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Der "4-Hour"-Mann

Der Erfolg des Timothy Ferriss

Von Kolja Mensing

Amazon in Frankreich
Amazon in Frankreich (picture alliance / dpa)

Amazon hat gerade den US-Erfolgsschriftsteller Timothy Ferris mit seinem New Yorker Verlagszweig New Harvest unter Vertrag genommen. Was macht diesen Mann so interessant für das Buch-Imperium?

Im Hintergrund ein knisterndes Kaminfeuer, so stellen sich Gewinner vor:

"[Knisterndes Kaminfeuer…] "Hi, I'm Tim Ferriss, author of the "Number-one-New-York-Times-Bestseller, The 4-Hour Workweek” and "The 4-Hour Body”, and here is the teaser for my latest obsessive quest, the new book "The 4-Hour Chef”"Der 4-Stunden-Küchenchef", das ist neue Buch von Tim Ferriss. Die Erwartungen sind hoch. Vor fünf Jahren hatte der amerikanische Start-Up-Unternehmer mit seinem gut gelaunten Business-Ratgeber "Die 4-Stunden-Woche" einen Hit gelandet: Nicht mehr jeden Telefonanruf annehmen, mit Hilfe des Smartphones dem Büro entkommen – und sich einen "virtuellen Assistenten" in Indien zulegen, der den Routinekram erledigt. "Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben":

"[Musik] "Life doesnt have to be so hard. It really doesn’t."

"Die 4-Stunden Woche" wurde ein Megaseller: Allein die amerikanische Ausgabe hat sich 1,3 Million mal verkauft. Tim Ferriss legte nach. Er veröffentlichte den Fitness-Ratgeber "Der 4-Stunden-Körper" – und dann startete die Werbekampagne für sein Kochbuch, das heute in den USA erscheint.

"There is a massive discount for pre-orders, for the print-book, for the kindl. Take a look, you can also find a lot more details for the book... happy experimentation and happy holidays!"

Happy experimentation, das kann man nicht nur auf Küchen-Experimente beziehen – sondern auch auf das buchhändlerische Experiment im Hintergrund. "Der 4-Stunden Küchenchef" erscheint nicht wie die Vorgänger bei Random House, sondern bei New Harvest, einem Verlag, der dem Internet-Buchhändler Amazon gehört. Kein Zwischenhandel, keine mühsamen Preisverhandlungen: Für Amazon ist der Alles-aus-einer-Hand-Deal ein weiterer Schritt zur Hegemonialstellung. Eine Business-Strategie, die ganz auf Tim Ferriss’ Linie liegt:

"All the rules we follow are the rules we set ourselves. So set yourself up to win and choose your own rules."

Amazon setzt neue Spielregeln – ohne Rücksicht auf die Mitspieler. Die amerikanische Buchhandelskette Barnes & Noble will Tim Ferriss’ Buch darum boykottieren – auch WalMart wird den Titel nicht ins Sortiment nehmen. Hilfloser Aktionismus oder berechtigter Warnruf? Klar ist, dass die Kluft zwischen dem guten alten stationären Buchhandel und der digitalen Markt mit dem heutigen Tag noch einmal ein ganzes Stück größer geworden ist.

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