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Feiertag / Archiv | Beitrag vom 11.04.2010

Der ewig Zweite

Zum 450. Todestag des Reformators Philipp Melanchthon

Von Pfarrerin Christina-Maria Bammel, Berlin

Philipp Melanchthon und den hier abgebildeten Martin Luther verband eine enge Freundschaft. (AP Archiv)
Philipp Melanchthon und den hier abgebildeten Martin Luther verband eine enge Freundschaft. (AP Archiv)

Das "Griechlein", wie Philipp Melanchthon auch von Martin Luther genannt wurde, war einer der engsten Freunde des Reformators. Freilich eine Freundschaft mit Widersprüchen. Melanchthon, der angebliche "Leisetreter", stand allzu oft im Schatten Martin Luthers. Und doch hat Melanchthon Kirchengeschichte geschrieben. Die Sendung ist einer außergewöhnlichen Männerfreundschaft auf der Spur.

Ein kleiner Mann betritt den Vorlesungssaal. Die Strapazen der langen Reise quer durch Deutschland sind ihm ins Gesicht geschrieben. Die Augen liegen tief in den Höhlen. Der schwarze Umhang gibt der ganzen Erscheinung etwas Unheimliches. Kaum hat er das Pult erreicht, beginnen die Studenten zu kichern. Man traut diesem Rumpelstilzchen im Gelehrtenrock nicht allzu viel zu. Unter den Zuhörern sitzt auch Martin Luther. So neugierig, so skeptisch ist er auch angesichts des gerade eingetretenen 21-Jährigen Süddeutschen. Sollte dieses Persönchen tatsächlich die Empfehlung des großen Humanisten Reuchlin sein? Luther seufzt. Was er noch nicht ahnt: Diese Momente sind der Beginn einer respektvollen, vor allem aber tief geistigen Freundschaft zwischen ihm, Martin Luther, und Philipp Melanchthon. Historiker werden den Beiden später eine freundliche Kollegialität attestieren, Andere sprechen von einer einmaligen Lebensfreundschaft zwischen beiden Männern. Was genau verband die diese so unterschiedlichen Charaktere? In diesem Jahr, dem Gedenkjahr für den vor 450 Jahren verstorbenen Philipp Melanchthon, interessiert diese Frage neu.

Martin Luther war vierzehn Jahre älter als Philipp Melanchthon. Diesen Altersvorsprung gegenüber dem hochbegabten Melanchthon hat Luther aber so gut wie nie geltend gemacht. Und Melanchthon wiederum wird seinen älteren Freund Luther später am Grabe als Wagenlenker Israels bezeichnen, der ihn, Melanchthon, das Evangelium gelehrt habe. In die zweite Reihe fühlte sich der jüngere Melanchthon deswegen nicht gesetzt. In manchen Epochen hat dies die Geschichtsschreibung allerdings getan. Richtig ist aber, dass die beiden sich gegenseitig lehrten und von einander profitierten. Beide legen die Grundlagen für eine vollständig erneuerte Kirche; später wird man sie evangelisch nennen. Äußerlich waren beide Männer ein ungleiches Gespann: Luther groß, fast patriarchal im Auftreten. Zart, fast kränklich hingegen Melanchthon. Doch zurück in den Vorlesungssaal. Der angehende Lehrstuhlinhaber für die griechische Sprache Philipp Melanchthon ruft den plötzlich aufmerksamen Studenten zu:

"Studiert die Sprachen und denkt an das Dichterwort: Frisch gewagt ist halb gewonnen! Wage zu wissen" - sapere aude."1

Man stelle sich vor, die von allen Diskussionen um Masterstudiengänge ermüdeten Studenten von heute würden einen so leidenschaftlichen Ruf hören: "Wage zu wissen!" – Man kann sich deren mattes Lächeln vorstellen. Sprachenlernen als Erziehung zum Denken? Hauptsache die Botschaft passt in 60 Zeichen, heißt es heute. Damals war die Sprache, die das Denken schärft, der buchstäblich erste Schritt auf dem Weg zurück zu den Quellen der Schriften. Es war eine revolutionäre Neuerung:

