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Lesart / Archiv | Beitrag vom 11.02.2016

Der SoziopodSoziologie und Gedöns als Podcast

Von Teresa Sickert

Der Soziopod von Patrick Breitenbach und Nils Köbel. (soziopod.de (Screenshot))
Der Soziopod von Patrick Breitenbach und Nils Köbel. (soziopod.de (Screenshot))

Sie sind das "Arte unter den Podcasts" - so hat ein Twitternutzer den "Soziopod" beschrieben. In ihrem Podcast wird der Dialog zwischen den Geisteswissenschaftlern Patrick Breitenbach und Dr. Nils Köbel zum Vehikel des Wissenstransfers – und liefert erhellende Einsichten.

Patrick Breitenbach und Nils Köbel, oder Doktor Köbel und Herr Breitenbach, wie sie sich im "Soziopod" nennen, podcasten über Soziologie, Philosophie und Gedöns. So beschreiben sie selbst den Inhalt ihres Podcasts "Soziopod".

Vor vier Jahren entstand die erste Folge. Damals ging es um Privatsphäre und die Frage "Was passiert, wenn alle alles über alle wissen?". Das Themenspektrum der aktuell 43 Folgen reicht von Fußball als Ausdruck nationaler Ekstase über Gewalt in Spielen bis zur Vegetarismusdebatte oder Männlichkeitsbildern in unserer Gesellschaft.

Die Qualität und Themenvielfalt der Gespräche von Breitenbach und Köbel ist beeindruckend - und kommt nicht von ungefähr. Nils Köbel forscht und publiziert im Bereich der Identitäts- und Biografieforschung, Religions- und Moralpädagogik, sowie der pädagogischen Methodenlehre.

Und Patrick Breitenbach arbeitet ebenfalls als Dozent und Berater für Themen rund um Social Media und digitale Kultur. Er ist fast so etwas wie der "Internetbeauftragte" des Soziopod. Viel Fachwissen also, das die beiden im Zwiegespräch da thematisieren können.

Manchen Thema geben sie sich bis zu zwei Stunden hin. Und trotzdem ist Soziopod weit entfernt davon, ein "Laberpodcast" zu sein.

"Man kann’s nicht immer nebenbei laufen lassen."

Fundiert, tiefgründig, erhellend und anspruchsvoll

Die Gespräche über gesellschaftsrelevante Themen sind immer wissenschaftlich fundiert, tiefgründig, erhellend und anspruchsvoll. Man stellt sich vor, ein Hochschulseminar bei den Dozenten Köbel und Breitenbach könnte ähnlich klingen. Nur, dass die Rollen zwischen Lehrendem und Studierendem mehrfach innerhalb einer Episode wechseln. Breitenbach und Köbel sind gleichberechtigte, philosophische Sparringspartner.

Dabei ist der Dialog der beiden Podcaster zugleich das Vehikel zum Wissenstransfer zum Hörer. Fast so, als folge man ihren lauten Gedankengängen.

Dabei ist es schwer, das Zuhören zu unterbrechen und es zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzunehmen. Für den Soziopod braucht man Zeit und einen freien Kopf. Beides nimmt man sich gerne - bis zum Ende.

2013 wurde der Soziopod mit einem Grimme Online Award in der Kategorie "Wissen und Bildung" ausgezeichnet. Im darauffolgenden Jahr gab es nur wenige neue Folgen. Die Hörerzahlen gingen runter. Seit 2015 ist der Soziopod wieder in Bestform und politisch wie nie zuvor. Die neuen Folgen, werden so häufig wie keine andere zuvor bei Twitter und Facebook geteilt.

Soziopod als Bühnenshow

2015 gab es den Soziopod auch zum ersten Mal als Bühnenshow. In Zeiten von Terror und Misstrauen suchen Köbel und Breitenbach den direkten Dialog mit dem Publikum. Die Live-Auftritte vor Publikum finden als aufzeichnete Podcasts den Weg zurück ins Netz.

Soziopod ist mehr als nur ein Podcast, es ist ein Projekt sozialen Engagements. Soziopod macht - um es mit Immanuel Kant zu sagen – "Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen".

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