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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 28.10.2009

"Das große Rennen"

Hannelore Heider über einen unterhaltsamen Kinderfilm

Die elfjährige Mary hat sich in den Kopf gesetzt, ein Seifenkistenrennen in ihrem irischen Heimatdorf zu gewinnen und stößt im Vorfeld auf allerlei Hindernisse.

Irland, BRD 2009, Regie: André F. Nebe, Darsteller: Niamh McGirr, Colm Meaney, Susan Lynch, 86 Minuten, ab 6 Jahren

Der Untertitel für diesen schönen Kinderfilm trügt – um ein abgefahrenes Abenteuer geht es nun wirklich nicht, selbst für Sechsjährige ist das ein Seifenkistenrennen schon längst nicht mehr. Er hat andere Qualitäten, die sich sicher im Kinoalltag zwischen all den 3D-Events nicht so leicht vermitteln lassen, einen Familienkinogang aber sehr wohl lohnen. Hier wird rund um ein Rennen mit selbstgebauten Seifenkisten, an dem unbedingt auch die elfjährige Mary teilnehmen will, über Konflikte und Entscheidungen erzählt, die Kinder durchaus fordern.

Denn die idyllische Landschaft Irlands trügt: Marys Vater ist ein Einzelbauer am Rande des Ruins und Marys Mutter treibt sein stures Festhalten am bäuerlichen Erbhof letztlich aus der Familie. Während Mary mit ihrem Schulfreund Tom und ihren primitiven Holzwagen fleißig übt - für raffinierte Gefährte reicht in beiden Familien das Geld nicht - entscheidet sich das Schicksal ihrer Eltern. Toms Vater wird seinen Hof aufgeben und mit Tom wegziehen, Marys Mutter muss ihrer Tochter erklären, weshalb sie sie verlassen und in der Stadt ihr Glück suchen wird. Beide, Mutter wie Tochter, verfolgen ihren Traum, auch wenn das sehr schwer ist: Mary will wirklich eine große Rennfahrerin werden.

Erzählt wird aus Marys Perspektive und ihr ist die Sympathie der jungen Zuschauer sicher, wenn sie als Bauerntrampel in der Schule verspottet wird, weil sie Hühner füttern muss, statt ins Kino zu gehen und mit ihrem Vater kämpft, damit er ihr überhaupt die Teilnahme an dem Rennen erlaubt, was für ein Mädchen in dieser immer noch archaischen Welt sehr ungewöhnlich ist.

Das Rennen selbst bietet dann leider die am wenigsten spannenden Szenen. Aber auch hier vermittelt sich Glaubwürdigkeit vor allem über die hervorragenden Darsteller. Für die einfach bezaubernde Niamh McGirr als Mary ist es die erste Kinorolle. Colm Meaney als Marys Vater und Susan Lynch als Mutter bringen dem Kinderfilm dann das schauspielerische Potential, das die schöne Geschichte auch für erwachsenes Begleitpersonal attraktiv machen kann.

Filmhomepage

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