Seit 00:05 Uhr Freispiel
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 00:05 Uhr Freispiel
 
 

Thema / Archiv | Beitrag vom 12.09.2006

Datenschutz "quasi aus dem Fenster geworfen"

CCC warnt vor Tendenz zum "gläsernen Menschen"

Die Hacker-Ethik des CCC: "Informationsfreiheit" und "Menschenrecht auf Kommunikation". (Stock.XCHNG / Carsten Müller)
Die Hacker-Ethik des CCC: "Informationsfreiheit" und "Menschenrecht auf Kommunikation". (Stock.XCHNG / Carsten Müller)

Der Chaos Computer Club - kurz CCC - fordert das "Menschenrecht auf Kommunikation" und kämpft gegen die Entwicklung zum "gläsernen Menschen". Dieser Kampf sei nicht verloren, so der Sprecher des Clubs Andy Müller-Maguhn anlässlich des 25-jährigen Jubiläums - auch wenn nach 2001 der Datenschutz "quasi aus dem Fenster geworfen" worden sei.

Müller-Maguhn, langjähriges Mitglied und Sprecher des Chaos Computer Clubs, forderte eine Überprüfung der Maßnahmen, die nach 2001 voreilig getroffen worden seien, und diese gegebenenfalls zu revidieren. Die Aufgabe der Freiheit über seine persönlichen Daten sei nicht gleichzusetzen mit mehr Sicherheit. "Sicherheit und Überwachung ist überhaupt nicht dasselbe", so Müller-Maguhn. "Ist nicht eigentlich die Sicherheit, die wir wollen, die Sicherheit unsere Freiheit zu haben?"

Müller-Maguhn betonte, das Ziel des CCCs sei es, "Technologien erfassbar" zu machen. Der Nutzer solle sich nicht als Opfer technischer Entwicklungen sehen, weil "man da etwas rein gedrückt bekommt, was man nicht versteht", sondern er solle neue Technologien spielerisch kennen lernen und Andere daran teilhaben lassen.

In der Gründungszeit des CCC habe es zwei Strömungen gegeben: Zum einen die politisch Motivierten, die über die Chancen und Risiken neuer Informationstechnologien diskutierten, zum anderen die technisch Interessierten, die den PC eher als "großes Spielzeug" betrachtet hätten und die Grenzen der Beschäftigung ausloten wollten.

Der CCC wurde am 12. September 1981 am Tisch der Kommune 1 in den Redaktionsräumen der "taz" gegründet. Erstmal sorgte er 1984 für Aufsehen, als Hacker des Clubs das als sicher geltende Bildschirmtextsystem (BTX) der Bundespost knackten und über Nacht knapp 135.000 Deutsche Mark von der Hamburger Sparkasse auf ihr Vereinskonto überwiesen.

Das Gespräch mit Andy Müller-Maguhn können Sie für begrenzte Zeit in unserem Audio-on-demand-Angebot nachhören.

Thema

Karl der GroßeKunstsinniger Barbar
Eine Figur Karls des Großen steht am 16.06.2014 in Aachen (Nordrhein-Westfalen) im Centre Charlemagne. Die Ausstellung "Karl der Große, Macht, Kunst, Schätze" ist vom 20.06.2014 bis zum 21.09.2014 in Aachen zu sehen.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Er war einer der Gründungsväter Europas: Karl der Große hat die karolingische Renaissance eingeleitet. Eigentlich sei es ihm aber nur um die Legitimierung seiner Macht gegangen, meint Kunsthistoriker Michael Imhof. Mehr

DDR-GeschichteSieg über den Ort des Grauens
Der ehemalige politische Gefangene Gilbert Furian in einer Gefängniszelle der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus vom Verein Menschenrechtszentrum in Cottbus (Brandenburg). (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Weil er in der DDR Interviews mit Punks publizierte, kam Gilbert Furian in den Cottbuser Knast. In der heutigen Gedenkstätte wird er nun in der Oper "Fidelio" mitsingen - um einen "großen Rucksack Bitterkeit" erleichtert.Mehr

Agenturfotos"Das ist sicher ein Aufbruch"
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin des US-amerikanischen Internetkonzerns Facebook  (picture alliance / dpa / Foto: Jean-Christophe Bott)

Die Karrierefrau, die am Schreibtisch sitzt, oder das schamlose Zeigen von Terroropfern in Afrika - Sheryl Sandberg von Facebook und Pam Grossman von der Bildagentur Getty Image wollen solchen Klischeefotos etwas entgegensetzen. Sie haben die Datenbank "Lean In Collection" gegründet. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur