Dienstag, 2. September 2014MESZ11:35 Uhr

Die Reportage

UkraineDer Sommer der Patrioten
An den Stränden gibt es natürlich Putin T-Shirts, mal in Anzug wie hier, mal mit Sonnenbrille, mal in Uniform.

Urlaub auf der Krim - das ist für viele Russen schon immer ein Traum gewesen. In diesem Jahr ist es zudem patriotische Pflicht. Nach der Annexion der Insel gilt es zu verhindern, dass die Einnahmequelle "Tourismus" völlig versiegt. Mehr

FrankreichDie Bulldozer kommen
Familie Lucan in der Siedlung im Wald.

In Frankreich leben die meisten Roma in Slums, die sie auf Niemandsland neben Autobahnen, unter Brücken oder in Wäldchen am Rand der Städte errichten. Auch der Rumäne Florin Lucan wohnt schon seit acht Jahren mit seiner Familie in Hüttenlagern bei Paris.Mehr

KongoSupernasen im Regenwald
Ein bewaffneter Ranger im Virunga-Nationalpark in der Republik Kongo

Im kongolesischen Virunga-Nationalpark leben seltene Tierarten, wie der Berggorilla, die durch Wilderer und Milizen bedroht werden. Deutsche Kripobeamten und Schweizer Kollegen bilden Wildhüter aus, um mit einer Hundestaffel gegen die Gefahr vorzugehen.Mehr

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Die Reportage / Archiv | Beitrag vom 28.04.2013

Dein Nachbar, dein Feind

Leben in einer jüdischen Siedlung

Von Freddy Gareis

Grenze zwischen Israel und Westjordanland
Grenze zwischen Israel und Westjordanland (Deutschlandradio - Janine Wergin)

Ariel ist eine jüdische Siedlung, die 20 Kilometer hinter der grünen Linie im Westjordanland liegt. So wie alle circa 100 Siedlungen ist auch Ariel ewiger Zankapfel im israelisch-palästinensischen Friedensprozess.

Eigentlich dürfte es die jüdische Stadt gar nicht auf palästinensischem Gebiet geben - aber seit 1978 wächst Ariel kontinuierlich, unter anderem weil der charismatische Bürgermeister mit Verve um neue Einwanderer und um neue Häuser wirbt.

Wer in Ariel lebt, der wird bewacht, abgeschirmt und umzäunt. Ariel ist eine zivile Festung, bei Bedarf werden die Rolltore geschlossen. Der Nachbar ist der Feind. Dennoch zieht es viele Einwanderer in die Siedlung, denn die Wohnungen und Häuser sind bezahlbar - im Gegensatz zu Tel Aviv oder Jerusalem.

Längst nicht alle sind ideologisch überzeugte Siedler, manche verstehen sich sogar als unpolitisch und versuchen, ihrem Leben in der Festung eine gewisse Normalität abzutrotzen. Für den Bürgermeister hingegen ist Ariel mehr als eine Siedlung. Ariel ist sein Lebenswerk: 20.000 Einwohner hat die jüdische Stadt in Palästina heute. 30.000 werden es in zehn Jahren sein, da ist er sich sicher.
Fredy Gareis hat für die Reportage das Lebensgefühl in Ariel eingefangen.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat

Freddy GareisFreddy Gareis (privat)Freddy Gareis:" Die israelischen Siedlungen im Westjordanland sind ja sehr häufig in den Schlagzeilen der deutschen Medien. Aber durch Gespräche mit Freunden zuhause ist mir klar geworden, dass eigentlich über das Leben in solchen Siedlungen die wenigsten etwas wissen. Wie entsteht so eine Siedlung überhaupt? Wie sieht es da aus? Und vor allem: Was denken die Menschen, die dort wohnen?"