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Kompressor | Beitrag vom 19.01.2016

Coverversionen von "Hotel California""Ich weiß nicht, ob die auf Drogen waren"

Jürgen Drews und Wiglaf Droste im Gespräch mit Stephan Karkowsky

Das undatierte Handoutfoto der Eagles zeigt den Mitgründer und Gitarristen der Band, Glenn Frey, der im Alter von 67 Jahren gestorben ist. ( Eagles/dpa)
Dieses undatierte Foto zeigt den Mitgründer und Gitarristen der Band "Eagles", Glenn Frey, der im Alter von 67 Jahren gestorben ist. ( Eagles/dpa)

Nach dem Tod von Eagles-Mitgründer Glenn Frey erinnern sich zwei gegensätzliche Künstler an ihre Coverversionen von "Hotel California". Der Schlagersänger Jürgen Drews vermutet bei dem Songtext, die Eagles hätten Drogen genommen, Satiriker Wiglaf Droste wittert Sozialkritik.

Als Jürgen Drews 1977 von dem Schlager-Komponisten Ralph Siegel angefleht wurde, eine deutschsprachige Coverversion von "Hotel California" zu singen, haderte er damit. Sein Gedanke damals: "So einen Titel darf man doch nicht auf deutsch machen!"

Jürgen Drews: "Ein Lied vom Allerfeinsten"

Der Sänger Jürgen Drews  (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)"Hotel California" sei ein Song vom "Allerfeinsten", sagt Jürgen Drews. (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)

Der Musiker und selbsternannte König von Mallorca ließ sich trotz erster Zweifel überreden. "Dieser Titel von den Eagles war ein Highlight", sagt Drews im Deutschlandradio Kultur.

Damals habe er den Song auch live gespielt und auf der Bühne versucht, das im Original von zwei Gitarren gespielte Solo zu imitieren. Und zwar mit vollem Einsatz: "Ich weiß noch, dass ich mir die Finger abgebrochen habe, um dieses wunderbare Gitarrensolo zu spielen."

Mit dem Text habe der Schlagersänger so seine Schwierigkeiten gehabt, obwohl es für ihn "ein Lied vom Allerfeinsten" sei. Er habe sich ein Hotel vorgestellt, das nur in der Fantasie existiert und in dem ein wunderschöne Frau tanzt.

Trotzdem glaubte er, den wirklichen Kern des Textes nicht verstanden zu haben und über den Sänger dachte er: "Der ist voll auf Koks oder Heroin." Noch immer findet er den Song toll und schließt nicht aus, dass bei den Eagles bewusstseinserweiternde Substanzen im Spiel waren: "Ich weiß nicht, ob die auf Drogen waren."

Wiglaf Droste: Kritik an der Scheinwelt

In der Drews-Version ist die Rede von einem Portier, der auf einen langhaarigen "Gammler" trifft und ihm keinen Platz im Hotel zuweist, weil das angeblich voll sei.

Der Journalist und Autor Wiglaf Droste; Aufnahme von 2006 (picture-alliance/ dpa)Der Journalist und Autor Wiglaf Droste versuchte sich auch schon an einer Eagles-Coverversion. (picture-alliance/ dpa)

Der Coversong sorgte bei dem Satiriker Wiglaf Droste damals für erhöhte Heiterkeit. "Wir haben uns sehr gefreut über diese verballhornte Version", sagt der Autor im Deutschlandradio Kultur.

In dem Original-Song der Eagles sei es darum gegangen, "eine Scheinwelt zu decouvrieren". Dass ausgerechnet der Spaßmacher und Interpret diverser Ballermann-Hits dieses Lied sang, amüsierte Droste. Aus Spaß entschied er, er die deutschsprachige Version selbst zu covern.

Noch immer begeistert ihn das Original der Eagles. Er begreift es als Kritik an einer Welt, die mehr Schein als Sein ist. Daran habe sich nichts verändert. "Es ist nichts Neues, dass wir in einer Scheinwelt leben."

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