerikaner, versuchte dies über eine andere Route ebenfalls. Ein gnadenloser Wettkampf begann, den keiner von beiden gewonnen hat.

"Das Problem mit dem Pol ist, dass er auf einer schwimmenden Eisplatte liegt. Und diese Eisplatte bewegt sich. Die Schwierigkeit war in der damaligen Zeit eigentlich, genau festzustellen: Wo ist dieser Pol - und diese Feststellung eben so zu machen, dass es nachvollziehbar ist für andere."

Bereits nach Pearys Rückkehr kamen die ersten Zweifel auf. Auf den letzten 250 Kilometern etwa hatten ihn nur Helfer begleitetet, die seine Berechnungen nicht bestätigen konnten. Außerdem waren die Tagesetappen auf diesem Stück mit rund 60 Kilometern ungewöhnlich hoch. Lug und Betrug? Tricks und Täuschung? Peary schien der Verwirklichung seines Ziels alles andere unterzuordnen.

"Er war als Person sehr autoritär, manchmal auch zynisch. Er hatte, obwohl er in Amerika verheiratet war, eine Eskimofrau; er hatte auch Kinder - und hat also sehr gerne auch bei den Eskimos gelebt."

Was hat Peary getrieben? Nationales Ethos spielte damals eine große Rolle, Ruhm und Ehre, aber auch die Aussicht auf Wohlstand. Da ist es gut möglich, dass er die Messergebnisse ein wenig geschönt hat. Beweisen kann ihm das aber niemand. Unbestritten ist: Er hat zwar nicht den Nordpol erreicht, ist ihm aber so nahe gekommen wie vor ihm niemand.

"Nachdem ich die amerikanische Flagge im Eis aufgepflanzt hatte, sagte ich Henson, er solle die Eskimos veranlassen, dreimal donnernd 'Hoch' zu rufen. Und dies taten sie auch mit großer Begeisterung. Dann legte ich in eine Spalte zwischen die Eisblöcke eine Glasflasche nieder, die einen Querstreifen von meiner Flagge enthielt und eine Urkunde, auf der Folgendes stand: 90 Grad nördlicher Breite, Nordpol, den 6. April 1909. Kam hier heute an, 28 Tagesmärsche von Kap Columbia entfernt."

"Er ist dann zurückgekehrt und hat also zunächst in Amerika heftige Gefechte geführt, um zu verhindern, dass Cook, der eben auch Anspruch darauf erhoben hat, dort gewesen zu sein, dass das anerkannt wurde. Er hat sich dann selbst zurückgezogen in sein Haus auf einer Insel in Maine - und hat dort angefangen dann, seine Memoiren zu schreiben. Und er ist dann an Anämie gestorben."