Die Quellen selbst haben Autorität, nicht irgendwelche selbst ernannten machtbesessenen Kirchenautoritäten, die sie interpretieren.
Sprache als Mittel des geschärften Denkens. Die Forderung zum Vernunftgebrauch wurde Melanchthons Herzensanliegen, weswegen man ihn später zum "Lehrer Deutschlands" adelte. 42 Jahre lang wird der Reformator das Katheder an der Wittenberger Universität besteigen – fast bis zu seiner Todesstunde. Andere Arbeitsangebote aus größeren Städten mit noblen Universitäten wird er ablehnen. Nirgends anders möchte er mehr leben als in der Collegienstraße in der kleinen Elbstadt Wittenberg. Doch am Tag seiner ersten Wittenberger Vorlesung ahnt er davon noch nichts. Hier spricht er erst einmal über seine Ideen für ein erneuertes Studium:

"Vor allen Dingen aber lernt die Geschichte kennen. Sie lehrt euch, was schön ist und was schimpflich, was Nutzen bringt und was nicht ... Ohne Kenntnis der Geschichte kann weder öffentliches noch privates Leben bestehen. Wer die Geschichte in sich aufgenommen hat, der hat sich den Weg zum Gipfel gebahnt."2

Die Rede begeistert alle. Melanchthon stößt die Tür zu einer neuen Epoche auf. Es sollte die Epoche der evangelischen Bildung und der Schulgründungen werden. Es wurde auch eine Epoche der handfesten Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten. Keiner der beiden Reformatoren, nicht Martin Luther und schon gar nicht Philipp Melanchthon - hatte es auf Religionskriege und europaweite Verwüstungen abgesehen. Aber die Geschichte gab den beiden Männern, so scheint es, einen anderen Auftrag. Wie gingen sie damit um? Martin Luther schreibt:

"Philipp ist zarter als ich … Ich bin gröber und stumpfer … So geht Philippus in der Liebe daher, ich im Glauben. Philippus lässt sich fressen, ich fresse alles und schone niemanden. Ich muss die Stemme und Klötze ausrotten, Dornen und Hecken weg harken, die Pfützen ausfüllen und bin der Grobe …, der die Bahn brechen und zurichten muss. Aber Magister Philippus fährt säuberlich und still daher, baut und pflanzt, sät und begießt mit Lust, so wie Gott ihm es geschenkt hat."3

Was für eine Arbeitsteilung! Über ihre unterschiedlichen Rollen sind sich beide Reformatoren klar gewesen. Melanchthon bemerkt:

""Ich formuliere manches weniger schroff, zum Beispiel über den nötigen Gehorsam des Menschen, auch nachdem er von Gott gerecht gesprochen wurde. Eigentlich sind wir derselben Meinung, sagen es aber anders. Doch die Ungebildeten lieben zu sehr Luthers grobe Formulierungen, weil sie nicht sehen, in welchen Zusammenhang die gehören."4

Der Mann der maßvollen Mitte, Melanchthon, und Martin Luther, der niemanden schont, sie waren keineswegs immer einer Meinung. Aber der Reformation hat diese Unterschiedlichkeit nicht wirklich geschadet.
Auch privat gab es Differenzen.
Melanchthon war entgegen seinem Freund Martin so ganz und gar nicht davon überzeugt, zu heiraten.
Eine Ehe könne doch nur zum Zeitfresser werden und dem Gelehrten die Kraft zur Forschung rauben. Martin Luther drängelt dagegen den jungen Melanchthon immer wieder zur Ehe, gerade weil er den körperlichen Raubbau seines Freundes nicht länger ansehen wollte. Der über alle Maßen beanspruchte Lehrer hatte vor lauter Bücherstudium vergessen, für sich zu sorgen, zu essen und zu schlafen. Die unauffällige Wittenbergerin Katharina Krapp hat dasselbe Geburtsjahr wie ihr zukünftiger Mann Melanchthon. Sie stammt aus einer ehrbaren Familie, die etwas auf sich hält in der Stadtgesellschaft von Wittenberg. Katharina wird ihre ersten Ehejahre in einer regelrechten "Bude" zubringen. Aber sie erträgt das ebenso wie das geringe Gehalt des Sprachengelehrten. Es soll ihr aber keiner die Butter vom Brot nehmen. Sie kämpft bei der kurfürstlichen Verwaltung für ihre drei Ziegen hinten auf der Wiese – eigentlich war immer nur eine zugelassen –, sie kämpft für eine bessere Unterkunft ihrer Familie und sie fordert die Bezahlung unbeglichener Rechnungen ein. Wer nicht viel hat, muss gut wirtschaften. Wenn da nicht die vielen Auseinandersetzungen mit Philipp wären! Streitigkeiten bleiben vor den vielen Gästen des Hauses nicht verborgen. Auch die Versöhnung nicht. Schon im zweiten Ehejahr wird Anna geboren. Es folgen alle drei bis vier Jahre noch weitere Geburten, insgesamt hat das Paar vier Kinder.

