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Kulturnachrichten

Montag, 11. Januar 2016

Bibelübersetzung aus dem 14. Jahrhundert

Forschungsprojekt der Uni Jena wird mit 4,5 Millionen Euro gefördert

Lange vor Martin Luther (1483-1546) gab es bereits im 14. Jahrhundert die ersten Übersetzungen der Bibel ins Deutsche. Wissenschaftler der Universität Jena haben nun ein auf zwölf Jahre angelegtes Forschungsprojekt gestartet, um die Übersetzung eines Autors um 1330 als ediertes Gesamtwerk herauszugeben. Der namentlich kaum bekannte "österreichische Bibelübersetzer" war demnach Laie und legte eine umfangreiche und kommentierte Version vor. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) fördert das Projekt mit einem Gesamtbudget von 4,5 Millionen Euro. Beteiligt sind an dem Projekt zudem die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften und die Bayerische Akademie der Wissenschaften. Trotz der sehr aufwendigen und zum Teil reich bebilderten Handschriften sei der Autor bisher nur Spezialisten bekannt, so die Universität. Seine Übersetzung besteche durch eine "geradezu elegante deutsche Prosa". Dabei habe der Autor nicht nur große Teile der Bibel übersetzt, sondern kommentiere sie für ein besseres Textverständnis und verteidige in seinen programmatischen Vorreden zudem das Recht der Laien auf die Bibel in der Volkssprache.

DJV verurteilt Kündigungen bei Polens Rundfunk

Deutscher Journalisten-Verband ruft zur Solidarität auf

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Kündigungen von Journalisten bei den polnischen Rundfunksendern als "politisch motiviert" verurteilt und ihre sofortige Rücknahme gefordert. Unmittelbar nach Inkrafttreten des Mediengesetzes am vergangenen Freitag waren leitende Redakteure mehrerer bislang öffentlich-rechtlicher Sender entlassen worden. Der DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall wertete die Maßnahmen als "offenen Putsch von oben, mit dem regierungskritische Journalisten mundtot gemacht werden sollen". Das sei das Ende der Rundfunkfreiheit in Polen. Überall verwies darauf, dass die Demonstrationen in mehreren polnischen Städten am Wochenende gezeigt hätten, welch hohen Stellenwert die Freiheit der Medien in der Bevölkerung genieße. "Wenn die polnische Regierung die Journalisten an die Leine nehmen will, macht sie Politik gegen die Bürger."

Deutscher Fernsehpreis: Ehrenpreis für Wallraff

Verleihung am Mittwoch

Enthüllungsjournalist Günter Wallraff (73) ist Ehrenpreisträger beim Deutschen Fernsehpreis 2016. Wie kein Zweiter habe sich Wallraff in seinem über 50-jährigen Berufsleben um den investigativen Journalismus in Deutschland verdient gemacht, hieß es zur Begründung. "Die Entscheidung der Senderchefs und Intendanten, einem wie mir diesen Ehrenpreis zu verleihen, hat mich überrascht", sagte Wallraff einer Mitteilung zufolge. Er rief die Fernsehmacher dazu auf, mehr in den engagiert-kritischen und aufklärerischen Journalismus zu investieren. Der Kölner Journalist hat mehrere Enthüllungs-Bestseller geschrieben, für die er in andere Rollen schlüpfte. Im vergangenen Jahr hatte es nach heftiger Kritik an der Vergabepraxis keinen Ehrenpreis gegeben. Am Mittwoch wird der Deutsche Fernsehpreis in neuem Format als selbst ernanntes "Branchentreffen" über die Bühne gehen und nicht im TV übertragen. Die Verleihung in mehr als 20 Kategorien soll Schauspieler und Produktionen würdigen, die in den Auge der Jury zu den besten gehörten.

David Bowie ist tot

Britischer Rockstar 69-jährig an Folgen eines Krebsleidens gestorben

Der britische Musiker David Bowie ist tot. Das wurde auf seinen offiziellen Seiten in den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook mitgeteilt. Er sei "nach einem mutigen 18-monatigen Kampf gegen den Krebs im Kreis seiner Familie friedlich verstorben". Bowie galt als einer der bedeutendsten Rockmusiker der vergangenen Jahrzehnte. Erst am Freitag hatte er zu seinem 69. Geburtstag sein 25. Album namens "Blackstar" veröffentlicht. Zahlreiche Prominente reagierten bestürzt über den Tod Bowies. Großbritanniens Premierminister David Cameron bedauerte den Tod des legendären Sängers. Bowie sei ein Meister der Neuerfindung gewesen, der es immer wieder richtig getroffen habe. Sein Tod sei ein riesiger Verlust, äußerte sich der Politiker. Musiker Kanye West twitterte: "David Bowie war eine meiner größten Inspirationen, so furchtlos, so kreativ." Und Schauspieler Russell Crowe schrieb: "Ich habe deine Musik geliebt. Ich habe dich geliebt. Bowie war einer der größten Unterhaltungskünstler, der je gelebt hat."

