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Literatur

Egon Erwin KischSo nah, so fern, so funkelnd
Egon Erwin Kisch (1885-1948)

"Der Rasende Reporter", das war in den 1920er Jahren der berühmte Prager Journalist Egon Erwin Kisch. Seine Nachfolger: Karl-Markus Gauß, P.J. O'Rourke und Marie-Luise Scherer zeigen anhand ihrer Reportagen aus nahen Städten und unbegreiflichen Orten in aller Welt, wie viel Kunst dazu gehört, nackte Realität in literarische Wahrheit zu verwandeln.Mehr

Max BrodGeschäftige Goethenatur
Der Schriftsteller Max Brod am 27. Juni 1964 in Prag.

Man kennt ihn als Kafkas Freund, weniger als erfolgreichen Autor von fast hundert Büchern: Max Brod. Nun liegt im Wallstein Verlag eine neue, umfangreiche Auswahlausgabe vor. Eine gute Gelegenheit, Max Brod wiederzuentdecken.Mehr

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Literatur / Archiv | Beitrag vom 24.06.2012

"Das Beben beim Klang der Stufen"

Literarische Texte von der Treppe

Von Tobias Wenzel

Treppen sind für Schriftsteller ein reizvoller Ort.
Treppen sind für Schriftsteller ein reizvoller Ort. (Stock.XCHNG)

Wir treten sie mit Füßen, ohne sie zu beachten. Dabei wäre eine Welt ohne die Treppe auch im übertragenen Sinn flacher. Das jedenfalls behauptet der Schweizer Autor Thomas Hürlimann. Damit ist er bei weitem nicht der einzige Treppenliebhaber unter den Schriftstellern.

Der US-Amerikaner Nicholson Baker hat die Handlung eines seiner Romane auf einer Rolltreppe angesiedelt, in Heimito von Doderers Roman "Die Strudlhofstiege" wird die Treppe zum stummen Hauptakteur und Zeitzeugen. Andere Schriftsteller benutzen die technische Konstruktion, um Spannung zu erzeugen oder einen Ort der Magie zu schaffen. "Ich bebte allemal, wenn sie (die Stufen) von einem Paar Füßen in einem mir unbekannten Ton heraufgespielt wurden", notierte Georg Christoph Lichtenberg in eines seiner Sudelbücher.

Die Treppe ist so reizvoll, weil sie etwas über den Menschen verrät, der sie betritt, so Friedrich Mielke. Der 87-Jährige hat die Treppe zur wissenschaftlichen Disziplin erhoben und auch literarische Texte analysiert. "Don Quijote", sagt Mielke, kann ohne Sancho Panza nicht leben, aber Sancho Panza sehr gut ohne Don Quijote. Der Diener ist immer der stärkere. Und die Treppe ist der Diener."


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