Dienstag, 25. November 2014MEZ23:04 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den Feuilletons"Es gibt keine Sammlung Gurlitt"
Christoph Schäublin, Stiftungsratspräsident des Kunstmuseums Bern, am 24.11.2014 in Berlin bei der Pressekonferenz zur Unterzeichnung der Vereinbarung zum Nachlass des Kunstbesitzers Cornelius Gurlitt.

Wenn "SZ" und "FAZ" dieselbe Überschrift haben, dann muss es schon ein besonderes Thema sein: die Pressekonferenz des Berner Museums zu Gurlitt. Nicht einer Meinung sind die Zeitungen allerdings bei der Deutung der Situation.Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Gurlitt-NachlassSchwieriges Erbe
Das Kunstmuseum in Bern von außen.

Die Sammlung von Kunsthändler-Sohn Cornelius Gurlitt geht an das Kunstmuseum Bern - mit Ausnahme der Werke, die unter Raubkunst-Verdacht stehen. So weit, so gut. Was aber passiert mit der "entarteten Kunst"?, fragt Claudia Wheeler.Mehr

KinoEine Freundschaft im Krieg
Der Dokumentarfilm "The Green Prince" des israelischen Regisseurs Nadav Schirman

Der eine ist Palästinenser und Sohn eines Hamas-Führers. Der andere Israeli und Geheimdienstler. Eigentlich müssten sie Feinde sein, aber sie werden Freunde. In "The Green Prince" erzählt Dokumentarfilmer Nadav Schirman ihre Geschichte. Mehr

SerbienMissbraucht, gefälscht, verschwiegen
Ein Museum in Sarajevo erinnert an das Attentat vom 28. Juni 1914, das zum Ersten Weltkrieg führte: Der Mörder Gavrilo Princip (links) und sein Opfer, der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand.

Der Umgang ihres Heimatlandes mit der eigenen Geschichte lässt zu wünschen übrig, findet die serbische Historikerin Dubrovka Stojanovic. Sie fordert eine neue Erinnerungskultur und ist damit nicht allein.Mehr

weitere Beiträge

Fazit / Archiv | Beitrag vom 31.07.2012

Der Herr der Kanalisation

Denkmalpflegerin Gabriele Dolff-Bonekämper über den Stadtplaner James Hobrecht

Gabriele Dolff-Bonekämper im Gespräch mit Anke Schaefer

1873 geht der Auftrag für die Berliner Kanalisation an James Hobrecht.
1873 geht der Auftrag für die Berliner Kanalisation an James Hobrecht. (Eva Koncalová, Zipp - deutsch-tschechische Kulturprojekte)

James Hobrecht wurde in der der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit einem Bebauungsplan für Berlin beauftragt. Ihm hat die Hauptstadt unter anderem ihr verzweigtes Kanalnetz zu verdanken. Gabriele Dolff-Bonekämper, Stadtplanerin an der TU Berlin, würdigt Hobrechts Plan, der vor 150 Jahren in Kraft trat.

Anke Schaefer: Was war denn das große Verdienst von James Hobrecht? War es zunächst einmal wirklich, dass er die Kanalisation geplant hat und damit die Cholera eingedämmt werden konnte?

Gabriele Dolff-Bonekämper: Nein, nein. Man muss die Ereignisse in der Reihenfolge sich denken. Die letzte Berliner Cholera ist 1831, der ist zum Beispiel Hegel zum Opfer gefallen und viele andere. Das war die schlimme, große und die letzte, große Choleraepidemie in Berlin und seit dem hat sich im Stadtrat die Debatte um die Entwässerung der Stadt immer und immer weiter gezogen, und alle Projekte, die damals entwickelt wurden, erst in den 40er-Jahren und dann in den 50er-Jahren, haben nicht gefruchtet, weil der Stadtrat das Geld nicht ausgeben wollte für eine Schwemmkanalisation.

Es gab auch zwei verschiedene Konzepte dann, die in den 50er-Jahren auch schon diskutiert wurden, nämlich das Abwasser in die Spree zu leiten, so wie das im alten Rom schon war, oder das andere Konzept, mit einem Radialsystem die Abwässer aus der Stadt hinauszupumpen - das sind zwei parallel laufende Ereignisse oder sagen wir Entwicklungen: Die Erweiterung der Stadt und die Planung der Kanalisation, die haben auch viel miteinander zu tun, gehen aber zu unterschiedlichen Zeiten eigentlich in den wirklichen Auftrag. Der Auftrag für die Kanalisation geht an Hobrecht erst 1873, also elf Jahre nach dem Erweiterungsplan.

Man kann aber behaupten und das wird auch von der Forschung längst so gesehen, dass der Erweiterungsplan, der rund um die Stadt zu einem großen Ring, die neuen Bebauungsgebiete erschließt, dass der schon so strukturiert ist, dass man da dann die Kanalisation bauen kann.


Das vollständige Gespräch mit Gabriele Dolff-Bonekämper können Sie mindestens bis zum 31.12.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Startschuss für die Ära der Mietskasernen
Aufbruch an neuen Ufern