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Kulturpresseschau

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Fazit

AusstellungEin Minimalist schaut auf sich selbst
Der Künstler Imi Knoebel 2014 vor seinen Werken "Aliaaa" (l, 2002) und "Ich Nicht X" (2006) in der Ausstellung "Imi Knoebel. Werke 1966-2014" im Kunstmuseum in Wolfsburg.

Der Beuys-Schüler Imi Knoebel gehört zu den wichtigsten Vertretern der Minimal Art in Deutschland. Zum 75. Geburtstag des Künstlers zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg eine umfassende Werkschau, inszeniert von Imi Knoebel selbst. Mehr

TheaterDas ist der Mensch!
Die "Woyzeck"-Inszenierung am Münchner Volkstheater ist ein Wagnis.

Schon unzählige Male kam Büchners Woyzeck auf die Bühne. Am Münchner Volkstheater hat der Regisseur Abdullah Kenan Karaca den Stoff völlig neu zusammengesetzt. Die kühne Inszenierung folgt der Frage: Was ist der Mensch?Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 31.07.2012

Der Herr der Kanalisation

Denkmalpflegerin Gabriele Dolff-Bonekämper über den Stadtplaner James Hobrecht

Gabriele Dolff-Bonekämper im Gespräch mit Anke Schaefer

1873 geht der Auftrag für die Berliner Kanalisation an James Hobrecht.
1873 geht der Auftrag für die Berliner Kanalisation an James Hobrecht. (Eva Koncalová, Zipp - deutsch-tschechische Kulturprojekte)

James Hobrecht wurde in der der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit einem Bebauungsplan für Berlin beauftragt. Ihm hat die Hauptstadt unter anderem ihr verzweigtes Kanalnetz zu verdanken. Gabriele Dolff-Bonekämper, Stadtplanerin an der TU Berlin, würdigt Hobrechts Plan, der vor 150 Jahren in Kraft trat.

Anke Schaefer: Was war denn das große Verdienst von James Hobrecht? War es zunächst einmal wirklich, dass er die Kanalisation geplant hat und damit die Cholera eingedämmt werden konnte?

Gabriele Dolff-Bonekämper: Nein, nein. Man muss die Ereignisse in der Reihenfolge sich denken. Die letzte Berliner Cholera ist 1831, der ist zum Beispiel Hegel zum Opfer gefallen und viele andere. Das war die schlimme, große und die letzte, große Choleraepidemie in Berlin und seit dem hat sich im Stadtrat die Debatte um die Entwässerung der Stadt immer und immer weiter gezogen, und alle Projekte, die damals entwickelt wurden, erst in den 40er-Jahren und dann in den 50er-Jahren, haben nicht gefruchtet, weil der Stadtrat das Geld nicht ausgeben wollte für eine Schwemmkanalisation.

Es gab auch zwei verschiedene Konzepte dann, die in den 50er-Jahren auch schon diskutiert wurden, nämlich das Abwasser in die Spree zu leiten, so wie das im alten Rom schon war, oder das andere Konzept, mit einem Radialsystem die Abwässer aus der Stadt hinauszupumpen - das sind zwei parallel laufende Ereignisse oder sagen wir Entwicklungen: Die Erweiterung der Stadt und die Planung der Kanalisation, die haben auch viel miteinander zu tun, gehen aber zu unterschiedlichen Zeiten eigentlich in den wirklichen Auftrag. Der Auftrag für die Kanalisation geht an Hobrecht erst 1873, also elf Jahre nach dem Erweiterungsplan.

Man kann aber behaupten und das wird auch von der Forschung längst so gesehen, dass der Erweiterungsplan, der rund um die Stadt zu einem großen Ring, die neuen Bebauungsgebiete erschließt, dass der schon so strukturiert ist, dass man da dann die Kanalisation bauen kann.


Das vollständige Gespräch mit Gabriele Dolff-Bonekämper können Sie mindestens bis zum 31.12.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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Startschuss für die Ära der Mietskasernen
Aufbruch an neuen Ufern