Seit 09:07 Uhr Im Gespräch
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 09:07 Uhr Im Gespräch
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 16.11.2011

"Der Fall Chodorkowski"

Film-Doku über Putins Russland von Cyril Tuschi

Von Jörg Taszman

Der russische Milliardär Michail Chodorkowski ist seit 8 Jahren in Haft. (picture alliance / dpa)
Der russische Milliardär Michail Chodorkowski ist seit 8 Jahren in Haft. (picture alliance / dpa)

Cyril Tuschi zeigt in "Der Fall Chodorkowski" das autoritäre Russland Wladimir Putins am spektakulären Schicksal des Ex-Oligarchen. Dem deutschen Filmemacher gelang ein komplexes und widersprüchliches Porträt des Machtmenschen Chodorkowski.

Er war einer der mächtigsten Oligarchen Russlands, Milliardär und sitzt nach zwei Schauprozessen seit 8 Jahren in russischen Gefängnissen und Arbeitslagern. Im Westen als Dissident verklärt, in Russland verachtet und vor allem vergessen, rückt der Dokumentarfilm geschickt den Aufstieg und spektakulären Fall eines ehemaligen Wunderkindes des postsowjetischen Brutalo-Kapitalismus in den Vordergrund.

Dabei hat der deutsche Filmemacher mit entfernten, russischen Wurzeln nicht nur mit Freunden, Familienmitgliedern und Geschäftskollegen von Chodorkowski gesprochen, sondern auch mit einst mächtigen Politikern wie Anatoli Tschubais, der jedes Gespräch verweigert oder Joschka Fischer, der sich als zynischer Realo präsentiert.

Trotz gewisser Schwächen und gelegentlicher Gutmütigkeit im Bezug auf seinen gefallenen Helden Chodorkowski, gelingt Cyril Tuschi ein komplexes, widersprüchliches Porträt eines Machtmenschen, der sich geläutert gibt. Vor allem aber ist es ein Film über Putins Russland und seine autoritären Strukturen: ein widersprüchlich-faszinierendes Land mit seinen ganz eigenen Regeln.

Deutschland 2011 - Regie: Cyril Tuschi, Darsteller/Mitwirkende: Michail Chodorkowski, Pavel Chodorkowski, Marina Chodorkowskaya, Lena Chodorkowskaya, Anton Drel, ab 12 Jahren, 111 Minuten

Filmhomepage

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsBrief aus dem Knast
Die Autorin und Journalistin Asli Erdoğan auf der Leipziger Buchmesse 2008  (imago/ suedraumfoto)

Die Schriftstellerin Aslı Erdoğan war Kolumnistin der kurdisch-türkischen Zeitung "Özgür Gündem" und sitzt wohl allein deswegen seit drei Monaten im Gefängnis. In einem geschmuggelten Brief erinnert sie Europa an seine Grundwerte.Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Höhlenmalereien in LascauxDas kopierte Wunder
Höhlenmalerei im "Internationalen Zentrum für Höhlenmalerei" (Lascaux 4) (Deutschlandradio - Bettina Kaps)

1940 wurden in Lascaux prähistorische Höhlenmalereien entdeckt. Doch weil die vielen Besucher den Felsmalereien schadeten, baute man eine exakte Kopie: Lascaux 2. Die gefährdete aber das Original und deshalb gibt es jetzt eine weitere Höhle mit kopierter Wandmalerei.Mehr

Streit um das Flechtheim-ErbeNun geht es vor Gericht
Der jüdische Kunstsammer Alfred Flechtheim - wie ihn der Künstler Hermann Haller sah (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)

Nach jahrelangem Streit um die Rückgabe von möglicher NS-Raubkunst haben die Flechtheim-Erben den Freistaat Bayern nun vor einem US-Gericht verklagt. Unser Raubkunst-Experte Stefan Koldehoff sieht vor allem auf bayerischer Seite Versäumnisse.Mehr

Alexander von HumboldtKein Gelehrter im Elfenbeinturm
Das Denkmal Alexander von Humboldts auf der Straße Unter den Linden in Berlin vor der Humboldt-Universität, geschaffen um 1900 von R. Begas und M.P. Otto. (picture alliance / ZB / Hubert Link)

Alexander von Humboldt gilt als Gelehrter mit universalen Kenntnissen. Und er war seiner Zeit voraus: Bereits 1800 warnte er vor dem Klimawandel. Und er ist auch heute noch wichtig, glauben Humboldt-Biografin Andrea Wulf und Humbold-Forum-Chef Neil MacGregor. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur