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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 09.10.2013

"Der Butler"

Historiendrama über den Aufstieg eines Dieners

Von Hannelore Heider

Forest Whitaker als Butler Cecil Gaines in einer Szene des Kinofilms "Der Butler" (picture alliance / dpa / PROKINO Filmverleih)
Forest Whitaker als Butler Cecil Gaines in einer Szene des Kinofilms "Der Butler" (picture alliance / dpa / PROKINO Filmverleih)

Von der Baumwollplantage ins Weiße Haus: Der neue Film von Lee Daniles erzählt die Geschichte des afroamerikanischen Hausdieners Eugene Allen nach, der es zum Butler von acht US-Präsidenten brachte. Während die schwarzen Darsteller beeindruckend spielen, geraten die Darstellungen von Eisenhower bis Reagan oft nahezu grotesk.

Sie klingt spektakulär und ist für Lee Daniels Historiendrama über die konfliktreiche Beziehung des schwarzen und weißen Amerikas im vergangenen Jahrhundert als roter Faden auch bestens geeignet – die Lebensgeschichte des Eugene Allen, der nach einer Kindheit auf der Baumwollplantage sozusagen im Weißen Haus Karriere machte.

Sechs Präsidenten hat er bedient und wenn der Film den Titel "Der Butler" trägt, dann steht allein dahinter eine gewaltige Entwicklung. Denn der kleine schwarze Junge, dessen Mutter vom Plantagenbesitzer vergewaltigt und dessen Vater ermordet wurde, begann als "Hausnigger", was die übliche Bezeichnung war bis weit in die 50-er Jahre und nicht nur in den Südstaaten. Eugene Allen, der im Film Cecil Baines heißt und als Erwachsener von Forest Whitaker sehr eindrücklich gespielt wird, hatte all die Voraussetzungen für diese dienende Funktion von der Pike auf gelernt und soweit verinnerlicht, dass er die Bürgerrechtsbewegung vehement ablehnte, in der sich sein Sohn Louis (David Oyelowo) so aktiv über Jahrzehnte engagierte. Demut und politische Neutralität waren zu Cecils Bewegungsform geworden, seine intimen Begegnungen mit den vielen Präsidenten bleiben anekdotisch.

Die Entwicklung afroamerikanischen Selbstbewusstseins

Ganz anders die familiären Konflikte, in denen Cecils Frau Gloria (Oprah Winfrey) eine wichtige Rolle spielt. Sie zeigen nicht zuletzt durch die herausragenden schauspielerischen Leistungen auf wirklich differenzierte Weise die Entwicklung afroamerikanischen Selbstbewusstseins, die letztlich auch an dem Butler nicht vorbeiging. Nach Jahrzenten im Weißen Haus fordert er für all seine Kollegen gleiches Gehalt und gleiche Aufstiegschancen wie sie die weißen Butler haben und das erlebt der Zuschauer in einer der berührendsten Szenen des Filmes.

Das epische Drama ist in seinem Geiste vom Ende her erzählt. Als der pensionierte Cecils Gaines vom ersten schwarzen Präsidenten des Landes zur Audienz geladen wird, rundet sich eine Erfolgsgeschichte, schwer erkämpft, aber trotzdem versöhnlich. Lee Daniles hat sie detailgenau und bis in die kleinsten Rollen starbesetzt ausgebreitet. Während die erste Garde afroamerikanischer Darsteller als Cecils Freunde und Kollegen im Weißen Haus beeindruckend spielt, geraten die Darstellungen der Präsidenten von Eisenhower (Robin Williams) bis Ronald Reagan (Alan Rickman) allerdings oft nahezu grotesk. Einzig Jane Fonda als Nancy Reagan kann hier überzeugen.

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