Auch im Hause Melanchthon gilt: Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen. Zuerst ist da die Trauer des liebevollen Vaters um den verstorbenen Sohn Georg:

"Nichts war mir jemals im Leben teurer als dieser Knabe. Denn es leuchtete in ihm eine einzigartige Begabung. Welchen Schmerz ich durch den Verlust erlitten habe, kann ich mit Worten nicht ausdrücken."5

Über den Schmerz der Mutter, Katharina, erfahren wir nichts. Bekannt ist nur, dass sie über das spätere Ehe-Schicksal ihrer Tochter Anna depressiv geworden war. Die Erstgeborene hatte nämlich als 14-Jährige einen Schüler ihres Vaters geheiratet. Die Ehe zwischen Anna und dem doppelt so alten Georg Sabinus wurde zur Hölle, aus der Anna nur durch den vorzeitigen Tod entkam. Da war sie 24 Jahre jung und hatte gerade ihr sechstes Kind entbunden. Die seelischen Grausamkeiten ihres Ehemannes im fernen Königsberg erfährt auch Annas Vater, Philipp Melanchthon. Noch kurz zuvor erwägt Melanchthon in seiner väterlichen Not ein Plädoyer für die Ehescheidung. Damals ein Sakrileg, wo doch selbst Martin Luther die Ehe zur nahezu unauflösbaren Schöpfungsordnung machte!
In einem verzweifelten Brief an seinen Freund Camerius schreibt Melanchthon:

"Ich erinnere mich, dass Anna als kleines Kind mir die Tränen von den Wangen wischte mit ihrem kleinen Hemdchen; morgens war sie nur damit angezogen. Diese Geste ist mir so tief in mein Herz eingedrungen, dass ich an ihre Bedeutung fest glaube."6

Auch die anderen Kinder geben Anlass zur Sorge. Der Jüngste hatte sich heimlich verlobt. Das Verlöbnis musste wieder gelöst werden.

Es heißt, der Vater hätte noch mit sich reden lassen; aber die Mutter, Katharina, habe sich durchgesetzt. Jedenfalls ein Skandal, der schnellstens wieder aus der Welt geschafft werden musste. Halbwegs skandalfrei lebt die zweitälteste Tochter Magdalena mit ihrem Ehemann im elterlichen Hause und wird nach Katharinas Tod den Vater versorgen und pflegen. Der wiederum ist schwer getroffen vom Tod seiner Gefährtin. Schließlich hatte er über dreißig Jahre mit seiner Katharina unter einem Dach gelebt. Immer öfter wünscht er sich seinen eigenen letzten Abend auf dieser Welt herbei.

In den frühlingshaften Abendstunden des 19. April 1560 findet Melanchthon schließlich das ersehnte Ende. Er stirbt - wie sein Freund Martin Luther - bereits mit 63 Jahren. Der "Magister Philippus" hinterlässt zwei Dutzend dicke Buchbände mit Schriften, dazu Briefe, Studienordnungen und Stellungnahmen. Keiner konnte den Glauben so präzise zusammenfassen wie er. Keiner konnte ihn so gut vermitteln wie er.

Bis heute ist eine Schrift von Melanchthon über den evangelischen Glauben aktuell. Sie ist eine Art Rechenschaftsbericht und wird Bekenntnis genannt. Melanchthon hatte sie 1530 Kaiser Karl dem Fünften persönlich in Augsburg überreicht.
Auch wer heute eine evangelische Gemeinde leiten will, kennt diese Schrift von Melanchthon. Aber sie ist nicht nur ein Text für Pastoren und Predigerinnen.

