Mittwoch, 26. November 2014MEZ17:14 Uhr

Interview

Kleine SprachenHip-Hop auf Platt
Die plattdeutsch singende Musikgruppe "Tüdelband"; Aufnahme vom Januar 2011

Wie gefährdet sind Sprachen wie Friesisch oder Sorbisch? Damit beschäftigt sich eine Berliner Konferenz. Bei der Bewahrung des "Kulturguts" Minderheitensprache sei insbesondere der Staat gefordert, meint Reinhard Goltz vom Institut für niederdeutsche Sprache. Mehr

Monika HauserPreise helfen nicht gegen Vergewaltigungen
Monika Hauser ist Gründerin der Hilfsorganisation "medica mondiale".

Er hilft Mädchen und Frauen, die im Krieg auf brutalste Weise vergewaltigt werden. Dafür bekommt der kongolesische Frauenarzt Denis Mukwege den Sacharow-Preis. Monika Hauser von "medica mondiale" sieht solche Auszeichnungen kritisch. Und hat dafür gute Gründe.Mehr

Karoline Beck"Die Frauenquote ist überflüssig"

Monatelang wurde gestritten: Jetzt hat sich die Regierungskoalition auf eine Frauenquote verständigt. Sie sei überflüssig, kritisiert Karoline Beck vom Verband "Die Familienunternehmer". Eigentümer sollten selbst entscheiden, wer ihr Unternehmen kontrolliere. Mehr

weitere Beiträge

Interview / Archiv | Beitrag vom 07.08.2012

"Das Verfahren ist intransparent"

Karl Lauterbach fordert parteienübergreifende Neuregelung der Organtransplantationsverfahren

Lauterbach: Die derzeitige Diskussion um die jüngst aufgedeckten Vorgänge ist für die Transplantationsmedizin ein "Supergau".
Lauterbach: Die derzeitige Diskussion um die jüngst aufgedeckten Vorgänge ist für die Transplantationsmedizin ein "Supergau". (picture alliance / ZB)

Bei der Vergabe von Organtransplantationen müsse es ein stärkeres Zusammenwirken von Selbstverwaltung, Politik und Justiz geben, betont der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Karl Lauterbach. "Ein Schnellschuss" sei auf jeden Fall abzulehnen.

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Karl Lauterbach, hat eine parteienübergreifende Neuregelung der Organtransplantationsverfahren gefordert.

Nach Meldungen, wonach viele Spenderorgane an den offiziellen Wartelisten vorbei vergeben werden, sagte Lauterbach, es gebe offensichtlich eine Unabgestimmtheit der Zuständigkeiten und der Verantwortlichkeiten: "Das Verfahren ist intransparent. Die starke Zunahme des beschleunigten Verfahrens geht medizinisch nur schwer in Ordnung."

Es müsse ein stärkeres Zusammenwirken der Selbstverwaltung, der Politik und der Justiz geben, betonte Lauterbach: "Nur wenn wir diese drei Blöcke miteinander verzahnen, ohne dass es einen rechtsfreien, kontrollfreien Raum gibt, mit klar definierten Verantwortlichkeiten, kann es wieder funktionieren. Ein Schnellschuss ist auf jeden Fall abzulehnen."

Die derzeitige Diskussion um die jüngst aufgedeckten Vorgänge sei für die Transplantationsmedizin ein "Supergau", äußerte Lauterbach. Doch Deutschland sei ein Land, in dem erkannte Probleme auch sehr sauber gelöst werden würden: "Und wir brauchen hier schlicht eine klar definierte Lösung, ein transparentes Verfahren ohne Parteipolitik ( ... ). Wir sind dazu in der Lage. Und dann gewinnen wir auch die Spendebereitschaft der Bevölkerung und auch das Vertrauen der Patienten zurück. Deutschland ist kein korruptes Land."


Links bei dradio.de:

Vorbei an der Warteliste - <br> Neue Zahlen zur Organspende offenbaren Anfälligkeit des Vergabesystems

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Vorbei an der Warteliste