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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 09.03.2011

"Der Plan"

"Hasch mich"-Show mit wenig spannenden Impulsen

Gesehen von Hans-Ulrich Pönack

"Der Plan" von George Nolfi nimmt ein altes Thema auf: Sind wir Menschen tatsächlich "Selbstentscheider" oder "hängen" wir nicht doch als "Marionetten" an den Strippen einer höheren Macht - ob die nun Gott oder sonst wie heißen mag? "Jenem höheren Wesen, das wir verehren", hat es mal Heinrich Böll spöttisch sagen lassen und bei Rainer Werner Fassbinder wurde es 1973 in der fantastischen Science-Fiction-Fabel "Welt am Draht" schon "realistischer"; dort "existieren" Menschen in einem virtuellen Kosmos als austauschbare "Simulationseinheit".

"Der Plan", Originaltitel "The Adjustment Bureau", basiert auf Motiven einer 1954-er Kurzgeschichte ("Adjustement Team") des inzwischen "viel benutzten" amerikanischen Science-Fiction-Schriftstellers Philip K. Dick. Im Mittelpunkt steht der aufstrebende Jungpolitiker David Norris (Matt Damon). Er hat es so gut wie geschafft, in den US-Senat einzuziehen, als es kurz vor Toresschluss dann doch nicht klappt. "Beauftragte" aus einem "Adjustment Büro", also von einem "Anpassungsbüro", melden sich bei ihm und teilen ihm mit, dass die Zeit für ihn noch nicht "gekommen" sei, dass man "viel Größeres" mit ihm vorhabe.

Wer sind diese Anzugträger mit Hut? "Engel"? Diese Formulierung wird zwar nicht bestätigt, aber auch nicht sonderlich zurückgewiesen. Eines aber wird erklärt: Alles Dasein hängt vom Wohl und Tun des "Vorsitzenden" ab. Er besitzt alle Lenkungs- und Entscheidungsmacht über die Menschheit. David Morris begreift bald, dass da "was dran ist". Und: Er bekommt einen "Aufpasser" an seine Seite gestellt, kann ihm allerdings zunächst entkommen, weil er noch immer daran interessiert ist, über seine Existenz selbst und eigenständig zu befinden.

Sein dringender Anlass: die schöne Elise (Emily Blunt). Eine ganz und gar unkonventionelle junge Frau, in die er sich verliebt hat. Was aber auch wiederum gar nicht in das "Konzept" des Vorsitzenden passt. Folglich wird vergebens versucht, ihn "umzupolen". Noch kann David die geheimnisvollen Männer austricksen, aber dann wird die Jagd auf ihn eröffnet.

Eine Art Thriller-Romantik, das soll "Der Plan" sein - mit religiösem Spannungstouch, "zwischen den Welten" philosophisch wie handfest argumentierend, agierend. Und das Paar? Der gute Matt Damon (gerade auch in "True Grit" als kecker Texas-Ranger im Kino) ist einmal mehr ein kräftiger Läufer-Solist, Jason Bourne winkt von Weitem, vermag aber dieser "Hasch mich"-Show wenig wirklich spannende, reizvolle Impulse zu vermitteln, während die Britin Emily Blunt als talentierte Hippie-Tänzerin mit glänzenden Karriereaussichten ziemlich "gräuig" wirkt.

Nein, wer wirklichen, also intelligenten Themen-Spaß haben will, sollte sich lieber für das heimische Kino die legendäre ARD-Verfilmung von Bölls "Doktor Murkes gesammeltes Schweigen" aus dem Jahr 1963 besorgen, mit Dieter Hildebrandt in der Hauptrolle. Eine Spitzensatire, die auch heute immer noch prächtiger und lustiger funkt als dieser letztlich flaue, trübe Fiction-Mix aus Hollywood.

USA 2010; Originaltitel: "The Adjustment Bureau"; Regie: George Nolfi; Darsteller: Matt Damon, Emily Blunt, Anthony Mackie, John Slattery, Michael Kelly, Terence Stamp, Daniel Dae Kim, Lauren Hodges, Shane McRae; FSK: ab 12 Jahren; Länge: 109 Minuten

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