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Literatur

Fritz Rudolf Fries zum GedenkenDer Rausch im Niemandsland
Fritz Rudolf Fries (imago/ gezett)

Im Alter von sechs Jahren zog der in Bilbao geborene Fritz Rudolf Fries in die DDR. Jazz, Literatur, Politik: Von einem magischen Dreieck handelt das Feature über den späteren Schriftsteller, der letztes Jahr gestorben ist und am 19. Mai 80 Jahre alt geworden wäre.Mehr

OptimierungEntwürfe des perfekten Menschen
Smartphone mit einer Fitness-App, daneben eine Hantel auf einem Handtuch (Imago / Westend61)

In zeitgenössischen Romanen von Juli Zeh, Angelika Meier, Benjamin Stein und anderen wird der Mensch mittels Medizin und Technik optimiert. Dabei stellt sich die Frage: Was ist Science Fiction und was bereits Realität? Mehr

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Literatur / Archiv | Beitrag vom 22.05.2012

Das Heilige und der Humor

Raffaels Sixtinische Madonna im Spiegel der Literatur

Von Edelgard Abenstein

Besucher der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden stehen vor der Sixtinischen Madonna von Raffael. (picture alliance / dpa / Matthias Hiekel)
Besucher der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden stehen vor der Sixtinischen Madonna von Raffael. (picture alliance / dpa / Matthias Hiekel)

Deutschlands berühmtestes Gemälde feiert seinen 500. Geburtstag: Raffaels Sixtinische Madonna. Seit seiner Ankunft in Dresden um die Mitte des 18. Jahrhunderts versetzte es Dichterseelen in Aufruhr. Kein Bild, das in der deutschen Literatur mehr Spuren hinterlassen hätte.

Heinrich von Kleist kam täglich und stand stundenlang davor, für Ludwig Tieck "war es wie in der Kirche", Winckelmann beschrieb es als "stille Größe". Eine von der Aufklärung säkularisierte Welt stürzte sich mit religiöser Inbrunst auf die Kunst. Es wurde Kult, die Sixtinische Madonna in Gedichten und Geschichten, in Briefen, Essays und Reiseberichten als weltliche Göttin zu feiern.

Kein Wunder, dass die zwei lümmelnden Engel kurzerhand exkommuniziert wurden. Im Verein mit einer aufstrebenden Kunstwissenschaft behauptete man, sie stammten gar nicht von Raffael, was dem Duo eine separate Weltkarriere bescherte - zwischen Kunst und Kitsch. Erst heute lassen sich das Heilige und die Komik wieder in schöner Koexistenz zusammen denken.

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