Sonntag, 1. Februar 2015MEZ15:46 Uhr

Die Reportage

SchweinemastEin jämmerliches Leben auf einem Quadratmeter
Schweinemast in Deutschland: Dieses Tier leidet unter seinem eigenen Körpergewicht und kann sich nur mit Mühe aufrichten.  (dpa)

Mastschweine sehen nur ein einziges Mal in ihrem Leben Tageslicht: Wenn sie auf dem Weg zum Schlachthof sind. Dazwischen leben sie in ihrem eigenen Kot auf etwa einem Quadratmeter und werden ohne Betäubung operiert. Die Herstellung von Schweinefleisch ist ein Geschäft im Akkord. Mehr

Ebola in LiberiaSchlimmer als der Bürgerkrieg
Der Kampf gegen Ebola ist noch nicht gewonnen: Krankenpfleger in Liberia. (Deutschlandradio - Carl Gierstorfer)

Ebola ist aus den Schlagzeilen verschwunden, aber die Krankheit wütet weiter in Westafrika. In Liberia sind Schulen und Universitäten geschlossen, die Studenten verdingen sich als Totengräber. Doch es gibt auch Hoffnung.Mehr

AusbildungVerborgene Talente
Talent-Scout Suat Yilmaz unterhält sich am 03.12.2014 in Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) im Kuniberg-Berufskolleg mit einer Schülerin. (dpa / picture alliance / Caroline Seidel)

Dieser Job ist einmalig in Deutschland: Suat Yilmaz ist Talente-Scout an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Er geht in die Schulen der Region und versucht, vor allem Jugendliche aus Arbeiterfamilien zu einem Studium zu motivieren. Mehr

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Die Reportage / Archiv | Beitrag vom 28.04.2013

Dein Nachbar, dein Feind

Leben in einer jüdischen Siedlung

Von Freddy Gareis

Grenze zwischen Israel und Westjordanland (Deutschlandradio - Janine Wergin)
Grenze zwischen Israel und Westjordanland (Deutschlandradio - Janine Wergin)

Ariel ist eine jüdische Siedlung, die 20 Kilometer hinter der grünen Linie im Westjordanland liegt. So wie alle circa 100 Siedlungen ist auch Ariel ewiger Zankapfel im israelisch-palästinensischen Friedensprozess.

Eigentlich dürfte es die jüdische Stadt gar nicht auf palästinensischem Gebiet geben - aber seit 1978 wächst Ariel kontinuierlich, unter anderem weil der charismatische Bürgermeister mit Verve um neue Einwanderer und um neue Häuser wirbt.

Wer in Ariel lebt, der wird bewacht, abgeschirmt und umzäunt. Ariel ist eine zivile Festung, bei Bedarf werden die Rolltore geschlossen. Der Nachbar ist der Feind. Dennoch zieht es viele Einwanderer in die Siedlung, denn die Wohnungen und Häuser sind bezahlbar - im Gegensatz zu Tel Aviv oder Jerusalem.

Längst nicht alle sind ideologisch überzeugte Siedler, manche verstehen sich sogar als unpolitisch und versuchen, ihrem Leben in der Festung eine gewisse Normalität abzutrotzen. Für den Bürgermeister hingegen ist Ariel mehr als eine Siedlung. Ariel ist sein Lebenswerk: 20.000 Einwohner hat die jüdische Stadt in Palästina heute. 30.000 werden es in zehn Jahren sein, da ist er sich sicher.
Fredy Gareis hat für die Reportage das Lebensgefühl in Ariel eingefangen.

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Freddy Gareis (privat)Freddy Gareis (privat)Freddy Gareis:" Die israelischen Siedlungen im Westjordanland sind ja sehr häufig in den Schlagzeilen der deutschen Medien. Aber durch Gespräche mit Freunden zuhause ist mir klar geworden, dass eigentlich über das Leben in solchen Siedlungen die wenigsten etwas wissen. Wie entsteht so eine Siedlung überhaupt? Wie sieht es da aus? Und vor allem: Was denken die Menschen, die dort wohnen?"