Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Literatur / Archiv | Beitrag vom 22.05.2012

Das Heilige und der Humor

Raffaels Sixtinische Madonna im Spiegel der Literatur

Von Edelgard Abenstein

Besucher der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden stehen vor der Sixtinischen Madonna von Raffael. (picture alliance / dpa / Matthias Hiekel)
Besucher der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden stehen vor der Sixtinischen Madonna von Raffael. (picture alliance / dpa / Matthias Hiekel)

Deutschlands berühmtestes Gemälde feiert seinen 500. Geburtstag: Raffaels Sixtinische Madonna. Seit seiner Ankunft in Dresden um die Mitte des 18. Jahrhunderts versetzte es Dichterseelen in Aufruhr. Kein Bild, das in der deutschen Literatur mehr Spuren hinterlassen hätte.

Heinrich von Kleist kam täglich und stand stundenlang davor, für Ludwig Tieck "war es wie in der Kirche", Winckelmann beschrieb es als "stille Größe". Eine von der Aufklärung säkularisierte Welt stürzte sich mit religiöser Inbrunst auf die Kunst. Es wurde Kult, die Sixtinische Madonna in Gedichten und Geschichten, in Briefen, Essays und Reiseberichten als weltliche Göttin zu feiern.

Kein Wunder, dass die zwei lümmelnden Engel kurzerhand exkommuniziert wurden. Im Verein mit einer aufstrebenden Kunstwissenschaft behauptete man, sie stammten gar nicht von Raffael, was dem Duo eine separate Weltkarriere bescherte - zwischen Kunst und Kitsch. Erst heute lassen sich das Heilige und die Komik wieder in schöner Koexistenz zusammen denken.

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat

Literatur

Carson McCullersDie einsame Jägerin
(imago/United Archives International)

Sie wäre am 19. Februar 100. Jahre alt geworden: Carson McCullers. Die in den Südstaaten geborene Autorin veröffentlichte mit nur 23 Jahren ihren Welterfolg "Das Herz ist ein einsamer Jäger". Ihre Themen: Rassenhass, Lebenslügen und Einsamkeit. Mehr

"Desolation Angels"Jack Kerouac und die Beat-Autoren
Die US-Autoren Allen Ginsberg und Jack Kerouac (Walter Bibikow / Danita Delimont / Imago)

Sie wollten schreiben, wie sich Bebop anhört: hart, fordernd, atemlos. Die US-Amerikaner Jack Kerouac, William S. Burroughs und Allen Ginsberg verkörpern die Beat-Generation der Nachkriegszeit. Abenteuerlustig machten sie sich auf, die Welt aus den Angeln zu heben.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur