Seit 10:07 Uhr Lesart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 10:07 Uhr Lesart
 
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 07.08.2012

"Das Verfahren ist intransparent"

Karl Lauterbach fordert parteienübergreifende Neuregelung der Organtransplantationsverfahren

Lauterbach: Die derzeitige Diskussion um die jüngst aufgedeckten Vorgänge ist für die Transplantationsmedizin ein "Supergau". (picture alliance / ZB)
Lauterbach: Die derzeitige Diskussion um die jüngst aufgedeckten Vorgänge ist für die Transplantationsmedizin ein "Supergau". (picture alliance / ZB)

Bei der Vergabe von Organtransplantationen müsse es ein stärkeres Zusammenwirken von Selbstverwaltung, Politik und Justiz geben, betont der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Karl Lauterbach. "Ein Schnellschuss" sei auf jeden Fall abzulehnen.

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Karl Lauterbach, hat eine parteienübergreifende Neuregelung der Organtransplantationsverfahren gefordert.

Nach Meldungen, wonach viele Spenderorgane an den offiziellen Wartelisten vorbei vergeben werden, sagte Lauterbach, es gebe offensichtlich eine Unabgestimmtheit der Zuständigkeiten und der Verantwortlichkeiten: "Das Verfahren ist intransparent. Die starke Zunahme des beschleunigten Verfahrens geht medizinisch nur schwer in Ordnung."

Es müsse ein stärkeres Zusammenwirken der Selbstverwaltung, der Politik und der Justiz geben, betonte Lauterbach: "Nur wenn wir diese drei Blöcke miteinander verzahnen, ohne dass es einen rechtsfreien, kontrollfreien Raum gibt, mit klar definierten Verantwortlichkeiten, kann es wieder funktionieren. Ein Schnellschuss ist auf jeden Fall abzulehnen."

Die derzeitige Diskussion um die jüngst aufgedeckten Vorgänge sei für die Transplantationsmedizin ein "Supergau", äußerte Lauterbach. Doch Deutschland sei ein Land, in dem erkannte Probleme auch sehr sauber gelöst werden würden: "Und wir brauchen hier schlicht eine klar definierte Lösung, ein transparentes Verfahren ohne Parteipolitik ( ... ). Wir sind dazu in der Lage. Und dann gewinnen wir auch die Spendebereitschaft der Bevölkerung und auch das Vertrauen der Patienten zurück. Deutschland ist kein korruptes Land."


Links bei dradio.de:

Vorbei an der Warteliste - <br> Neue Zahlen zur Organspende offenbaren Anfälligkeit des Vergabesystems

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Vorbei an der Warteliste

Interview

Mundarten in Deutschland Sterben unsere Dialekte aus?
Bayerin im Chiemgau mit Breitenstein und Geigelstein. (imago)

Berliner, die nicht berlinern oder Münchner, die nicht Bayerisch sprechen: Wird es irgendwann keine Dialekte mehr in Deutschland geben? Der Sprachwissenschaftler Sebastian Kürschner kann beruhigen: Ganz so schlimm wird es nicht kommen.Mehr

Zum Tod von Shimon Peres"Mahner für den Frieden"
Israelischer Ec-Präsident Schimon Peres (dpa / Jens Büttner)

Shimon Peres sei das "Gewissen Israels" gewesen, sagt unser ehemaliger Israel-Korrespondent Sebastian Engelbrecht. Der frühere israelische Präsident habe immer wieder zu neuen Anläufen bei den Friedensgesprächen mit den Palästinensern aufgefordert - auch in Zeiten der rechtsgerichteten Regierung. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur