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Kulturnachrichten

Sonntag, 6. März 2016

David Gilmour feiert 70. Geburtstag

Gitarrist schrieb Rock-Geschichte mit der Band Pink Floyd

Der britische Rock-Musiker David Gilmour feiert seinen 70. Geburtstag. Mit der Band Pink Floyd schrieb er Geschichte im Psychedelic Rock und wurde zum Vorbild vieler nachfolgender Gitarristen. Berühmt ist sein unnachahmlich klarer, runder und schwelgerischer Sound. Pink Floyd hatte auch enormen kommerziellen Erfolg. Allein das Album "The Wall" hielt sich 14 Jahre in den US-Billboard Charts. Gilmour ist immer noch aktiv und ist regelmäßig mit seinem Solo-Programm auf Tour. In seinem Tonstudio auf einem Hausboot in London produzierte er u.a. für Nick Cave und Kate Bush. Wie der als Spaßvogel bekannte Gilmour seinen 70. Geburtstag verbringt ist nicht bekannt. Zu seinem 50. lud er eine Pink-Floyd-Coverband ein. Seine Begründung damals: "Ich habe Pink Floyd als Zuschauer noch nie live erlebt."

Tage der Chor- und Orchestermusik beendet

1100 Musiker aus 46 Ensembles der Amateurmusikszene nahmen teil

Mit der Verleihung der vom Bundespräsidenten gestifteten Zelter- und Pro Musica-Plaketten sind die Tage der Chor- und Orchestermusik zu Ende gegangen. An dem dreitägigen Treffen, das diesmal im brandenburgischen Eberswalde stattfand, nahmen rund 1.100 Musiker aus 46 Ensembles der Amateurmusikszene teil. Das Spektrum reichte vom A-Capella-Quartett bis hin zu Symphonieorchestern. Stellvertretend für die mit den Zelter- und Pro Musica-Plaketten bedachten 37 Chöre und 7 Orchester zeichnete die brandenburgische Kulturministerin Sabine Kunst die Johanneskantorei der evangelischen Johanneskirchengemeinde in Berlin-Lichterfelde und das Sinfonieorchester Friedrichshafen aus. Die Tage der Chor- und Orchestermusik werden seit 1971 an wechselnden Orten in Deutschland durchgeführt.

Nikolaus Harnoncourt gestorben

Dirigent starb in der Nacht auf Sonntag nach schwerer Krankheit

Der Dirigent und Meister der Alten Musik, Nikolaus Harnoncourt, ist in der Nacht auf Sonntag im Kreise seiner Familie nach einer schweren Erkrankung im Alter von 86 Jahren gestorben. "Am 5. 3. 2016 ist Nikolaus Harnoncourt friedlich im Kreis seiner Familie entschlafen. Trauer und Dankbarkeit sind groß", heißt es in einer kurzen Bekanntgabe von Gattin Alice Harnoncourt und der Familie. "Eine Ära ist zu Ende gegangen", sagte der Intendant des Wiener Musikvereins, Thomas Angyan, tief erschüttert in einer ersten Reaktion. Anfang Dezember hatte sich Harnoncourt endgültig vom Dirigentenpult zurückgezogen. "Meine körperlichen Kräfte gebieten eine Absage meiner weiteren Pläne." Mit diesen Worten leitete Harnoncourt damals jenen kurzen Brief ein, mit dem er sich im Musikverein von seinem Publikum verabschiedete. Harnoncourt musizierte mit den großen Orchestern von Amsterdam bis Wien und galt als Doyen der Alten Musik. Er brachte mit seiner Forderung nach detailliertem Quellenstudium und Originalklanginstrumenten eine Revolution in der Aufführungspraxis auf den Weg. Schon früh untermauerte er seine Ansicht auch theoretisch. Das Publikum stieß bei seinen Konzerten meist auf neue Interpretationen: "Die Tonschönheit ist nicht das Ziel, sondern die Vermittlung bestimmter Ausdrucksqualitäten", fasste Harnoncourt seinen Ansatz zusammen. Eine wichtige Rolle auch in Harnoncourts musikalischem Leben spielt seine Ehefrau Alice, Geigerin, Gambistin und langjährige Konzertmeisterin. 2011 wurden beide mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien ausgezeichnet.

