Samstag, 1. November 2014MEZ04:21 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsSein und Online
Ein Internetnutzer hat ein Tablet auf dem Schoß, darauf ist eine Facebook-Illustration zu sehen. Seine Beine sind über eine Sofalehne geschwungen. 

Im Computer gibt es keine große Pause wie im Theater: Der Besucherschwund der Analog-Bühnen beschäftigt heute mehrere Feuilletonisten. Sind Twitter und Facebook schuld oder gar die "Blogwarte", von denen einer schreibt? Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Elaine SturtevantDie Crazy Cat ihrer Generation
Die Künstlerin Elaine Sturtevant posiert am 04.06.2011 in Venedig bei der Eröffnung der 54.Kunstbiennale Venedig vor der Preisverleihung für die Fotografen.

Das Museum für Moderne Kunst in Frankfurt zeigt das grafische Werk Elaine Sturtevants - einschließlich 80 bisher noch nicht veröffentlichter Zeichnungen. Für Kurator Mario Kramer war die Künstlerin ein Augenöffner.Mehr

Goethe 2.0Das Leben eines Universalgenies digital
Auf dem Bild "Goethe in der römischen Campagna" von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein liegt Goethe hingebettet vor einer italienischen Landschaft

Es ist eines der größten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik: "Propyläen. Forschungsplattform zu Goethes Biographica", nennt es sich. Wird der moderne Mensch den alten Dichter durch die digitalen Medien besser verstehen? Mehr

Filme der WocheSolidarität in den 80ern und heute
Die belgischen Brüder Jean-Pierre (l) and Luc Dardenne (r) bei der Vorstellung ihres Films "Zwei Tage, eine Nacht" beim Valladolid International Film Festival in Spanien, aufgenommen am 18.10.2014

Engagement, Kooperation und Mitgefühl auf der Leinwand: Das mitreißende britische Sozialdrama "Pride" punktet mit Spaß und Pointen; "Zwei Tage, eine Nacht" der Gebrüder Dardenne zeigt den Kampf einer Angeschlagenen in einem Klima sozialer Kälte.Mehr

weitere Beiträge

Fazit / Archiv | Beitrag vom 19.06.2012

"Das Bauhaus war sehr weiblich!"

Direktorin des Bauhaus-Archivs in Berlin über neue Ausstellungsreihe

Annemarie Jaeggi im Gespräch mit Gabi Wuttke

Das Bauhaus-Archiv Berlin startet eine Reihe mit Künstlerinnen, die an der Kunstschule studierten.
Das Bauhaus-Archiv Berlin startet eine Reihe mit Künstlerinnen, die an der Kunstschule studierten. (Bauhaus-Archiv Berlin/ Hartwig Klappert)

Unter den Studierenden am Bauhaus seien viele Frauen gewesen, erklärte die Bauhaus-Archiv-Direktorin Annemarie Jaeggi zum Auftakt der Ausstellungsreihe "Bauhaus weiblich" in Berlin. In der Etage der Meister habe es allerdings nur eine weibliche Vertreterin gegeben, Gunta Stölzl, gab sie zu.

Dass das Berliner Bauhaus-Archiv die Reihe "Bauhaus weiblich" mit einer Ausstellung über Benita Koch-Otte eröffne, habe mehrere Gründe, erklärte Jaeggi. Die Anschaulichkeit des Materials und die künstlerische Qualität und Potenz der Künstlerin, die so ein Auftakt erfordere, seien ausschlaggebend für diese Entscheidung gewesen: "Uns geht es ja nicht darum, nur irgendwelche Frauen herauszupicken", sagte Jaeggi, sondern darum, besondere Bauhaus-Talente zu präsentieren.

Wie fast alle Frauen im Bauhaus habe Benita Koch-Otte in der Weberei studiert, dies sei eine Art ungeschriebenes Gesetz gewesen, sagte Annemarie Jaeggi. Der Studiengang habe deshalb auch "Frauenabteilung" geheißen. Wer Urheber dieser Namensgebung war, sei heute nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen, so Jaeggi. Allerdings wisse man aus Briefen, dass die Studentinnen über die Verhältnisse am Bauhaus nicht sonderlich unglücklich waren, da in den 1920er-Jahren auch viele Frauen die Vorstellung gehabt hätten, die Geschlechter seien etwas ganz Unterschiedliches. "Man wollte nicht wie ein Mann sein", fasste sie dieses Selbstverständnis zusammen.

Besonders im Vorkurs des Bauhaus-Studiums seien die Unterschiede der Geschlechter im künstlerischen Schaffen affirmativ thematisiert worden, dies lasse sich in Beschreibungen finden, sagte sie. Allerdings sei dies in den Ausstellungen, die sich auf die Arbeit der Künstlerinnen konzentrierten, schwer zu vermitteln, gab Annemarie Jaeggi zu bedenken. Deshalb sei es umso mehr ein Thema im Rahmenprogramm: Mit Vorträgen und Diskussionen im Rahmen der Ausstellungen sollen diese Thesen besprochen werden, kündigte die Bauhaus-Archiv-Direktorin an.

Diese Einstellungen seien aus heutiger Sicht erstaunlich, da sie mit der Grundannahme, das Bauhaus sei seiner Zeit in jeder Hinsicht voraus gewesen, in Konflikt stünden, sagte Jaeggi.

Das vollständige Gespräch mit Annemarie Jaeggi können Sie mindestens bis zum 19.11.2012 als MP3-Audioin unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Möbel neu erfunden
Neues Bauen am See Genezareth
Im Schatten von Dessau

Externe Links:

Bauhaus Archiv