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Kompressor | Beitrag vom 05.05.2015

Denkmalstreit in WarschauEs gibt kein richtiges Gedenken am falschen Ort

Katrin Stoll im Gespräch mit Max Oppel

Zwei Juden, die sich in einem Haus versteckt hatten, werden von SS-Soldaten gefangen genommen. Die Aufnahme entstand während des Warschauer Getto-Aufstands, der vom 19. April 1943 bis zu seiner blutigen Niederschlagung am 16. Mai 1943 dauerte.  (picture alliance / dpa)
Zwei Juden werden im Warschauer Getto von SS-Soldaten gefangengenommen. Juden, die von den sogenannten "Gerechten" versteckten wurden, blieb dieses Schicksal erspart. (picture alliance / dpa)

Um das "Denkmal der Gerechten" ist in Polen ein Streit entbrannt. Damit soll jenen gedacht werden, die im Zweiten Weltkrieg Juden vor den Nazis versteckten. Doch vor allem der Standort im Warschauer Stadtteil Muranow ist umstritten.

Der 8. Mai rückt näher, damit das Kriegsende vor 70 Jahren – und auch die Talkrunden und Debatten um angemessenes Gedenken sind wieder einmal in vollem Gange.

In Polen gibt es schon länger einen Streit um das geplante "Denkmal der Gerechten" – das sind Bürger, die damals Juden vor den Nazis versteckt und damit vor der Ermordung gerettet haben. In Israel ist "Gerechter unter den Völkern" die höchste staatliche Auszeichnung – und die meisten "Gerechten" kommen eben aus Polen. Auf der anderen Seite wurden etwa 3,5 Millionen polnische Juden ermordet.

Kritik am geplanten Standort

Das Denkmal für die "Gerechten" – ein Wald der Erinnerung – soll nun möglicherweise im Warschauer Stadtteil Muranow entstehen, wo einst das Getto brannte und Willy Brandt auf die Knie fiel. Und besonders dieser Standort stößt auf heftige Kritik.

Katrin Stoll vom Deutschen Historischen Institut in Warschau befasste sich im Interview in der Sendung "Kompressor" mit dieser Debatte.

Kunsthistoriker und Kulturphilosoph Christian Demand (Deutschlandradio Kultur / Stefan Ruwoldt)Christian Demand (Deutschlandradio Kultur / Stefan Ruwoldt)Was sagt der Streit in Polen über die Problematik eines möglichst anschaulichen Gedenkens aus? Der Kunsthistoriker und Kulturphilosoph Christian Demand  spricht im Interview mit Max Oppel über die Schwierigkeiten und ganz unterschiedlichen Auffassungen eines "richtigen Gedenkens". Demand erläutert mögliche Parallelen der aktuellen Diskussion in Polen zu der Debatte, die hierzulande vor Jahren um das Holocaust-Denkmal geführt wurde.

 

Mehr zum Thema:

Gerechte unter den Völkern
(Deutschlandradio Kultur, Religionen, 13.04.2013)

Eine Art Nobelpreis für Menschlichkeit
(Deutschlandradio Kultur, Religionen, 26.01.2013)

Fazit

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