Andrzej Wajda feiert 90. Geburtstag

Regisseur auch in hohem Alter gesellschaftlich engagiert

Der polnische Regisseur Andrzej Wajda feiert seinen 90. Geburtstag. Er gilt als der bedeutendste Filmemacher Polens. Seine Filme waren stets politisch brisant und gesellschaftskritisch. So setzte er zum Beispiel mit "Der Mann aus Eisen" den streikenden Danziger Werftarbeitern der Gewerkschaft "Solidarnosc" ein filmisches Denkmal. In "Die Karwoche" rührte er an das Tabu des polnischen Antisemitismus, und in seinem wuchtigsten Werk, "Katyn“, prangerte er das Massaker der Sowjets 1940 an Tausenden von polnischen Offizieren an. Die Filmfestivals in Venedig und Berlin zeichneten ihn mit Ehrenpreisen aus, 2000 gab es auch noch den Ehrenoscar. Auch im fortgeschrittenen Alter gibt sich Wajda nicht versöhnlich. Zuletzt stellte er sich an die Seite der Opposition gegen die aktuelle PiS-Regierung in Polen und kritisierte deren Versuche, Justiz, Medien und das kulturelle Leben unter ihre Kontrolle zu bringen, scharf.

Brumlik erhält Buber-Rosenzweig-Medaille

Ehrung ist Auftakt der "Woche der Brüderlichkeit"

Der Philosoph, Publizist und Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik ist in Hannover mit der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit geehrt worden. Der Rat setzt sich für eine bessere christlich-jüdische Verständigung ein. Die Botschafterin für das Luther-Jahr 2017, Margot Käßmann, würdigte in ihrer Laudatio den Preisträger der Buber-Rosenzweig-Medaille, Brumlik, als "Querdenker" in einer Zeit, "die zu Anpassung und Mainstream neigt". Religion müsse selbstkritisch sein und offen für den Dialog. "Gewaltfreie Konfliktfähigkeit auch von religiösen Überzeugungen ist gerade in unserer Zeit dringend gefragt." Die Auszeichnung war Auftakt der christlich-jüdischen "Woche der Brüderlichkeit 2016". Unter dem Motto "Um Gottes Willen" richtet sie sich in diesem Jahr gegen den Missbrauch von Religion. Bis zum 13. März sind dazu deutschlandweit Veranstaltungen geplant.

Deutscher Tanzpreis für Martin Puttke

Puttke war Leiter der Staatlichen Ballettschule Berlin

Der Tanzpädagoge Martin Puttke wurde am Samstag Abend im Essener Aalto-Theater mit dem Deutschen Tanzpreis ausgezeichnet. Der 72-Jährige leitete die Staatliche Ballettschule in Berlin und war künstlerischer Leiter des Balletts der Deutschen Staatsoper. Von 1995 bis 2008 war Puttke Ballettdirektor des Aalto-Balletts in Essen. Der Deutsche Tanzpreis wird vom Förderverein Tanzkunst Deutschland vergeben. Der Verein ehrt damit das Lebenswerk herausragender Persönlichkeiten aus der Tanzszene.

Neuber-Preis geht an Regisseurin Gintersdorfer    

Preis ist mit 10000 Euro dotiert

Die Theaterregisseurin Monika Gintersdorfer ist mit dem Caroline-Neuber-Preis 2016 der Stadt Leipzig geehrt worden. Sie erhielt die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung im Schauspiel Leipzig. Gintersdorfer habe zusammen mit Knut Klaßen eine stilprägende Tanz- und Theatertruppe gegründet, die sich um den deutsch-afrikanischen Austausch verdient gemacht habe, hieß es zur Begründung. Mit ihren Arbeiten gastieren Gintersdorfer/Klaßen auf renommierten Bühnen im In- und Ausland. Der Caroline-Neuber-Preis wird seit 1998 alle zwei Jahre an weibliche Theaterschaffende verliehen, deren Wirken Maßstäbe setzt. Er wird in Erinnerung an die Theaterreformerin Friederike Caroline Neuber vergeben, die 1727 das sächsische Privileg erhielt, in Leipzig ein festes Theater zu errichten.

