Donnerstag, 24. Juli 2014MESZ10:30 Uhr

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsSchnapsidee auf der Zunge
Die Flasche steht auf einer Handfläche.

Die Umwandlung der Beuys'schen "Fettecke" in fünfzigprozentigen Schnaps ist Thema in den Feuilletons. Die "Welt" lässt den Vorwurf, die Künstler hätten sich an Beuys versündigt, nicht gelten. Mehr

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Fazit

ShakespeareKleines Kino-Wunder
Filmszene aus "Viel Lärm um nichts" ("Much Ado About Nothing") von Joss Whedon

Es darf gestaunt werden: eine Shakespeare-Adaption, die im Hier und Heute spielt, dabei lustvoll die Sprachgewalt des Dichters feiert, nicht ins Grobe abgleitet, und die dennoch brüllend komisch ist.Mehr

Film Noir Originelle Mordmethoden
Der chinesische Schauspieler Fan Liao ("Bai Ri Yan Huo"/ "Feuerwerk am helllichten Tage") posiert am während der 64. Internationalen Filmfestspiele in Berlin mit dem Goldenenen und Silbernen Bären. Liao wurde mit dem Silbernen Bären als bester Darsteller ausgezeichnet, der Film gewann den Goldenen Bären.

"Feuerwerk am helllichten Tage" von Dao Yinan war der große Gewinner bei der letzten Berlinale. Aber abgesehen von einer der originellsten Mordmethoden der Filmgeschichte (Schlittschuh) hat Film eigentlich nichts, was den Preissegen rechtfertigt.Mehr

Porträt: Christian ClavierAsterix, Napoleon und Monsieur Claude
Die Schauspieler Christian Clavier und Gerard Depardieu küssen Model und Schauspielerin Laetitia Casta in Cannes, Archivfoto von 1998

In Frankreich gehört Christian Clavier seit Jahrzehnten mit Gerard Depardieu und Jean Reno zu den populärsten Schauspielern. Sein jüngster Film "Monsieur Claude und seine Töchter" lockte in Frankreich über zehn Millionen Zuschauer in die Kinos und ist ab Donnerstag in Deutschland zu sehen.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 19.06.2012

"Das Bauhaus war sehr weiblich!"

Direktorin des Bauhaus-Archivs in Berlin über neue Ausstellungsreihe

Annemarie Jaeggi im Gespräch mit Gabi Wuttke

Das Bauhaus-Archiv Berlin startet eine Reihe mit Künstlerinnen, die an der Kunstschule studierten.
Das Bauhaus-Archiv Berlin startet eine Reihe mit Künstlerinnen, die an der Kunstschule studierten. (Bauhaus-Archiv Berlin/ Hartwig Klappert)

Unter den Studierenden am Bauhaus seien viele Frauen gewesen, erklärte die Bauhaus-Archiv-Direktorin Annemarie Jaeggi zum Auftakt der Ausstellungsreihe "Bauhaus weiblich" in Berlin. In der Etage der Meister habe es allerdings nur eine weibliche Vertreterin gegeben, Gunta Stölzl, gab sie zu.

Dass das Berliner Bauhaus-Archiv die Reihe "Bauhaus weiblich" mit einer Ausstellung über Benita Koch-Otte eröffne, habe mehrere Gründe, erklärte Jaeggi. Die Anschaulichkeit des Materials und die künstlerische Qualität und Potenz der Künstlerin, die so ein Auftakt erfordere, seien ausschlaggebend für diese Entscheidung gewesen: "Uns geht es ja nicht darum, nur irgendwelche Frauen herauszupicken", sagte Jaeggi, sondern darum, besondere Bauhaus-Talente zu präsentieren.

Wie fast alle Frauen im Bauhaus habe Benita Koch-Otte in der Weberei studiert, dies sei eine Art ungeschriebenes Gesetz gewesen, sagte Annemarie Jaeggi. Der Studiengang habe deshalb auch "Frauenabteilung" geheißen. Wer Urheber dieser Namensgebung war, sei heute nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen, so Jaeggi. Allerdings wisse man aus Briefen, dass die Studentinnen über die Verhältnisse am Bauhaus nicht sonderlich unglücklich waren, da in den 1920er-Jahren auch viele Frauen die Vorstellung gehabt hätten, die Geschlechter seien etwas ganz Unterschiedliches. "Man wollte nicht wie ein Mann sein", fasste sie dieses Selbstverständnis zusammen.

Besonders im Vorkurs des Bauhaus-Studiums seien die Unterschiede der Geschlechter im künstlerischen Schaffen affirmativ thematisiert worden, dies lasse sich in Beschreibungen finden, sagte sie. Allerdings sei dies in den Ausstellungen, die sich auf die Arbeit der Künstlerinnen konzentrierten, schwer zu vermitteln, gab Annemarie Jaeggi zu bedenken. Deshalb sei es umso mehr ein Thema im Rahmenprogramm: Mit Vorträgen und Diskussionen im Rahmen der Ausstellungen sollen diese Thesen besprochen werden, kündigte die Bauhaus-Archiv-Direktorin an.

Diese Einstellungen seien aus heutiger Sicht erstaunlich, da sie mit der Grundannahme, das Bauhaus sei seiner Zeit in jeder Hinsicht voraus gewesen, in Konflikt stünden, sagte Jaeggi.

Das vollständige Gespräch mit Annemarie Jaeggi können Sie mindestens bis zum 19.11.2012 als MP3-Audioin unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

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Möbel neu erfunden
Neues Bauen am See Genezareth
Im Schatten von Dessau

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