Dienstag, 21. April 2015MESZ03:27 Uhr

Interview

Kritik an FlüchtlingspolitikGegen den Visazwang
Auf dem Deck eines Schiffs der italienischen Küstenwache liegen gerettete Flüchtlinge. (picture alliance / dpa / Ivan Consiglio)

Das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer habe gezeigt, dass "man den Tod zum eigenen Helfershelfer macht", sagt die Migrationsforscherin Sabine Hess. Das Zynische sei, dass viele der Ertrunkenen - wären sie in Deutschland angekommen - auch hätten bleiben dürfen.Mehr

Libyen und die Katastrophe"Zur Flucht nach Europa verdammt"
Aus dem Mittelmeer gerettete Flüchtlinge im Hafen von Messina auf Sizilien. (AFP / Giovanni Isolino)

Der Untergang eines Flüchtlingsschiffs vor der libyschen Küste hat möglicherweise über 900 Menschen das Leben gekostet. In Libyen sei das Unglück mit Erschütterung aufgenommen worden, sagt der Journalist Mirco Keilberth, der sich zur Zeit in dem Land aufhält.Mehr

Autonomes HandelnNur dem Gewissen verpflichtet
Denkmal des Reformators Martin Luther (1483-1546) mit der Stadtkirche im Hintergrund in der Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt).  (dpa / picture alliance / Peter Endig)

Autonom handeln, das ist unser aller Ziel. Doch sind wir in unseren Entscheidungen immer wirklich so frei, wie wir glauben? Der Berliner Philosoph Michael Pauen hat diese Frage untersucht - und gibt Denkanstöße.Mehr

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Interview / Archiv | Beitrag vom 07.08.2012

"Das Verfahren ist intransparent"

Karl Lauterbach fordert parteienübergreifende Neuregelung der Organtransplantationsverfahren

Lauterbach: Die derzeitige Diskussion um die jüngst aufgedeckten Vorgänge ist für die Transplantationsmedizin ein "Supergau". (picture alliance / ZB)
Lauterbach: Die derzeitige Diskussion um die jüngst aufgedeckten Vorgänge ist für die Transplantationsmedizin ein "Supergau". (picture alliance / ZB)

Bei der Vergabe von Organtransplantationen müsse es ein stärkeres Zusammenwirken von Selbstverwaltung, Politik und Justiz geben, betont der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Karl Lauterbach. "Ein Schnellschuss" sei auf jeden Fall abzulehnen.

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Karl Lauterbach, hat eine parteienübergreifende Neuregelung der Organtransplantationsverfahren gefordert.

Nach Meldungen, wonach viele Spenderorgane an den offiziellen Wartelisten vorbei vergeben werden, sagte Lauterbach, es gebe offensichtlich eine Unabgestimmtheit der Zuständigkeiten und der Verantwortlichkeiten: "Das Verfahren ist intransparent. Die starke Zunahme des beschleunigten Verfahrens geht medizinisch nur schwer in Ordnung."

Es müsse ein stärkeres Zusammenwirken der Selbstverwaltung, der Politik und der Justiz geben, betonte Lauterbach: "Nur wenn wir diese drei Blöcke miteinander verzahnen, ohne dass es einen rechtsfreien, kontrollfreien Raum gibt, mit klar definierten Verantwortlichkeiten, kann es wieder funktionieren. Ein Schnellschuss ist auf jeden Fall abzulehnen."

Die derzeitige Diskussion um die jüngst aufgedeckten Vorgänge sei für die Transplantationsmedizin ein "Supergau", äußerte Lauterbach. Doch Deutschland sei ein Land, in dem erkannte Probleme auch sehr sauber gelöst werden würden: "Und wir brauchen hier schlicht eine klar definierte Lösung, ein transparentes Verfahren ohne Parteipolitik ( ... ). Wir sind dazu in der Lage. Und dann gewinnen wir auch die Spendebereitschaft der Bevölkerung und auch das Vertrauen der Patienten zurück. Deutschland ist kein korruptes Land."


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