Roth erhält Großen Österreichischen Staatspreis

Staatspreis wurde zuletzt 2012 in der Sparte Literatur vergeben

Der Schriftsteller Gerhard Roth erhält den Großen Österreichischen Staatspreis 2016. Kulturminister Josef Ostermayer sagte zur Begründung, Roth habe zwei zentrale Werke der österreichischen Nachkriegsliteratur geschaffen. In seinen beiden Romanzyklen "Archive des Schweigens" und "Orkus" lenke er einen kritischen Blick auf die Geschichte des Landes. Gerhard Roth, der in Wien lebt, verfasste außerdem Theaterstücke, Erzählungen und journalistische Texte. Der Staatspreis wurde zuletzt 2012 in der Sparte Literatur vergeben.

Artur Brauner: Nazi-Propagandafilme nicht frei zeigen

Produzent übergibt einen Teil seiner Filmsammlung an das Jüdische Museum

Propagandafilme der Nationalsozialisten sollten nach Meinung des Produzenten Artur Brauner nicht frei gezeigt werden. Diese Filme seien unter großer Aufmachung gedreht worden. "Geld spielte keine Rolle. Diese Filme sind reine Hetze gegen Juden", erklärte der Holocaust-Überlebende der Deutschen Presse-Agentur. "Bücher wie Hitlers "Mein Kampf" werden zurecht nur in einer kommentierten Version publiziert, also sollte man auch solchen Filmen nicht unkommentiert eine Plattform bieten." In Deutschland können einige NS-Filme wie "Hitlerjunge Quex" nur unter Auflagen gezeigt werden, man findet sie aber auch online etwa auf YouTube. "Ich habe das Gefühl, dass viele der Vergangenheit noch oder wieder nachhängen", schrieb Brauner in dem schriftlich geführten Interview. Der Filmemacher hatte nach dem Krieg die legendäre Central Cinema Company (CCC-Film) aufgebaut. Am Montag übergibt er einen Teil seiner Filmsammlung an das Jüdische Museum in Berlin. Die Filme sind nach seinen Angaben den Opfern des Holocaust gewidmet.

Berben: Aufstehen gegen Gewalt gegenüber Flüchtlingen

Berben engagiert sich seit Jahrzenten gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit

Schauspielerin Iris Berben zeigt sich schockiert über die "extreme Gewaltbereitschaft" gegenüber Flüchtlingen in vielen Teilen Deutschlands. Mit Blick auf die jüngsten rechtsradikalen Proteste gegen Flüchtlinge in Sachsen sagte Berben der "B.Z. am Sonntag": "Ja, das hat mich überrascht, weil es in seiner Dumpfheit, Dummheit und Primitivität so offensichtlich ist. Ich bin in den Achtundsechzigern aufgewachsen und finde, es gäbe wieder viele Gründe aufzustehen als Gesellschaft", sagte die 65-Jährige. "Frau Merkel hat den berühmten Satz gesagt, der unserem Miteinander entspricht. Warum also, verdammt nochmal, sind die anderen so laut und wir nicht", fragte die Schauspielerin, die sich seit Jahrzehnten gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit engagiert. Auf die Frage, ob sie als Botschafterin gegen Antisemitismus Herausforderungen auf diesem Gebiet durch die vielen muslimischen Einwanderer befürchte, sagte Berben, es müssten gemeinsame Lösungen gefunden werden. "Und auf dieser Ebene müssen wir die Toleranz der Religionen kriegen und die Menschen dazu bekommen, sich an Gesetze zu halten. Das wird natürlich Arbeit."

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