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Religionen / Archiv | Beitrag vom 19.10.2013

De Bischof voh Limbursch

Protestlied von Peter Bandur wird zum Internethit

Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst vor dem Dom in Limburg (picture alliance / dpa / Frank May)
Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst vor dem Dom in Limburg (picture alliance / dpa / Frank May)

Mundartsänger Peter Bandur hat exklusiv für Deutschlandradio Kultur sein Protestlied "De Bischof voh Limbursch" aktualisiert. Das Lied ist im Internet schon zu einem kleinen Hit geworden: Mehr als 63.000 Mal wurde es angeklickt und handelt von Franz-Peter Tebartz-van Elst - unten steht der Text auf Hochdeutsch.

De Bischof voh Limbursch

De Bischof voh Limbursch deh hoht alleweil,
enn Kapell nur fier sich enn sei Seelenheil.
Als hätt deh net groad de Dom eh de Näh,
deh kennt doch zom Bähre aach do hinne geh.
Owwer naa, det ess dem wahrscheinlich ze vill,
da wird halt gebaut, lohs et koste woat’s will.

Enn wenn deh da merkt, det Geld langt net meh,
det dout doch dem Bischof voh Limbursch net weh.
Da werr’n Immobilie, die hoht deh ze Haaf,
vom Bischofsstouhl oh ’et Bistum verkaaft.
Voh meinem Stouhl kahn aisch naut verkaafe.
Dodemet doun aisch hechstens zom Dokter laafe.

De Bischof voh Limbursch waas woat sich gehiert.
Deh wird met ’em dicke Auto chauffiert.
Enn da werrn, wenn emmes mol kritisch fräht,
die dunkle Scheiwe huchgedreht.
Antwurte hoht deh net wirklisch nehrisch,
die werrn voh de Kanzel eroh geprehrischt.

De Bischof voh Limbursch, det ess so sei Oart,
deh mäscht da "First Class" enn Himmelfoahrt
hebt oh, flejht noh Indien, besucht klaane Kenn,
enn guckt sich da oh, wie oarm die do senn.
Enn manch aaner denkt: "Deh hoht’s iwwertriewe.
Ei, wär deh doch groad mol loh ohwe gebliewe."

De Kirch laafe langsam die Schäfche fett,
doch det krejht de Bischof voh Limbursch net met.
Weil wird öffentlich deh Begreff strapaziert:
"Deh hoht Wasser geprehrischt enn Weih schnabuliert."
Doch deh denkt: "Seid stell, enn fräht net so doof,
aisch benn de Hirte, enn ihr seid die Schoof."

Loh die Prunk-Residenz, det musst jo so komme
wird dem Bischof voh Limbursch doch übel genomme.
Geblendet vom Luxus eh dem saudeure Bau
guckt deh bei Rechnung net genz so genau.
Woat hätt mer net all met dem scheene Geld
aach Goures dou konne, fier Gott enn die Welt.

Fier de Bischof voh Limbursch wird’s langsam eng
Det hoht deh jetzt voh dem genze Gemeng.
Weil schleht et scho dreizeh vom Limburjer Dom
Genz billig flejht weil de Bischof noh Rom
Spannend bleibt, wie de Papst dem det dankt
derweil det Volk noh nem Obtritt verlangt.

Weil esst’s baal Advent - eh der naue Kapell
hängt en Kranz voh de Deck enn leuchtet genz hell
doch wird weil de Bischof voh Limbursch doh
vielleicht net meh genz so vill Spass demet hoh
Dem ess net ze halfe, weil ess ’et ze spät.
Jetzt wär’s oh de Zeit, dess ’eh endlich mol geht.


Übersetzung ins Hochdeutsche:

Der Bischof von Limburg der hat jetzt
eine Kapelle nur für sich und sein Seelenheil.
Als hätte er nicht gleich den Dom in der Nähe,
er könnte doch zum Beten auch dorthin gehn.
Aber nein, das ist ihm wahrscheinlich zu viel,
dann wird halt gebaut, lass es kosten was es will.

Wenn er dann merkt, das Geld reicht nicht mehr,
das tut doch dem Bischof von Limburg nicht weh.
Dann werden Immobilien, die hat er zu Hauf,
vom Bischofsstuhl an das Bistum verkauft.
Von meinem Stuhl kann ich nichts verkaufen,
damit kann ich höchstens zum Doktor laufen.

Der Bischof von Limburg weiß was sich gehört,
er wird in einem großen Auto chauffiert.
Dann werden, wenn jemand kritisch fragt,
die dunklen Scheiben hochgedreht.
Antworten hat er nicht wirklich nötig,
die werden von der Kanzel herunter gepredigt.

Der Bischof von Limburg, da ist seine Art,
der macht dann "First Class" eine Himmelfahrt.
Hebt ab, fliegt nach Indien, besucht kleine Kinder
und guckt sich dann an, wie arm die dort sind.
Manch einer denkt, er hat’s übertrieben,
wäre er doch gleich mal dort oben geblieben.

Der Kirche laufen die Schäfchen weg
doch das bekommt der Bischof von Limburg nicht mit.
Jetzt wird öffentlich der Begriff strapaziert:
Er hat Wasser gepredigt und Wein schnabuliert.
Doch er denkt: Seid still und fragt nicht so doof,
ich bin der Hirte und ihr seid die Schafe.

Diese Prunk-Residenz, das musste so kommen,
wird dem Bischof von Limburg jetzt übel genommen.
Geblendet vom Luxus in dem sehr teuren Bau
guckt er bei den Rechnungen nicht so genau
Was hätte man mit all dem schönen Geld
auch Gutes tun können, für Gott und die Welt.

Für den Bischof von Limburg wird es langsam eng.
Das hat er nun von dem ganzen Gemenge.
Nun schlägt es schon dreizehn vom Limburger Dom –
ganz billig fliegt jetzt der Bischof nach Rom.
Spannend bleibt, wie der Papst ihm das dankt,
derweil das Volk seinen Rücktritt verlangt.

Es ist bald Advent – in der neuen Kapelle
hängt ein Kranz von der Decke und leuchtet ganz hell
doch wird jetzt der Bischof von Limburg daran
vielleicht nicht mehr ganz so viel Spaß haben.
Ihm ist nicht zu helfen, nun ist es zu spät.
Jetzt ist’s an der Zeit, dass er endlich auch geht.

Die erste Fassung des Liedes bei youtube:

De Bischof von Limbursch


Mehr bei dradio.de:

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