Golden Globes für Rachedrama "The Reverent"

Leonardo DiCaprio als bester Hauptdarsteller geehrt

Das Überlebensdrama "The Revenant" ist mit drei Preisen der große Gewinner der 73. Verleihung der Golden Globes. Der Verband der Auslandspresse verlieh dem Thriller des Mexikaners Alejandro González Iñárritu den Top-Preis als bestes Filmdrama. Bei der Gala in Beverly Hills wurde Iñárritu außerdem als bester Regisseur geehrt, Leonardo DiCaprio als bester Hauptdarsteller. DiCaprio spielt einen Pelztierjäger, der in der Wildnis ums Überleben kämpft. Zwei Preise gab es für das Weltraumepos "Der Marsianer" von Regisseur Ridley Scott. Der Film wurde als beste Komödie, Matt Damon als bester Hauptdarsteller in einer Komödie ausgezeichnet. Weitere Golden Globe Ehrungen für schauspielerische Leistungen wurden Jennifer Lawrence, Kate Winslet, Sylvester Stallone, Denzel Washington und Sängerin Lady Gaga zuteil. Für das beste Drehbuch wurde Aaron Sorkin ("Steve Jobs") ausgezeichnet. Das als Favorit gehandelte Liebesdrama "Carol", ein Film über eine lesbische Liebe in den 1950er Jahren mit den Cate Blanchett und Rooney Mara, ging überraschend leer aus. Die Golden Globe Awards sind die wichtigsten Filmpreise nach den Oscars.

Rhythm-and-Blues-Sänger und Aktivist Otis Clay tot

Clay bereitete gerade eine US- und Europatournee vor

Der Rhythm-and-Blues-Sänger und Aktivist Otis Clay ist mit 73 Jahren gestorben. Er sei
einem Herzinfarkt erlegen, sagte seine Tochter Ronda Tankson. Sein Manager Miki Mulvehill bezeichnete ihn als "letzten Fahnenträger des tiefen Southern Soul". Der im US-Staat Mississippi geborene Clay war einmal für den renommierten Grammy-Musikpreis nominiert gewesen. 2013 wurde er in die Blues Hall of Fame der Blues Foundation in Memphis aufgenommen. Clay habe gerade seine US- und Europatournee vorbereitet, sagte Mulvehill weiter. Er sei nicht nur ein großer Musiker gewesen, sondern auch ein Humanist, der sich für wohltätige Zwecke engagiert habe. Clay spielte seinen Gospel-Song "When the Gates Swing Open" von 1993 oft bei Beerdigungen.

Deutscher Kabarett-Preis für das Duo "Ohne Rolf"

Die Schweizer kommunizieren auf der Bühne nur mittels Texttafeln

Das Schweizer Duo "Ohne Rolf" ist mit dem Deutschen Kabarett-Preis 2015 ausgezeichnet worden. Die beiden Luzerner Künstler Jonas Anderhub und Christof Wolfisberg (beide 39) nahmen die mit 6000 Euro dotierte Auszeichnung bei einer Gala in der Nürnberger Tafelhalle entgegen. Der Deutsche Kabarett-Preis wird jährlich vom Nürnberger Burgtheater vergebenPreisstifter ist die Stadt Nürnberg. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit dem "Genregrenzen sprengenden Ideenreichtum" der beiden Künstler. Statt miteinander zu sprechen, spielen die beiden Komiker auf der Bühne mit Texttafeln, die sie oft auf verblüffende Weise kombinieren. Ihre punktgenaue Präzision, ihre sprach-spielerische Leichtigkeit und die philosophische Tiefe ihrer Programme sei so überraschend fantasievoll, "dass man nach mehr süchtig wird". Den Förderpreis mit 4000 Euro erhielt Sarah Hakenberg aus München, der Sonderpreis in Höhe von 2000 Euro ging an den Teisendorfer Josef Brustmann, Mitglied der Gruppe "Jodelwahnsinn".

Sean Penn interviewte Drogenboss "El Chapo"

Joaquín Guzmán droht Auslieferung an die USA

Der nach einem spektakulären Gefängnisausbruch gefasste mexikanische Drogenboss "El Chapo" hat US-Filmstar Sean Penn während seiner Flucht ein Interview gegeben. Das Magazin "Rolling Stone" veröffentlichte online einen Bericht des Schauspielers. Womöglich wurde seine Eitelkeit dem 58-jährigen Joaquín Guzmán ("El Chapo" = der Kurze) zum Verhängnis. Generalstaatsanwältin Arely Gómez betonte nach der Festnahme, man sei ihm auf die Spur gekommen, nachdem er "Schauspielerinnen und Produzenten" kontaktiert habe, um einen Film über sein Leben drehen zu lassen. Nun droht ihm die Auslieferung an die USA. Beleg für das Treffen von Penn und Guzmán im Oktober ist ein Foto, das beide beim Handschlag zeigt. "El Chapo" war im Juli durch einen Tunnel mit elektrischem Licht, Luftzufuhr und Schienen aus einem Hochsicherheitsgefängnis geflohen. Penn berichtet, der Chef des Sinaloa-Kartells habe seine Ingenieure für den Tunnel zu einer dreimonatigen Fortbildung nach Deutschland geschickt.

Trauerfeier für Motörhead-Star Lemmy in Los Angeles

Zeremonie wurde per Live-Stream übertragen

Großer Abschied vom legendären Musiker: Familie, Freunde und Kollegen haben bei Trauerfeiern in Los Angeles an Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister erinnert. Per Live-Stream konnten Fans in aller Welt die Hauptzeremonie vom Forest-Lawn-Memorial-Friedhof mitverfolgen. Kilmister starb am 28. Dezember im Alter von 70 Jahren in Los Angeles. Der gebürtige Engländer hatte erst kurz zuvor eine Krebsdiagnose erhalten. Der Live-Stream wurde auch in Kilmisters Stammkneipe "Rainbow Bar and Grill" auf dem Sunset Strip gezeigt. Wie Manager Tony Brown mitteilte, feierten dort Hunderte Fans. Kilmister habe gleich um die Ecke gewohnt.

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