Fazit / Archiv /

"Das Bauhaus war sehr weiblich!"

Direktorin des Bauhaus-Archivs in Berlin über neue Ausstellungsreihe

Annemarie Jaeggi im Gespräch mit Gabi Wuttke

Das Bauhaus-Archiv Berlin startet eine Reihe mit Künstlerinnen, die an der Kunstschule studierten.
Das Bauhaus-Archiv Berlin startet eine Reihe mit Künstlerinnen, die an der Kunstschule studierten. (Bauhaus-Archiv Berlin/ Hartwig Klappert)

Unter den Studierenden am Bauhaus seien viele Frauen gewesen, erklärte die Bauhaus-Archiv-Direktorin Annemarie Jaeggi zum Auftakt der Ausstellungsreihe "Bauhaus weiblich" in Berlin. In der Etage der Meister habe es allerdings nur eine weibliche Vertreterin gegeben, Gunta Stölzl, gab sie zu.

Dass das Berliner Bauhaus-Archiv die Reihe "Bauhaus weiblich" mit einer Ausstellung über Benita Koch-Otte eröffne, habe mehrere Gründe, erklärte Jaeggi. Die Anschaulichkeit des Materials und die künstlerische Qualität und Potenz der Künstlerin, die so ein Auftakt erfordere, seien ausschlaggebend für diese Entscheidung gewesen: "Uns geht es ja nicht darum, nur irgendwelche Frauen herauszupicken", sagte Jaeggi, sondern darum, besondere Bauhaus-Talente zu präsentieren.

Wie fast alle Frauen im Bauhaus habe Benita Koch-Otte in der Weberei studiert, dies sei eine Art ungeschriebenes Gesetz gewesen, sagte Annemarie Jaeggi. Der Studiengang habe deshalb auch "Frauenabteilung" geheißen. Wer Urheber dieser Namensgebung war, sei heute nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen, so Jaeggi. Allerdings wisse man aus Briefen, dass die Studentinnen über die Verhältnisse am Bauhaus nicht sonderlich unglücklich waren, da in den 1920er-Jahren auch viele Frauen die Vorstellung gehabt hätten, die Geschlechter seien etwas ganz Unterschiedliches. "Man wollte nicht wie ein Mann sein", fasste sie dieses Selbstverständnis zusammen.

Besonders im Vorkurs des Bauhaus-Studiums seien die Unterschiede der Geschlechter im künstlerischen Schaffen affirmativ thematisiert worden, dies lasse sich in Beschreibungen finden, sagte sie. Allerdings sei dies in den Ausstellungen, die sich auf die Arbeit der Künstlerinnen konzentrierten, schwer zu vermitteln, gab Annemarie Jaeggi zu bedenken. Deshalb sei es umso mehr ein Thema im Rahmenprogramm: Mit Vorträgen und Diskussionen im Rahmen der Ausstellungen sollen diese Thesen besprochen werden, kündigte die Bauhaus-Archiv-Direktorin an.

Diese Einstellungen seien aus heutiger Sicht erstaunlich, da sie mit der Grundannahme, das Bauhaus sei seiner Zeit in jeder Hinsicht voraus gewesen, in Konflikt stünden, sagte Jaeggi.

Das vollständige Gespräch mit Annemarie Jaeggi können Sie mindestens bis zum 19.11.2012 als MP3-Audioin unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.



Mehr bei deutschlandradio.de

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsÜber den "Volkswagen unter den Shakespeare-Zitaten"

Ein bislang unbekanntes Portrait des englischen Lyrikers William Shakespeare, das im Februar 2014 in Mainz präsentiert wurde. 

Anlässlich des 450. Geburtstages von William Shakespeare interpretiert die "Berliner Zeitung" Zitate des Dramatikers. "Sein oder Nichtsein" vergleicht sie mit einem VW. Und wie sähe dann ein Mercedes unter Zitaten aus?

 

Fazit

Auto Kult auf vier Rädern

Ford Mustang Fastback V8 auf einer Landstraße

Weil die Jugend in den 60ern in den USA viel Geld zur Verfügung hatte, entwickelten die Konstrukteure in Detroit diesen Flitzer. Später düsten sogar Steve McQueen und James Bond damit über die Leinwand.

OsterreiheWundert Euch

Bunt verzierte Ostereier hängen am 8. April 2014 an einem Forsythienstrauch.

Ostern ist für Christen das wichtigste Fest des Jahres. Der Höhepunkt der Feiertage ist die Auferstehung Jesus. Ein Wunder, das für viele Menschen einen zentralen Glaubensinhalt darstellt.

SchönheitsoperationenSchnitt ins Fleisch

Popstar Michael Jackson am 13.11.2002 vor einem Gericht im kalifornischen Santa Maria. Dort muss er sich gegen Vorwürfe von Vertragsbruch verteidigen. Der Münchner Konzertveranstalter Marcel Avram hat den «King of Pop» wegen Betrugs und Vertragsbruchs auf über 21 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. 

Nasen-OP, Falten wegspritzen, Fett absaugen - die Möglichkeiten der körperlichen Verschönerung sind umfangreich. Regisseurin Angela Richter hat für ihr Theaterstück auch mit Michael Jacksons ehemaligen Hausarzt gesprochen.