Wer auch immer sich mit Fragen des Glaubens beschäftigt, kann hier Antworten finden. Das war Melanchthons Absicht. Und ein anderes Ziel lag dem Wittenberger Reformator am Herzen: mit diesen Glaubensartikeln will er endlich Einigkeit unter den Christen herstellen. Frieden zwischen Protestanten und Katholiken. Konnte das gelingen? Einigkeit erzielt man mit dem Gegner am besten, indem man auf die Gemeinsamkeiten schaut. Worin also waren sich Protestanten und Katholiken einig? Gemeinsam verurteilte man all jene, die den dreieinigen Gott ablehnten. Ein gemeinsamer Gegner schweißt eben zusammen. Genau mit diesem Trick beginnt Melanchthon seine Schrift. Er erläutert Gott in seinen drei Gestalten, Vater, Sohn, Heiliger Geist. Das ist die Trinität. Dieser Gedanke der Dreieinigkeit Gottes ist der gemeinsame Boden für den Glauben von Kaiser Karl und Melanchthon. Der Konsens sollte Sympathiepunkte beim katholischen Kaiser bringen. Die Rechnung ging zwar so nicht auf. Dennoch war dieses Bekenntnis der Beginn einer evangelischen Kirche, die nicht die Abspaltung, sondern die Einheit mit den Andersglaubenden suchte. Also ein Text für die Ökumene? Nur begrenzt. Erstens ist das Bekenntnis, die so genannte Confessio Augustana, ein Dokument ihrer mittelalterlichen Zeit. Zweitens hat Melanchthon etliche strittige Punkte einfach unter den Tisch fallen lassen. Manches wiederum hat er geschickt verpackt, zum Beispiel die Frage danach, was der Mensch vor Gott gilt. Beim ersten Lesen fällt hier die Bilanz ziemlich negativ aus, meint Wolf Krötke, emeritierter Professor für evangelische Theologie:

Wolf Krötke:"Alle, die von Adam abstammen, steht da, werden geboren ohne wahre Gottesfurcht, ohne Vertrauen, mit Begierde, mit böser Lust."

Das klingt erschreckend pessimistisch. Aber es soll helfen, dass ich als Mensch nicht nur auf die Summe meiner Taten starre, sondern tiefer gehe und frage: Wo liegen eigentlich meine Motivationen für mein Handeln. Warum will ich immer alles ohne Gott schaffen? Genau die Frage nach der Sünde also; Melanchthon holt aber für ihre Beantwortung nicht die Moralkeule heraus ...

Wolf Krötke:" ... sondern erklärt, dass alle Menschen dasselbe tun, nämlich indem sie Gott vergessen und die Beziehung zu Gott abbrechen und damit auch alle menschlichen Beziehungen in Unordnung geraten, so dass man die Sünde verstehen muss als das willkürliche Zerbrechen von Beziehungen, in denen Menschen heute leben."

Die Bilanz soll Menschen nicht niederdrücken. Deshalb ist es nötig, noch etwas dazu zu hören. Ein anderes Leben ist möglich, indem ich darauf vertraue: Gott hält sich nicht auf bei dem, was ich tue, weder bei meinem Perfektionismus noch bei meiner Zerstörungslust. Er schaut auf mich und auf das, was aus mir werden kann, wenn ich mir nicht mehr selbst im Wege stehe. Wie kann mir das gelingen? Ganz einfach, antwortet Melanchthon: indem ich immer wieder neu darauf zu hören versuche, was Gott mir sagen möchte – gerade auch durch das Zeugnis der Bibel. Melanchthon und die anderen Reformatoren geben uns gewissermaßen die Bibel in die Hand. Sie wollen uns anhalten

Wolf Krötke:"... selber sachgerecht mit der Bibel (...) umzugehen und also Verantwortung für die eigene Auslegung der biblischen Texte zu übernehmen."

Da ist er wieder, Melanchthons Lieblingsgedanke: Lies es selbst nach, denke selber nach. Gott hat dir dafür alle Möglichkeiten in die Wiege gelegt. Du selbst hast die Verantwortung. Das gilt für den Einzelnen und für die gesamte Gemeinschaft, also auch für die evangelische Kirche. Sie ist

Wolf Krötke:"...eine Versammlung, in der das Evangelium gepredigt wird, für welches nach evangelischem Verständnis alle, die sich da versammeln, Verantwortung tragen, so dass also das Kirchenverständnis ... im Grunde dahin geht, dass die Gemeindeglieder selber den Glauben in der Gesellschaft verantworten und vertreten."

