Seit 06:40 Uhr Aus den Feuilletons
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 06:40 Uhr Aus den Feuilletons
 
 

Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 24.11.2008

Der Kampf gegen das Böse

Kriminalpolitik und Populismus

Von Heiner Dahl

Jugendstrafanstalt Berlin (AP)
Jugendstrafanstalt Berlin (AP)

Die Kriminalpolitik rüstet auf. "Zero tolerance" ist mehr als nur ein Schlagwort für eine angeblich erfolgreiche Strategie. Bei dem derzeitigen Umgang mit Kriminalität fällt auf, dass verstärkt ethisch-moralische (Ab-)Wertungen gegenüber tatsächlichen, vermuteten oder besonders fokussierten Straffälligen in den Vordergrund rücken.

Vermehrt tauchen politische Ideen, Vorschläge und auch sprachliche Gewohnheiten auf, mit denen Straffällige als schlecht und böse, bzw. moralisch minderwertig ausgewiesen werden. Und wer so ist, soll weniger mit Verständnis und mehr mit Gefängnis und Härte rechnen. Diese Art Kriminalitätsbekämpfung ist auf den ersten Blick bestechend einleuchtend und effektiv. Sie verschafft dem Bösen im Zweifel ein Zuhause: hinter Gittern geschlossener Anstalten. Das besänftigt die Ängste der Opfer und die Empörungen der Öffentlichkeit - und bringt auch Wählerstimmen.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat

Links:
Deutscher Präventionstag
Wissenschaftliche Arbeit zur Kriminalpolitik
Die Kriminalpolitik der Spätmoderne


Bitte schicken Sie Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik und Ihr Lob an unsere E-Mail-Adresse: zeitfragen@dradio.de

Zeitfragen

Bienensterben Milbe verbreitet tödliches Virus
Die Imkerin Erika Mayr hält mit Schutzhelm Bienenwaben hoch (Deutschlandradio / Gerhard Richter)

Das massive Sterben unter Bienen hat Forscher jahrelang vor Rätsel gestellt - bis eine Milbe als Hauptschuldige identifiziert wurde. Rasend schnell verbreitet sich der zerstörerische Parasit unter Bienen. Aber Wissenschaftler züchten Varroa-Resistente Exemplare. Mehr

AppellFür mehr Vernunft in "postfaktischen" Zeiten
Johano Strasser, ehemaliger Chef des deutschen PEN (picture alliance/dpa/Uwe Zucchi)

Wir leben – so heißt es neuerdings – in "postfaktischen" Zeiten. Aber was bedeutet das eigentlich: Irrationalität und Unvernunft als politische Alternative? Für den Schriftsteller Johano Strasser ist das ein schwer erträglicher Zustand.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur