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Literatur

Französische RevolutionTugend, Terror, Traumfabriken
Johannes Willms , aufgenommen am 09.10.2014 auf der 66. Frankfurter Buchmesse in Frankfurt am Main (Hessen). (picture alliance / dpa-Zentralbild)

Ein deutsch-französisches Gespräch über Freiheit und Blut, über Tragödie und Farce, über Politik und Gedächtnisräume. Gäste sind der Historiker Johannes Willms, Autor des Buchs "Tugend und Terror", sowie die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy.Mehr

Abgründe der LiteraturLob der Angst
Stephen King zeigt bei einer Lesung in Hamburg sein Buch "Doctor Sleep"  (picture alliance / dpa / Maja Hitij)

Der moderne Horror hockt in den Rissen des Lebens. Er spielt sich nicht mehr − wie noch bei "Dracula" − in beruhigender Ferne ab, sondern im Alltag. Wir machen Ausflüge zu den Nachtseiten der Literatur mit Elfriede Jelinek, Georg Klein, Stephen King, Paul Auster und Doris Lessing.Mehr

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Literatur / Archiv | Beitrag vom 22.05.2012

Das Heilige und der Humor

Raffaels Sixtinische Madonna im Spiegel der Literatur

Von Edelgard Abenstein

Besucher der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden stehen vor der Sixtinischen Madonna von Raffael. (picture alliance / dpa / Matthias Hiekel)
Besucher der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden stehen vor der Sixtinischen Madonna von Raffael. (picture alliance / dpa / Matthias Hiekel)

Deutschlands berühmtestes Gemälde feiert seinen 500. Geburtstag: Raffaels Sixtinische Madonna. Seit seiner Ankunft in Dresden um die Mitte des 18. Jahrhunderts versetzte es Dichterseelen in Aufruhr. Kein Bild, das in der deutschen Literatur mehr Spuren hinterlassen hätte.

Heinrich von Kleist kam täglich und stand stundenlang davor, für Ludwig Tieck "war es wie in der Kirche", Winckelmann beschrieb es als "stille Größe". Eine von der Aufklärung säkularisierte Welt stürzte sich mit religiöser Inbrunst auf die Kunst. Es wurde Kult, die Sixtinische Madonna in Gedichten und Geschichten, in Briefen, Essays und Reiseberichten als weltliche Göttin zu feiern.

Kein Wunder, dass die zwei lümmelnden Engel kurzerhand exkommuniziert wurden. Im Verein mit einer aufstrebenden Kunstwissenschaft behauptete man, sie stammten gar nicht von Raffael, was dem Duo eine separate Weltkarriere bescherte - zwischen Kunst und Kitsch. Erst heute lassen sich das Heilige und die Komik wieder in schöner Koexistenz zusammen denken.

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