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Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsMuntere Wortgefechte
Außenansicht des Brecht-Hauses in Berlin-Mitte. Hier wohnte der Schriftsteller und Dramatiker Bertolt Brecht von 1953 bis seinem Tod 1956. (imago / Reiner Zensen)

Eine Konferenz über politische Literatur ist Thema in den Feuilletons. Sie berichten zwar von lebendigen Debatten, doch insgesamt war es offenbar nicht leicht, miteinander ins Gespräch zu kommen, ist in der "taz" zu lesen. Mehr

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Fazit

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 19.06.2012

"Das Bauhaus war sehr weiblich!"

Direktorin des Bauhaus-Archivs in Berlin über neue Ausstellungsreihe

Annemarie Jaeggi im Gespräch mit Gabi Wuttke

Das Bauhaus-Archiv Berlin startet eine Reihe mit Künstlerinnen, die an der Kunstschule studierten. (Bauhaus-Archiv Berlin/ Hartwig Klappert)
Das Bauhaus-Archiv Berlin startet eine Reihe mit Künstlerinnen, die an der Kunstschule studierten. (Bauhaus-Archiv Berlin/ Hartwig Klappert)

Unter den Studierenden am Bauhaus seien viele Frauen gewesen, erklärte die Bauhaus-Archiv-Direktorin Annemarie Jaeggi zum Auftakt der Ausstellungsreihe "Bauhaus weiblich" in Berlin. In der Etage der Meister habe es allerdings nur eine weibliche Vertreterin gegeben, Gunta Stölzl, gab sie zu.

Dass das Berliner Bauhaus-Archiv die Reihe "Bauhaus weiblich" mit einer Ausstellung über Benita Koch-Otte eröffne, habe mehrere Gründe, erklärte Jaeggi. Die Anschaulichkeit des Materials und die künstlerische Qualität und Potenz der Künstlerin, die so ein Auftakt erfordere, seien ausschlaggebend für diese Entscheidung gewesen: "Uns geht es ja nicht darum, nur irgendwelche Frauen herauszupicken", sagte Jaeggi, sondern darum, besondere Bauhaus-Talente zu präsentieren.

Wie fast alle Frauen im Bauhaus habe Benita Koch-Otte in der Weberei studiert, dies sei eine Art ungeschriebenes Gesetz gewesen, sagte Annemarie Jaeggi. Der Studiengang habe deshalb auch "Frauenabteilung" geheißen. Wer Urheber dieser Namensgebung war, sei heute nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen, so Jaeggi. Allerdings wisse man aus Briefen, dass die Studentinnen über die Verhältnisse am Bauhaus nicht sonderlich unglücklich waren, da in den 1920er-Jahren auch viele Frauen die Vorstellung gehabt hätten, die Geschlechter seien etwas ganz Unterschiedliches. "Man wollte nicht wie ein Mann sein", fasste sie dieses Selbstverständnis zusammen.

Besonders im Vorkurs des Bauhaus-Studiums seien die Unterschiede der Geschlechter im künstlerischen Schaffen affirmativ thematisiert worden, dies lasse sich in Beschreibungen finden, sagte sie. Allerdings sei dies in den Ausstellungen, die sich auf die Arbeit der Künstlerinnen konzentrierten, schwer zu vermitteln, gab Annemarie Jaeggi zu bedenken. Deshalb sei es umso mehr ein Thema im Rahmenprogramm: Mit Vorträgen und Diskussionen im Rahmen der Ausstellungen sollen diese Thesen besprochen werden, kündigte die Bauhaus-Archiv-Direktorin an.

Diese Einstellungen seien aus heutiger Sicht erstaunlich, da sie mit der Grundannahme, das Bauhaus sei seiner Zeit in jeder Hinsicht voraus gewesen, in Konflikt stünden, sagte Jaeggi.

Das vollständige Gespräch mit Annemarie Jaeggi können Sie mindestens bis zum 19.11.2012 als MP3-Audioin unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

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