So modern es klingt, Melanchthon blieb ein Kind seiner Zeit, mitunter sogar rückwärtsgewandt. Das schon damals überholte mittelalterliche Bild von einer Welt, die statt der Sonne im Mittelpunkt des Universums steht, hatte Melanchthon nochmals aus der Schublade gekramt. Richtig verstehbar ist das aus heutiger Sicht nicht. Über die geistigen Grenzen des Wittenberger Theologen meint Wolf Krötke:

Wolf Krötke:"...So hat Melanchthon in der Entwicklung seiner theologischen Lehre, um die Reformation zu festigen, die Darstellung dieser Lehre noch einmal an das antike Wissenschaftsmodell des Mittelalters gebunden...., so dass von daher ein zu starkes Haften an der Vergangenheit man auch Melanchthon vorwerfen muss."

Luther selbst hatte seinen Freund Melanchthon auf noch eine andere Grenze des Denkens hingewiesen. Melanchthons Astrologiefaszination. Der verließ kaum das Haus, ohne die Sterne vorher befragt zu haben. Heute mag man das belächeln. Luther war damals besorgt, der freie Wille des Menschen könne mit dieser Sternenbefragung untergehen. Doch für den sternenbegeisterten Melanchthon war klar: Die Sterne sind wichtig, geben allerdings nur so etwas wie die Rahmenbedingungen ab, innerhalb derer sich der Wille mehr oder weniger frei entscheidet. Aber das Gebet scheint ihm noch viel wichtiger gewesen zu sein! Kaum eine theologische Arbeit wurde ohne Gebet beendet. Bis heute sind unzählige Gebete, ob bei Tisch oder für Kinder gesprochen, von Melanchthon erhalten. Dem Wittenberger Professor lag nicht an intellektuellen Höhenflügen um ihrer selbst willen, sondern an einer guten Beziehung von Denken und Frömmigkeit. Wer Glaube und Denken so verbindet, verfolgt ein großes Ziel. Jede Generation danach entscheidet neu, wie nah oder fern dieses Ziel tatsächlich gerückt ist:

"Ich bin mir bewusst, aus keinem anderen Grund jemals Theologie getrieben zu haben, als um das Leben zu verbessern."7


Literaturangaben:

1 Johannes Schilling, Melanchthons bleibende Bedeutung, in: Ringvorlesung der Theol.
Fakultät der Christian-Albrecht-Universität zum Melanchthon-Jahr
1997, Kiel 1998, S.11.
2 Horst F. Rupp, in: Philipp Melanchthon 1497 – 1997 : eine bunte Seite der
Reformation / Hrsg. von Wilhelm Schwendemann, Münster 1997, S. 96.
3 Stefan Rhein, in: Philipp Melanchthon 1497 – 1997 : eine bunte Seite der
Reformation / Hrsg. von Wilhelm Schwendemann, Münster 1997, S.55.
4 Johannes Schilling, Melanchthons bleibende Bedeutung, in: Ringvorlesung der Theol.
Fakultät der Christian-Albrecht-Universität zum Melanchthon-Jahr
1997, Kiel 1998, S.15.
5 Stefan Rhein, in: Philipp Melanchthon 1497 – 1997 : eine bunte Seite der
Reformation / Hrsg. von Wilhelm Schwendemann, Münster 1997, S.49.
6 A.a.o., S.50.
7 Gerd Schmoll, in: Philipp Melanchthon 1497 – 1997 : eine bunte Seite der
Reformation / Hrsg. von Wilhelm Schwendemann, Münster 1997, S.10.

Weitere Quelle: Magazin, Melanchthon. Das Magazin zu seinem 450. Todestag, hg. v. Amt der EKD, Schriftleitung S. Dogerloh, 2010.

Musikangaben:

Missa L’Homme Armé Reqie,: Credo, track 3, von Pierre de la Rue, Enbemble Clément Janeqion, Dominique Visse, harmonia mundi.

Cantate Domino Canticum Novum, Orlando di Lasso Ensemble unter Leitung von Detlef Bratschke, Melchior Franck.

Ich dancke dir Gott, Orlando di Lasso Ensemble unter Leitung von Detlef Bratschke, Melchior Franck.

Unser Leben weret siebzig Jar, Orlando di Lasso Ensemble unter Leitung von Detlef Bratschke, Melchior Franck.

Piere de la Rue, Missa L’Homme Armé, Gloria.

Missa de profundis, psalmus, von Piere de la Rue.

Die redaktionelle und inhaltliche Verantwortung für diesen Beitrag liegt bei Pfarrerin Petra Schulze, Senderbeauftragte für Deutschlandfunk und Deutsche Welle für den Medienbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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